Archiv für Oktober 2010

Lesung – Live

Nächste Woche Donnerstag – Lesung beim Richtungsding.
Das ganze in Mülheim / Ruhr – Ringlokschuppen! 19:00 Uhr geht’s los … Eintritt frei! Kulturhauptstadt von unten und so … oder so ähnlich!

Der Pott schickt Schnaps tief in den Süden

Pascow + Bitume – Kur-Konzerte im Bei Chez Heinz, Hannover – 22.10.2010

Endlich wieder auf der Autobahn, endlich wieder Richtung Nord! Schon auf dem Weg ist die Vorfreude im Auto spürbar, erste Biere werden getrunken, „Alles muss kaputt sein!“ hoch und runter gehört. Welch ein gutes Album, welch ein gutes Album. Geschichten der letzten Wochen werden ausgetauscht, gut sich wiederzusehen. Noch schnell ein paar Leute in Hannover einpacken, Pennsachen verstauen, Ernährung sicherstellen und dann ab zum Bei Chez Heinz. (mehr…)

Asta Kask + Blood or Whisky; Sonic Ballroom – 29.1.10

Völlig euphorisch von dem 2:0 Sieg des FC St. Pauli in Duisburg nach Köln in den Sonic Ballroom. Der Laden optimal gefüllt und Blood or Whisky kurz unserer Ankunft auf die Bühne. Ich erinnere mich noch, wie Strafraumpogo-Kompagnon Mrrrkus damals seinen Flight 13-Katalog, in dem er einige für ihn interessante Acts markiert hatte, so unter anderem auch Blood or Whisky, einem HipHop hörenden Freund geliehen hatte. Dieser wollte einige Sachen zu Weihnachten bestellen. Seine Mutter dachte, sie täte ihm Gutes und bestellte aus dem Katalog eine Schallplatte für ihn. Statt besagtem HipHop oder der von Mrrrkus markierten Blood or Whisky gab es allerdings zu Weihnachten die nagelneue Blood for Blood. An diese Sache musste ich denken, als die Iren die Bühne betraten. Waren ihr Folkpunk dann zu Beginn auch recht langweilig, steigerten sie sich im Set. Dennoch hätte ich mir mehr Pogues und weniger Casualties gewünscht. Nach ner dreiviertel Stunde war dann gut, dass Asta Kask die Bühne erklommen. Und was soll ich sagen? Die Schweden sind großartig! Ohne Rasta Knast, glaube ich, wären sie zwar in Deutschland nie so populär geworden, doch ihre Songs ballern an Wucht und Kraft die deutschen Kopien an die Wand. Ach was, durch die Wand! Das witzige ist vor allem, dass ich viele Songs von Rasta Knast (und Psychisch Instabil, Legal Kriminal, etc.) zwar kannte, aber halt nicht auf Schwedisch. Der Meute war es egal und viele sangen die Songs einfach auf Deutsch mit. Eigentlich eine groteske Vorstellung, dass Menschen deine Songs in einem anderen Land auf einer anderen Sprache mitsingen (und ich meine nicht „Phantasie-Englisch“, wie man als zwölfjähriger AC/DC mitgröhlt). Sehr geil vor allem, dass die eine Single, die ich von ihnen besitze, vor mehr als 25 Jahren aufgenommen worden ist – damals war ich drei Jahre alt – und sie mich heute noch mit ihrer Live-Power umhauen. Wenn nicht diese blöde schwarzhaarige Fotze vor mir gewesen, die mit ihrer Piepsstimme ihren Freunde ansäuselte, ununterbrochen – es wäre ein wunderbarer Abend geworden. Als die dumme Fotze dann allerdings beim letzten Song noch meine Freundin anrempeln musste, weil diese ihren Platz angenommen hatte, hätte ich beinahe meine gute Erziehung vergessen und ihr gleichberechtigt, emanzipiert direkt auf die Zwölf gehauen. Aber, gute Erziehung ist nun mal gute Erziehung, und mit einem „Alé alé alé alé alé, alé alé alé, alé alé alé, alé alé aléa St. Pauli“ nach Hause!

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Ja,ja, ich weiß, sehr alter Konzertbericht, aber so ist’s weg von meiner Festplatte ;-)

Captain Planet + Inner Conflict + Telemark + Matula + einer von den vielen Singer-Songwritern; im Chez Heinz am 8.1.10

Dem deutschen Wetter- und Katastrophenamt sei Dank, die Autobahn von Essen nach Hannover so leer gefegt wie die Regale bei Aldi. Panik- und Hamsterkäufe, denn der Winter meldete sein Comeback an. Freie Fahrt für freie Bürger und daher viel zu viel Zeit für den Weg eingeplant und viel zu früh am Chez Heinz angekommen. Egal! Bei fünf Bands musste man damit rechnen, einzuschneien. Während die anderen daher den Körper von innen auf Betriebstemperatur brachten, spielte schon der erste Typ, der aussah, als würde er sonst Menschen auf der Autobahn-Raststätte Hamm-Rhynern beglücken. Nur als Verstärkung von Matula mit zweiter Gitarre und auch etwas Nervosität von der Bühne wich, wurde es okayer. Nun ja, da Matula schon einmal in Teilen warm gespielt waren, kamen sie gleich als nächstes. „Makulatur, oder wie die hießen, die gefielen mir am besten“, war das Fazit am Ende des Abends. Allerdings nicht meines, denn auch wenn Matula mir gut gefielen, waren Telemark dann richtig gut. Während die Vorkriegsjugend-Wunstorf sich schon bei Matula warm gepogt hatte, war das bei Telemark nur schwerlich möglich, da sich der Sänger in mitten des Publikums positioniert. „Lee Hollis, nur mit Haaren“. Guter, deutschsprachiger Punk a la Trend und ich bereute, sie nicht schon vorher mal gesehen zu haben. Inner Conflict im Anschluss waren wie immer eine Bank, auch wenn die Schlagzeugerwitze und vor allem „Unabsteigbar“ dieses Mal aus dem Set gestrichen worden sind. Während draußen leise der Schnee rieselte, kamen dann Captain Planet auf die Bühne und brachten den Leuten Hitzewallungen. Momentan vielleicht einer der besten Liveacts aus meiner Sicht, weil ihre Songs sowohl einfach hymnisch zum Mitsingen als auch alleine zu Hause aus der Anlage gehört werden können. Großartig! Und danach machte ich dann meinem Spitznamen aus Schulzeiten, „Rally-Reckinnen“ wieder alle Ehre und wir kamen sicher vor dem Schneepflug, bzw. den Schneepflügen zu Hause an.

Gefühlte Bierstemperatur: Fünfzehn Grad über Null

Ein neues, großes Bier wurde vor meine Nase gesetzt. Der Schaum schäumte leicht über den oberen Glasrand und rutschte am linken Glasrand hinunter in Richtung des Bierdeckels. Dort angekommen, bäumte es sich ein letztes Mal auf, versuchte einige, der zu vielen kleinen blauen Striche zu verwischen, bevor er sich dann erfolglos in eine kleine Pfütze auf dem Tresen auflöste. Das Bierglas samt Bierdeckel wurde wie von Geisterhand ein paar Zentimeter nach links verschoben und eine kräftige Hand wischte mit einem hellblauen Lappen über den Tresen. Danach wurde das Glas samt Deckel wieder in Richtung der Ausgangsposition verrückt. Erst dann ging mein, vom Alkohol ermüdeter Arm in Richtung des Glases, packte den halben Liter am Griff und beförderte einen großen Schluck des kühlen Inhalts in meine Kehle. Dann schaute ich hoch zu Verena und nickte ihr zu.
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Winterträne

Ihre müden Blicke hoben sich kaum merklich vom Asphalt und sondierten ihre Umgebung. Die Kälte sorgte dafür, dass ihre richtige Körpergröße kaum entfaltet wurde. Dafür machte sie sich viel zu rund und zog Hals und Kopf tief unter ihr wolliges Gewand. Eine Mischung aus einem Pullover, einer Jacke und einer alten Wolldecke, welches sie sich selber zusammengestrickt hatte.
Ihre harten Gesichtszüge waren sehr blass und hoben sich kaum von der verschneiten Umwelt ab. Ihre Wangenknochen schauten spitz hervor, ihre Augen waren zwei schwarze Löcher um die herum zwei hellblaue Eiskristalle lagen. Das Leuchten aus diesen Kristallen war dabei irgendwann einmal verloren gegangen, verschollen in den tiefen Höhlen, verloschen im ewigen Eis. Ihr kleiner, schmaler Mund war zusammengepresst und die Zähne blieben dahinter verborgen. Sie hätte dreiundvierzig Jahre alt sein können, vielleicht auch vierundvierzig, doch sie war gerade einmal Ende zwanzig. Das Leben hatte ihre Konturen gezeichnet und ihre persönliche Geschichte hatte sie nach und nach demontiert.
Sie ging relativ geschwind für ihre zierliche Statur an der Bushaltestelle vorbei. Dabei machte sie sich noch kleiner und zog sich noch mehr in die warme Sicherheit ihres Wolldeckenpullovers zurück. Sie hatte Angst vor Menschen. Angst davor angesprochen, beleidigt oder beschimpft zu werden, wie in den vielen Tagen und Nächten zuvor. Pennerin, riefen die Leute ihr nach, Hure, Nutte, Flittchen, Zigeunerin. Es gab nicht viele Ausdrücke, die sie noch nicht gehört hatte. (mehr…)

Fareinigte Partizaner Organizacje – FPO

Vilnius (auch Vilna oder Wilna) galt vor dem 2. WK als „Yerushalayim d’Lita“ (Jerusalem Litauens). Die jüdische Kultur hatte sich hier weit entwickelt und war auch ein Teil der Litauischen geworden. Schließlich war zu Hochzeiten knapp die Hälfte, am Vorabend des 2. WK immer noch ein Viertel, der Bevölkerung Vilnius’ jüdisch. Doch als dt. Truppen am 24. Juni 1941 die Stadt eroberten, begann ein Alptraum für die jüdischen BewohnerInnen. Während der nächsten Wochen ermordeten die Deutschen fast die Hälfte der jüdischen Bevölkerung. Die verbliebenen, ca. 40.000 Juden wurden am 06. und 07. September in zwei Ghettos getrieben. Bis zum 21. Oktober 1941 wurden die Einwohner des zweiten Ghettos systematisch liquidiert, sodass nur noch 20.000 (die Nazis sprachen von 12.000) Juden überlebten.
In dem verbliebenen Ghetto gründete sich am 21. Januar 1942 die Fareinigte Partizaner Organizacje, kurz FPO. Sie war eine der ersten Widerstandsgruppen des 2. WK. Ihr Motto lautete: „We will not allow them to take us like beasts to the slaughter!!!“ („Wir werden Ihnen nicht erlauben uns wie Tiere zum Schlachter“) (mehr…)

!Danke duesenjaeger!

An dieser Stelle schon mehrfach erwähnt, die Band duesenjaeger aus Osnabrück, die im letzten Jahr ihr Abschluss-Konzert gegeben hatte. Und jetzt die großartigen Nachrichten: Am 18. Dezember im Osnabrücker Bastard Club gibt es wieder ein Konzert, mit den Jungs von Pascow und den Damen und Herren von Inner Conflict.
Auf dem Blog von duesenjaeger auf myspace steht folgendes:
„kein scherz – uns juckts wieder in den fingern.deswegen spielen wir nochmal.was danach passiert werden wir sehen.
wir sehen uns am 18.12. im Bastard Club zu osnabrück!!!“
Werbung und Konzertflyer ist auch bei dem Herren MY RUIN zu finden … schön, schön, schön!

Dead to Me, 51st Degree und Kickdown Fuckhead – Cafe Nova

Das Cafe Nova im äußersten Norden lud zu einem netten Konzert ein und ratzfatz mit Bier bewaffnet in die S-Bahn in Richtung Borbeck. Um kurz nach Acht im Laden und Kickdown Fuckhead war schon bei den letzten Takten. Songwriter-Folk, ganz nett, aber auch nicht überragend. Circa 20 Leute bedachten die Musik allerdings nur mit Unaufmerksamkeit, um den Tresen gruppiert. 51st Degree im Anschluss waren dann langweiliger Streetpunk. Daher wieder ab in den Hinterrraum und lieber gequatscht, als die Ohren zerstört. Highlight des Abends eindeutig Dead To Me!
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Reviews: Pascow, Balboa Burnout, Freiburg, Spermbirds, Leatherface, The Gaslight Anthem, Kommando Sonne-nmilch

Platten-Reviews:
Erst mal vornweg, alle sieben getitelten Bands und ihre Platten gehören meiner Meinung nach zu dem Must-Haves aus diesem Jahr, 2010 n.J.. Fangen wir doch einfach mit dem Frühjahr an.

Leatherface – The Stormy Petrel LP (majorlabel)
Was eine großartige Band, was eine lange Wartezeit! Sechs Jahre, 72 Monate! Nach dem die Dog Disco gegenüber der Horsebox deutlich abfiel, waren die Erwartungen gemischt. Doch was die 12 Songs bieten, ist dann unglaublich! Hoch melodische Songs, die zwar im Gegensatz zu vorherigen Veröffentlichungen deutlich stärker auf wiederkehrende Textzeilen / Refrains setzen, die auch glatter aufgenommen worden sind, die aber in die Ohren und die Beine gehen. „Diego Garcia“ handelt zum Beispiel über eine Inselgruppe im Indischen Ozean, die im Besitz der britischen Krone ist. Die ursprünglichen Bewohner_innen der Insel dürfen allerdings nicht zurück in ihre Heimat, England benötigt die Insel für militär-strategische Zwecke. Im Moment läuft eine Klage gegen den EU-Staat vor dem europäischen Gerichtshof. „Never say goodbye“, „God is dead“ und „broken“ sind weitere Hits, die man leider auf der Dog Disco nicht gefunden hat. Großartige Songs und Dickie Hammond und Frankie Stubbs sind wieder ein con-geniales Duo. Unbedingt kaufen!!!

The Gaslight Anthem – American slang LP (side one dummy)
Wahnsinn, wie sich diese Band innerhalb von nur drei, vier Jahren entwickelt hat. Rasant schnell ist ihnen der Durchbruch von einem phantastischen Konzert in Münsters Dönerbude am Bahnhof (2007) bis in die deutschen Top-Ten Album Charts (2010) geglückt. Zwar halte ich „Sing or Swim“ noch immer für das beste Album – nicht nur weil es mir so viele Wahnsinnsstunden in den Philippinen oder den Straßen Deutschlands, wie zurück von Münster nach dem Dönerbuden-Konzert in Richtung meinem Heimatkaff gegeben hat – muss man doch anerkennen, dass sie anfangen, von zeitlosen Punkrock Songs mittlerweile Rockgeschichte schreiben. The Gaslight Anthem werden – vielleicht im Gegensatz zu Against Me! – nicht nur ein zwischenzeitlicher Hype sein, sondern aufgrund ihrer konsequenten Entwicklung jedes Jahr weitere Mengen an Fans hinzugewinnen. Selbst Menschen mit einem anderen Musikgeschmack, schätzen mittlerweile Gaslight Anthem. „American Slang“ hilft auf jeden Fall, den Mythos zu stabilisieren.

Pascow – Alles muss kaputt sein LP (Rookie Records)
Vom Cover her würde ich sagen, da habe ich schon schönere Pascow-Alben gesehen. Nichts gegen Floleon, aber … Die Aussage hinter dem Titel stimmt aber. Nicht nur meine Macht für niemand, sondern die Zerstörung. Dafür hat Äthiopien jetzt die Bombe und aufgrund der gescheiterten Klimaverhandlungen werden sie diese auch werfen. Das ist zu befürworten. Ebenfalls, dass endlich jemand mal duesenjaeger mal ein Denkmal setzt – „an die Maulwürfe“, wo Tobi gleich persönlich die Stimme ins Mikro presst. Insgesamt 15 Songs, die wütender, schneller und straigther daher kommen, als zuletzt. Pascow trauen sich wieder Anglizismen zu verwenden, mit Sprache zu spielen und werden mit diesem Album und dem Wechsel von Plastic Bomb vielleicht auch noch mehr vom Assi-Punker-Image in Richtung deutsch-sprachiger Punk kommen. Für mich die deutsche Konsens-Band in Sachen ordentlicher Punk und die einzigen, die … But Alive, mittelalten Muff Potter, duesenjaeger das Wasser reichen können!!!

Freiburg – High Five Zukunft LP (this will be on your favourite mixtape)
Großartiger deutscher Punkrock, der eigentlich aus Hamburg kommen müsste und mit Turbostaat, Matula und Captain Planet herumhängen müsste. Stattdessen aus der ostwestfälischen Provinz, benannt nach einem Tocotronic Song. 12 Songs, intelligenter, deutschsprachiger Punkrock, der durch sehr geile, arschtretende Aufnahme überzeugen kann. Habe die Jungs vor ein paar Jahren mal live gesehen und aus den Augen verloren, weil sie mir dort noch zu sehr in Richtung Indierock gingen, haben sie auf jeden Fall beim Verlassen des Teenager-Alters mächtig viel dazu gelernt. Und wütender werden ist immer gut! Vinyl only, geht’s besser? Auf jeden Fall anchecken!

Spermbirds – Columbus Feeling LP (Rookie Records)
„Set an Example” ist jetzt tatsächlich schon sechs Jahre her, unglaublich! Die Spermbirds melden sich hier mit ihrem achten Album zurück und wieder ist Lee Hollis der Shouter und bis auf Frank Rahm, der die Gitarre an den Nagel gehangen hat und durch Steve Wiles ersetzt wurde, sind die Jungs noch in Originalbesetzung. Natürlich immer noch wütend, noch immer mit der kreischigen, angepisster Stimme von Lee Hollis, immer noch mit treibendem Hardcorepunk und zynischen Texten, die in Deutschland ihres gleichen suchen. Wer denkt, die Jungs sind alt und gesetzt, irrt sich. Vor ein paar Monaten, in einer kleinen Kneipe in Bonn, hatte ich das Glück, die Jungs live zu bewundern, und was an Adrenalin, Energie und Power aus den Boxen auf die Zuhörer/innen einprasselte, war einfach gigantisch. Ich hoffe, sie können das auf ihrer Tour im September und Anfang Oktober wiederholen. Die neuen Songs zünden allerdings erst nach mehrmaligem Hören, zu hoch sind die Erwartungen, zu viele Hits hat die Band. Doch es kristallisieren sich schon einige Hits heraus, „Looking for Black in a Rainbow“, das melodische „Meet me in the Middle“ und natürlich die beiden Opener „Matter of Fact“ und „A Columbus Feeling“. Lautes Lebenszeichen! [aus aktuellem Trust-Fanzine]

Kommando Sonne-nmilche – Pfingsten LP (majorlabel)
Wandelbar wie ein Chamäleon, musikalisch experimentell, textlich diesmal schwächer. Nicht mehr so straight wie auf „Scheiße nicht schon wieder Bernstein“ oder „Jamaica“, daher auch anstrengender in die Platte hereinzuwachsen. Halb Hörspiel, halb Musik, habe ich manchmal das Gefühl. Dennoch, gute Veröffentlichung!

Balboa Burnout – OKHC (Twisted Chords)
Legitimer Nachfolger von El Mariachi. Deutschsprachiger, emotionaler Punkrock, der betont, dass das „Herz links schlägt“, der catchy und melodisch ist, sich in das Ohr einfrisst und sich dort ein Nestlein baut. Wunderschönes „Rocky-Balboa“-Gedächtnis-Artwork, simpel, aber poetisch! Unbedingt anchecken!

Ach ja, eine neue Against Me! gab es auch noch. Wenn jemand die gehört hat, soll er gerne ein Review ergänzen. Ich bin der Meinung, nach der ersten Platte und den ersten beiden Touren hätten sie sich auflösen sollen und fand die letzte schon Scheiße! Schade, dass eine Band, die mir mal wirklich viel bedeutet hat, auf einmal so belanglos geworden ist …

!!!SST Themenabende im Ruhrgebiet!!!

DJ SSTONE (TRUST Fanzine, Bremen) und DJ SCHIPPY (Köln) machen den Sack SST zu, die letzten SST Themenabende für 2010:

Freitag, 12.11. in Düsseldorf, Slowboy Galerie, als local DJ wird Jonny Bauer mit dabei sein.

Samstag, 13.11. in Duisburg, DJÄZZ, als local DJ wird Tillomat dabei sein.

Es werden auch unbekannte aber geile SST Bands (Tar Babies, Opal, Trotzky Icepick, Henry Kaiser, Zoogz Rift etc) gespielt; auf die Klassiker a la Descendents, Black Flag, Hüsker Dü und Minutemen wird natürlich nicht verzichtet.

…Mit dem Segen von Mike Watt (Minutemen/Firehose):
“this sounds like a righteous event I would love to be part of but music obligations here in my pedro town keep me from being able to be there so damn, my most sincere apologies… I’ll be there in spirit though!”

Hier alles zu den Hintergründen dieser DJ Reihe plus Berichte schon gelaufener DJ Abende (Bremen (2x), Köln, Hamburg, Berlin): TRUST FANZINE