Elf (aka Michael Mayer) bei „Wer wird Millionär“ – Runde 2 (the final battle)

Okay, okay, ich bin eine kleine Drecksau, doch ich habe mich tatsächlich auf diesen zweiten Teil (der gute erste, hier klicken) gefreut. Doch, so sehr ich den ersten Teil auch genossen habe (ich will nicht übertreiben und von den schönsten 6 Minuten der Fernsehgeschichte reden … aber es hat mich amüsiert!), der zweite – the final battle – hatte kaum Highlights. Jauch hatte sich abreagiert, Elf so seriös wie jedeR Durchschnittskandidat_in, also, eigentlich egal!
Zu Beginn nur ein: „Ledig, leiert, keine Kinder“ … genau so gehört ein Punker vorgestellt! Schon auf den Punkt gebracht, würde ich sagen, doch danach plätschert die Sendung vor sich hin!
Klar, cool dass Günther Jauch aus „Linke Spießer“ zitiert, allerdings auch nur, weil er es im Tagesspiegel gelesen hat. „Ihr schreibt Bücher, seid im Fernsehen – Und ihr glaubt, daß wir euch gern sehen“. Und ja, Günther Jauch hat die Ironie verstanden, dass nun ein Punker, der das einst gesungen hat, bei ihm auf dem Stuhl sitzt. Ob Elf das verstanden hat, ich weiß es nicht. Dafür sagt er, der Song wäre den Grünen gewidmet gewesen. Die Kritik, die er in der Sendung an den Grünen anbringt ist berechtigt, kann aber beim Schreiben des Songs keinen Motivation gewesen sein (da sie damals noch nicht in der Regierung waren, keine Kriege unterstützt und noch nicht den Atomausstieg versemmelt haben) … aber egal.
Witzig ist, dass Günther Jauch ihn auf szene-interne Kritik anspricht, wo Elf doch relativ unverständlich auf irgendeinen Forums-Eintrag eingeht, sich rechtfertigt und entschuldigt („ist doch nur ein Spiel“). Jauchs Antwort:
„Entschuldigen Sie sich ruhig bei mir, dass Sie hier sind!“ ist auf jeden Fall der lockerere Umgang.
Dann geht es weiter in der Sendung, der Moderator lockt ihn immer etwas aus der Reserve – „Sie haben sich für die Spießer-Variante entschieden“ – aber Elf aka Michael Mayer aka Slime-Texter von „Linke Spießer“ lässt sich nicht aus der Reserve locken. Schnell kommt er bei den Fragen voran. Ehrlich gesagt hätte ich genau die selben Fragen nicht beantworten können. Allerdings, bei der 2.000 Euro-Frage äußert er, dass er außer „Dschungelcamp“ und „Wer wird Millionär“ nichts auf RTL schaut. Die Antwort auf die Frage lautet „Klöppel“, also ähnlich wie der RTL-Nachrichten-Anchorman Peter Kloeppel. Der sagt dem „Rockmusiker“ allerdings anfangs nichts, entweder weil er keine Nachrichten guckt (das würde ihn wenig sympathisch machen, v.a. bei der Belastung mit Dschungelcamp) oder aber, weil er keine Nachrichten bei RTL guckt (das wiederum würde ihn sehr sympathisch machen). Dann fällt ihm aber doch ein, dass es sich um Peter Kloeppel handeln muss, also vielleicht doch Nachrichten auf RTL? Immerhin beschwert er sich über „fiese Fragen“. Dann leitet er die Frage er, sagt „Ich nehme C, Scheißegal“. Das Publikum lacht. „Dieser Punker, hahaha. Sagt der einfach Scheißegal im Fernsehen, hahahaaha“. Günther Jauch kommentiert „Das ist mal Anarchie bei „Wer wird Millionär“". Punk 2011, Jauch bringt’s erneut auf den Punkt!
Danach verflacht die Sendung zusehends. Eine kleine Diskussion mit der Freundin Nici (Mimmies, Slime – Bassistin) über Rainer Langhans im Dschungelcamp und man fragt sich ernsthaft, was sich hier für Abgründe auftun. „Gossip“ im deutschen Fernsehen … aber egal.
Es folgt die 16.000 Euro-Frage, bei der Jauch Elf noch mal als „Spießerkandidaten“ beleidigt, doch dieser reagiert gar nicht. Kann man als cool abtun. Jauch hat auf jeden Fall seinen Spaß mit dem für ihn bestimmt „außergewöhnlichen“ Kandidaten. Aber der „Spießerkandidat“ sagt A.) („Ohne Absicherung?“ neckt Jauch noch mal) und meistert die Hürde und fertig.
Günther im Anschluss: „Was macht ein Punker mit 16.000 Euro? Wahrscheinlich die Hypothek der Eigentumswohnung abbezahlen?“ An dieser Stelle wünsche ich mir, dass Elf „Ja!“ sagt, es würde so schön passen. Doch er lacht, „diese Eigentumswohnung hab ich nicht“ und erzählt dann, dass er a.) zur Miete wohnt, b.) dass er Slime zum BOB-Fest fliegen lässt, c.) sich ein neues Mikro anschaffen will für sein Tonstudio und d.) gab es nicht.
Am Ende scheitert Elf an der 64.000 Euro-Frage [korrigiert, Dank an den Hinweis!]. Welche Region macht 97 Prozent des Landes aus. Baskenland, Anatolien, Holland oder die Toskana. Klar, Baskenland und Toskana kann er ausschließen, und bei Holland hätte man zumindest Verdacht schöpfen können. Jauch warnt ihn mehrfach, doch Elf denkt sich nichts dabei, nimmt Holland (nur 1/5 der Landesfläche) und ist raus. Dann noch eine Geschichte, wie Slime in Kanada einen Bären getroffen haben, aber ehrlich, die Geschichte hätten alle in meiner Familie spannender erzählt, von wegen „groß machen“ und „vor Bären nicht weglaufen“. Dann geht’s für ihn nach Hause. Schade, ich hätte ihm mehr Kohle gegönnt, hätte gerne gesehen, wie er sich noch mehr zum Horst macht. Die meisten RTL-Zuschauer wissen nun, dass Punker nicht total dumm sind, keine bunten Haare haben müssen und verdammt alt sein können. Am Ende bringt er noch das schöne Oma-Zitat „hätte, hätte, Herrentoilette“ … schön sinnfrei, wie einiges. In diesem Sinne!


5 Antworten auf „Elf (aka Michael Mayer) bei „Wer wird Millionär“ – Runde 2 (the final battle)“


  1. 1 Rischnach 21. Januar 2011 um 23:29 Uhr

    RAINER Langhans! Kann ja wohl nicht angehen. RAINER!

    Mich quält eine Frage: Wer wäre Telefonjoker gewesen? Ach, alles ätzend.

  2. 2 killerblau 22. Januar 2011 um 22:15 Uhr

    Ähm, er ist an der 64k€ Frage gescheitert, siehe da: http://killerblau.blogspot.com/2011/01/slime-gitarrist-elf-bei-wer-wird.html *klugscheiß* :D

  3. 3 Mika Reckinnen 22. Januar 2011 um 22:56 Uhr

    Ups, Danke für den Hinweis! Korrigiert …

  4. 4 killerblau 23. Januar 2011 um 0:26 Uhr

    Kein Problem. hast aber schon recht mit deinem Text :D Aber bei meiner Wahrnehmung treten die Kandidaten immer hinter die Fragen ;)

  1. 1 SLIME WIRD DOCH KEIN MILLIONÄR | Trashrock Blog Pingback am 26. Januar 2011 um 16:07 Uhr
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