(Lesung im) Spec Ops, Münster

BOOKSHOP Teil II – Poetry/Lyrik, Kurzgeschichten & Beats zur Eröffnung der zweiten Buchecke des Sepc Ops, Münster (15.08.2011)
Das Spec Ops (zur Homepage) ist ein kleiner, aber feiner Laden an der Von-Vinke-Straße (# 5-7) in Münster. Eigentlich genau so ein kleiner Laden, den jede Stadt, gar jeder Stadtteil irgendwo haben sollte. Das Spec Ops versteht sich mehr als Netzwerk, ist Café, Bar, Konzertort, Buchhandlung und Ort für Ausstellungen. Also alles irgendwie und nichts festes gleichzeitig.
Am 24. Oktober 2009 wurde das Spec Ops eröffnet, stilecht mit dem Oiro-Kneipentour-Film und einer Lesung des Drachenmädchen-Fanzines sowie einer Ausstellung von Christian Kock und Jan Middelhaufe (u.a. Enfold, Blood Robots) mit Konzertbildern. Seitdem sind fast zwei Jahre ins Land gezogen, zwischenzeitlich fanden Konzerte u.a. mit Captain Planet statt, die Fußball-WM und andere Spiele werden übertragen, der Kicker gerockt, Bücher verkauft und zum Lesen angeboten, Kuchen verkauft (im Facebook-Profil werden immer die aktuellsten Kreationen angeboten, mit Photos, die einer/m das Wasser im Munde zusammen laufen lässt), Parties gefeiert und hin und wieder finden auch Lesungen statt. So auch an einem sommerlichen Montag im August. Grund für die Lesung war die Eröffnung einer 2. Buchecke. Der Flyer warb für verschiedene Verlage wie Ventil, Verbrecher, vergaß aber leider den Kopfnuss-Verlag, klar, an dieser Stelle nachgeholt!
„Wir nähern uns immer weiter einem richtigen Buchladen an, immerhin konnten wir unser Sortiment nun ungefähr verdreifachen“, so die Ankündigung. „Hinzugekommen ist eine kleine Theorieecke, für die Zukunft solls dann noch ein paar mehr Kinderbücher geben. Ansonsten wie gewohnt Pop, Musik, Comic, Krimi, Belletristik und ein kleines bisschen Fußball.“
Für den Abend war dann ab 19:30 die Bühne bereit für Julja, die aus ihren Erfahrungen als Buchhändlerin plauerte. Sehr ammüsant und ich habe vor allem gelernt, dass die ISBN-Nummer das A und O ist und ich mir somit sämtlich peinlichen Stammeleien über Autor und Titel sparen kann.
Im Anschluss folgte meine Wenigkeit und dann gab es eine Pause, die mit seichter Musik überbrückt wurde. Schön war, dass auf der Leinwand im Hintergrund „Winter Games“, das alte AMIGA-Spiel lief, passend zu meiner Geschichte, die ich irgendwann mal hier hoch laden werde.
Peter Burns las im Anschluss eine Kurzgeschichte von H.P.Lovecraft, bevor Lustiger Bob sich mit Menscheninsekten beschäftigte, die Marcel und Inga böse mitspielten. Dass kann mal vorkommen. Die Ankündigung Mecklenburg-Vorpommern kaputt zu lesen wurde schon mal in den Raum gestellt (bin dabei! Ankündigung folgt!) und im Anschluss noch eine revolutionsromantische Geschichte von seinem Kollegen Ismael Diot zum Besten gegeben. Erneut eine Pause, bevor Slam Poetry Urgestein (also länger als Sarah Kuttner den Kram entdeckt hat) Andreas Weber las. Zwei sehr gute Kurzgeschichten. Die sollen demnächst veröffentlicht werden, watch out! Im Anschluss noch ein spannendes Gespräch mit ihm über Slam Poetries und deren Veränderung und Professionalisierung in den letzten Jahren.
René ONeill las einen langen Text über einen Besuch bzw. der Suche nach einem Friedhof in Wien, Arnold Maxwill über etwas anderem. Mist, ich und mein löchriges Gedächtnis. Jane Brückner begleitete ihn dabei zuerst und las im Anschluss Lyrik. Jetzt bin ich weiß Allah / Gott / Jehova kein Lyrik-Fan, doch vor allem die Stimme von ihr wirkte sehr charmant. Erinnerte mich an die „Ansagerinnenstimme“ bei Oma Hans / Kommando Sonne-nmilch. „Zitterpappel, Zitterpappel“.
Leider musste ich dann bei KatXyes, die aus „Was ich über Adolf Hitler gehört habe…“ las, das Spec Ops verlassen. Denn leider befindet sich das Spec Ops nicht in jedem Stadtteil, nicht in jeder Stadt, sondern (noch) nur in Münster. Dennoch, ein schöner und gelungener Abend.

Vier Dinge, die man über Münster wissen sollte:
1.) Bei rot über die Ampel gehen wird mit vernichtenden Blicken (auch von Studierenden) bestraft.
2.) Greenhell (File under: Plattenladen) macht um 19:00 Uhr zu. Da kann man noch einmal erwähnen, was man sucht und wird geholfen, aber dann ist Schluss!
3.) Spec Ops, reingehen, Kuchen essen, lesen!
4.) Flasche Krombacher 0,3l am Bahnhof Münster, 1,60 € (Preisvergleich: Dortmund, 0,5l Krombacher: 1,50 €).


3 Antworten auf „(Lesung im) Spec Ops, Münster“


  1. 1 mkorsakov 17. August 2011 um 21:47 Uhr

    Zu Münsters Getränkesituationsverteidigung: *IM* Bahnhof Münster kostet Bier vielleicht jenen Kurs, man bemühe sich keine 100 Meter die Bahnhofstraße hinunter und finde auf jeder Straßenseite mindestens einen Kiosk, der den gleichen, wenn nicht sogar günstigeren Getränkekurs führt wie die nobelsten Schuppen in Dortmund.
    Nicht zu vergessen die olle Westfalentanke in Richtung Gleis22 …

  2. 2 Mika Reckinnen 19. August 2011 um 11:23 Uhr

    Und ich war schon froh, dass ich im Bahnhof noch ne Taverne gefunden habe, die was verkauft hat. Aber stimmt, Westfalen-Tanke ist natürlich ein riesen PLUS, aber auch 5 Minuten weit weg, d.h. kurz vor Schluss hätte ich dann meinen Zug wohl doch verpasst … ;-)

  1. 1 Buch – Alex Gräbeldinger: Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl « Alleiner Threat – Ego-Fanzine Pingback am 26. August 2011 um 19:24 Uhr

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