Archiv für September 2011

Lesungen

Nach langer Recherche der Blog-User-Zusammensetzung hat sich der Autor dieser Zeilen und des Blogs entschieden, wieder an einer Tour zu partizipieren. Da die meisten Klicks auf diese Seite (nach Nigeria, Rumänien und Weissrussland – Touren in diesen Ländern folgen as soon as possible, nur die letzten Visa-Bestimmungen müssen noch geklärt werden) aus den Gemeinden Gadebusch, Rostock, Wismar, Schwerin und Neubrandenburg kommen, die Buchbesprechung des Alex Gräbeldinger Buches die meisten Klicks der Buchreviews bekam, habe ich mich einfach in dessen Tourplan zusammen mit dem Lustigen Bob eingezeckt.
Das ganze findet im Rahmen der Buchpremiere (des Zweitwerks) des Herrn Gräbeldinger mit dem Titel „Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen!“ statt.
See you in Nigeria next year, my friends!

15.10.11 Gadebusch, KUT (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
16.10.11 Rostock, Café Median (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
17.10.11 Wismar, TIKO (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
18.10.11 Schwerin, Komplex (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
19.10.11 Neubrandenburg, AJZ (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
20.10.11 Greifswald, IKUWO (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)

Weitere Dates mit dem guten Alex Gräbeldinger:
28.09.11 Bonn, Limes (+ Jimi Berlin)
29.10.11 Trier, Hong (+ Jimi Berlin + Schreng Schreng & La La)
31.10.11 Münster, SpecOps (+ Lustiger Bob)

Weltuntergang's Lesung mit Alex Gräbeldinger, Lustiger bob und Mika Reckinnen

Abfukk + Niveaulos Gut in Duisburg

Abfukk + Niveaulos Gut im Djäzz in Duisburg (24.09.2011)
Vor ein paar Tagen hatte ich die „Torpedo Moskau“ Platte (Malenkaja Rabota) endlich wieder für einen vertretbaren Preis (sprich deutlich unter 25 Euro!) im Internet entdeckt. Schon ärgerlich, dass man die Platte jahrelang liegen lässt und sich immer für andere Sachen entscheidet, in dem Moment wo man sie dann doch kaufen will, sie aber nicht mehr erhältlich ist. Einigen dürften vor allem der Song „Trauertränen“ durch die Coverversion von Turbostaat („Schwan“ LP) bekannt sein, auch Songs wie „Langweilig“ oder „Inkonsequent“ gehören meiner Meinung zu den zeitlosen Klassikern von Punk aus Deutschland / Hamburg. Also auf zu Slowboy Records nach Düsseldorf, den Kollegen Herder gleich miteingepackt. Slowboy Records hat ein sehr nettes, kleines Ladenlokal in Oberbilk, viele alte Schätze, allerdings auch zu „guten“ Preisen. Eher was für Sammler, als für Leute mit schmalem Budget. So findet man bei Slowboy auch zwei Leatherface-Platten (Cherry Knowle und Fill your boots), allerdings zu deutlich teureren Preisen, als wenn man auf sein Ebay-Glück spekuliert (und diverse Fehlversuche einkalkuliert). Egal, mit ein wenig Kleinod ging es dann fußläufig auf in Richtung Kiefernstraße, die ihr 30jähriges Jubiläum feierte. Nach den Fußball-Samstagsspielen eine schöne Gelegenheit die Straße zu besuchen, alles bei bestem Sonnenschein. Auf einer großen Bühne trällerte uns von Weitem schon ein Barde entgegen, den wir allerdings gekonnt ignorierten. Die Straße war voll mit Menschen aller Klassen (oder sozialen Millieus) und im Alter von 0 bis 99. Sehr schönes, alternatives Straßenfest, das mit unzähligen Buden und Flohmarkt-Ständen sowie Kinderbelustigungen unsere Aufmerksamkeit an sich zog (Flohmarktbeute: „Pogo in der Gegengrade“ LP – geschenkt – und 4 Futurama-Comics). Mittlerweile war ich bepackt, satt (geile vegane Dürüms) und der Bierdurst wurde auch bekämpft. Hinter dem AK47 gab es einen kleinen Biergarten, wo man sich von dem Trubel der Straße erholen konnte.
Allerdings nicht allzu lang, denn in Duisburg warteten schon Abfukk und Niveaulos Gut um das Djäzz zu rocken. Mustermensch , ein selbstverwalteter Kulturverein aus dem Plastic Bomb-Umfeld veranstaltet dort, mangels eigener Lokalitäten, häufiger Konzerte und andere „Events“ (Kackwort). Während auf der Kiefernstraße noch ein grausamer Crossover (file under: Verbrechen an der Menschlichkeit, regelmäßig begangen in den späten 1980er Jahren; auf dem Land [Ostwestfalen] bis weit in die 1990er Jahre hinein) enterten wir den Zug und ab zum Djäzz. Schande über mein Haupt, aber es war mein erster Besuch in dieser durchaus netten, kleinen Kneipe in der Duisburger Innenstadt. Ich glaube, ohne das Djäzz wäre die „alternative Szene“ (und „Alternativ“ hier mal so weit gefasst, wie nur möglich. „This is Duisburg, not Berlin“) in Duisburg, aber auch im ganzen Ruhrgebiet eines wichtigen Ortes beraubt. Die Demonstrationen mit mehr als 500 Personen für den Erhalt sprechen da sicherlich Bände (Link: Der Westen – WAZ). (mehr…)

Tim Barry + Josh Small in Essen

Tim Barry + Josh Small + Captain’s Diary im Cafe Nova in Essen (23.09.2011)
Darauf freute ich mich schon länger, der ehemalige Sänger von Avail sollte im Essener Norden die kleinen Bühnenbretter im Cafe Nova besteigen. Avail waren um das Jahr 2000/2001 eine meiner absoluten Lieblingsbands. Vor allem mit den beiden Alben „Over the Jams“ (mit meinem Lieblingssong „August“) und „One Wrench“ (mit vielen Hits) hat sich die Band in mein Herz gespielt. Wuchtiger und dennoch melodischer Hardcore, der meist druckvoll gespielt, und so in dieser Form einfach nur Spaß machte. Vor allem die Stimme von Sänger Tim Barry ragte aus den vielen Veröffentlichungen auf Lookout und Fat Wreck (auf diesen Label erschienen die Alben) deutlich heraus. Er war dann im Jahr 2006 auch einer der ersten (ungefähr zeitgleich mit Chuck Ragan), die mit Akustikklampfe und kehliger Stimme eine von Country & Folk beeinflusste Platte („Rivanna Junction“) veröffentlichte, die im Punk/Hardcore-Umfeld größere Beachtung fand. Ich muss zugeben, dass ich dem Stil Country-Folk durch ehemalige Punk/Hardcore-Sänger sehr offen gegenüber stehe. Sowohl Against Me! (die alten Sachen) als auch Chuck Ragan, Ghost Mice, Whiskey & Co. und Drag The River, Mike Ness sowie Yesterday’s Ring halte ich für großartige Musiker, die viele Songs zur Untermalung der jeweiligen, mir eigenen Stimmung geschrieben haben. Frankie Stubbs (Leatherface) sticht da sicherlich noch mal am deutlichsten heraus, einfach weil seine dunkle, tiefe Stimme großartig ist, doch auch Tim Barry gehört auf jeden Fall ebenso wie Chuck Ragan zu den Königen des Genres, meiner Meinung nach.
Da sich mein Geschmack, zum Glück, häufig nicht mit der Meute deckt, war ich gespannt, wie viele Menschen zu Tim Barry kommen würde. Zwischen 20 und 200 konnte ich mir alles vorstellen. Dass es am Ende knapp 100 Leute waren, war dann dennoch die erste positive Überraschung. Da im Cafe Nova Konzerte schon um elf beendet sein müssen, war um halb neun der erste Gitarren-Virtuose schon wieder von der Bühne. Doch seien wir ehrlich, dreimal Akustikpunk an einem Abend, das wäre wohl dem Guten auch zu viel gewesen. Es folgte Josh Small, der dem einen oder der anderen vielleicht bekannt sein dürfte, da er Mitglied von Tim Barry’s Begleitband ist. Er hat aber auch selbst mit „Tall“ ein Album auf Suburban Home Records (Link und Informationen) veröffentlicht. Live war das stark an Blues angelegter Folk, der wenn auch kurzweilig nett anzuhören war, auf Dauer mich langweilte. Klarer Fall von „Mixtape-Song-Länge“. Durch den Bezug zum Blues hatte er auch deutlich weniger Energie im Vergleich zum Hauptact des Abends. Das Publikum nahm es allerdings dennoch begeistert auf und gegen Ende unterstützte Tim Barry ihn mit zweiter Akustikgitarre. (mehr…)

Generators + Benzin in Gütersloh

Benzin und The Generators in der Alten Weberei in Gütersloh (02.09.2011)
Wegen einem Konzert der Generators durch die halb Nordrhein-Westfalen zu düsen, die Zeiten sind längst vorbei. Die Kalifornier, die dereinst mit „Welcome to the End“ und der Single „Dead with Sixteen“ durchaus einige formidable Tonträger veröffentlichten („Burning Ambition“ sollte auch noch genannt werden), haben mich am Ende meiner „Teenie-Zeit“ durchaus im Jugendzimmer begeistern können, doch spätestens seit Mitte des ersten Jahrzehnts mit einer „2″ vorneweg, ist die Band an mir vorbei gegangen. Ich weiß, dass Cable Street Beat sie noch einige Male nach Gütersloh eingeladen hatten, doch mindestens einmal wurde das Konzert recht kurzfristig abgesagt.
Egal, nach Gütersloh fahre ich also nicht wegen Bands, sondern um alte Freunde und die Jungs und Mädels von Cable Street Beat (CSB) zu supporten. Man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig CSB für Kultur in Gütersloh ist! Wenn CSB nichts mehr machen würde, wäre das ein großer Verlust für die Stadt und den ganzen Kreis, denn ansonsten passiert an „alternativer Kultur“, die eine überregionale Bedeutung hat, fast gar nichts mehr in Gütersloh. Cable Street Beat – strictly antifascist – ist so eine Art Fels in der Brandung der Langeweile. Dakne dafür und Danke, dass ihr mich seit fast 1,5 Jahrzehnten bestens unterhaltet! Hut ab! (mehr…)