Mecklenburg-Vorpommern Lesetour: Tag 3 – Wismar

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
TiKo, Wismar (17.10.2011)

Spätnachmittags geht es weiter nach Wismar. Ein Ort, der mir außer von Werften her gar nichts sagt. Also gespannt und schon bei der Ortsdurchfahrt (File under: Kuh’s Best!) Begeisterung, wir hängen in der Stadt! Also, jetzt nicht persönlich, nachdem wir über den Marktplatz geschleift worden sind, sondern unsere Poster. So fühlen sich also Günther Grass und Wiglaf Droste (File under: Haha!). Oder auch nicht!
Auf der Suche nach einer Sparkasse entdecken wir auch den schönen Marktplatz. Unschön: es gibt Konkurrenzprogramm, „Pokern bei Mutti, ab 20:00″ hören wir, wird über den Marktplatz gerufen, bevor das tiefer-breiter-härter Auto verschwindet.
Der Abend wird dann auch sehr nett. Zum einen kommt eine meiner ehemaligen Mitbewohnerinnen mit Freunden (Grüße!). Leider bin ich etwas platt und Gespräche mit mir etwas zähflüssiger, als sonst, dennoch freue ich mich sehr! Das TiKo selbst ist eine Groß-WG mit vielen unterschiedlichen Mitbewohner/innen und einem Kulturprogramm inklusive Konzerte, Kino, Parties und in diesem Fall: Lesung!
Gestärkt mit Wurstnudeln (Spaghetti vorm Kochen durch Wurstscheiben stechen und alles kochen – Vegan Nightmare) geht’s los und erneut ein aufmerksames Publikum und der Start in einen guten Abend. Hätte persönlich nicht damit gerechnet, dass an einem Montagabend in Wismar sich 20 Leute versammeln, um uns drei Honks beim laut Vorlesen zu hören.
Wie degeneriert und abhängig wir allerdings mittlerweile von Jenny geworden sind, beweisen zwei Anekdoten. Zum einen verlassen wir uns schon fast blind auf Jenny, dass sie Autoschlüssel, Zimmerschlüssel und alles andere aufbewahrt. So fällt mir zum Beispiel fünf Minuten nach Verlassen der Wohnung in Rostock auf, dass wir vielleicht einen Schlüssel hätten mitnehmen sollen. Jenny hatte aber längst dran gedacht!
Noch härter: Alex kann auf der Bühne einen seiner Texte nicht finden, erzählt lang und breit von „Ersatzausdrucken“, hat aber genau jenen zu lesen wollenden Text ebenfalls vergessen. Jenny schafft es dann mit einem kurzen Blick den gesuchten Text aus einem Stapel zu ziehen und der Abend kann – nachdem wir uns die Tränen aus den Augen gewischt haben vor Lachen und Rührung – weitergehen. Ich befürchte allerdings, dass, wenn unsere Degeneration so schnell weiter von Statten geht, wir Ende der Woche nicht mehr alleine Atmen, Essen, Trinken und Scheißen können. Zum Glück kommt es anders.
Nachdem ich zwischen 19:00 und 2:00 Uhr eigentlich die ganze Zeit platt und müde bin, drehe ich passend danach auf und bis 6:00 gehört die Bar am Abend uns. DJ Lustiger Bob sowie der Rest im Auditorium freut sich. Wir diskutieren noch über Muff Potter und ob es Scheiße war, dass sie bei der Industrie gelandet sind. Dann kuschelt sich der Lustige Bob in seine Schwanenbettdecke und der Rest entschlummert ebenfalls friedlich.

Teil 1 in Gadebusch hier
Teil 2 in Rostock hier


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