Mecklenburg-Vorpommern Lesetour: Tag 4 – Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
Komplex, Schwerin (18.10.2011)

1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz sinkend. Wie in den Städten Essen, Dortmund und Duisburg, ebenfalls 1,6 Millionen Menschen, Tendenz sinkend. Nur, dass die Bimmelbahn von Dortmund nach Duisburg eine halbe Stunde braucht, von Neubrandenburg bis Wismar wahrscheinlich Stunden. Aber egal, denn wie auch im Pott scheinen sich alle Aktiven zu kennen. Hin und wieder schieben sie sich gegenseitig schon Attribute geben wie „politischer“, „hippiemäßiger“, „punkiger“ etc. zu, aber es wirkt nie unfreundlich. Man kennt sich halt. Egal, Schwerin – so sagte man uns – habe außerdem Komplex nicht viel zu bieten. Dennoch machen wir die Touri-Tour mit Schloss und Innenstadt. Schließlich ist im Schloss der Landtag und dieser wird von einem waschechten Westfalen (aus Bochum) angeführt. Nandus, Westfalen, was kommt als nächstes?
Dieser Schlossfürst auf jeden Fall ließ sich leider nicht blicken, dafür machten wir erhabene Photos und freuten uns über kaltes, aber klares Wetter. „Steife Briese“, wie man woanders sagt.
Dafür verfahren wir uns ständig in der Innenstadt. Erste „Bekannte“ lachen uns zu und winken uns. Großartig! Wir entdecken ein Plakat neben Wiglaf Droste, unglaublich. Einer der besten Buchtitel aller Zeiten: „Wir hacken uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi“. Buch ist allerdings nicht so gut wie der Titel. Kann es aber auch gar nicht sein!
Im Komplex bekommen wir großartige Tapas und Bier, dann lesen wir. Das Publikum ist hier leider wieder etwas verhaltener, ruhiger. „Politischer“? Ich habe das Gefühl, dass meine Texte irgendwie gar nicht zünden, was aber eigentlich auch egal ist. Beim lustigen Bob scheint es irgendwie ähnlich zu sein, Alex bekommt noch das Beste Feedback. Zumindest subjektiv aus meiner Warte. Dabei haben wir sogar bei der Raumgestaltung (Seminar-Raum für politische Bildungsarbeit) erstmals mit einer PowerPoint aufgepeppt. Photos aus MeckPom sind zu sehen, die wir als Hintergrundkulisse noch schnell zusammenbasteln.
Nach der Lesung ist vor der Feierei. Es geht erneut in eine Punkerkneipe (SN-Punx), wir kickern uns um Kopf und Kragen und versacken nach deren Schließung im Schlafraum mit einigen Leuten aus Gadebusch, Rostock und von sonstwo. Es werden gute Geschichten ausgetauscht (Flasche aus Auto geworfen um Ortsschild zu treffen, stattdessen Leitplanke, Flasche zurück, Windschutzscheibe im Arsch. Wie bringe ich das der Versicherung bei?) und beinahe wird uns der Bob geklaut (File under: Udo Jürgens-Phänomen zur „16 Jahr, blondes Haar“-Phase).
Das allabendliche Steigerungsspiel der Abarten lautet bisher wie folgt: Sexist, Frauenschläger, Kinderschänder. Unschön!

Teil 1 in Gadebusch hier
Teil 2 in Rostock hier
Teil 3 in Wismar hier


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