The Go Signals in Mandaluyong City

The Go Signals in Boni-Station in Mandaluyong City (11.12.2011)
Der 10. Dezember ist der jährliche Tage der Menschenrechte. Ein Tag, an dem Opfern von Menschenrechtsverletzungen gedacht wird, ein Tag an dem Regierungen überall auf der Welt ihrer Verpflichtungen erinnert werden, diese Menschenrechte zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Sowohl in Deutschland als auch in den Philippinen ist dies generell immer ein Tag, an dem die Zivilgesellschaft, Organisationen wie FIAN oder Amnesty International, zu Demonstrationen, Kundgebungen, etc. aufrufen. In den Philippinen war vor allem in der Woche vor dem 10. Dezember (ein Samstag) Veranstaltungen organisiert worden. Am 11. Dezember fanden in vielen Hochbahn-Stationen über das Stadtgebiet von Metro Manila Konzerte zu unterschiedlichen Thematiken statt. Konzerte gegen Hunger, Umweltzerstörung, die Verbreitung von HIV/Aids, für Erziehung, Gendergerechtigkeit etc. Alles im Kontext der Menschenrechte und um über das Thema aufzuklären. In der Boni Station spielten u.a. mehrere Ska- und Indiepunkbands sowie die philippinische Mod-Band The Go Signals.
Go Signals
The Go Signals haben 2011 auf Paisley Cloud Records ihr Album „Secrets & Lies“ veröffentlicht. 11 Songs, die so klingen, als wären The Jam in der Neuzeit angekommen. Melodischer Punkrock, Harter Brit-Pop, Mod eben. Außer the Movement aus Dänemark fallen mir eigentlich keine weiteren Bands ein, die Mod auch im Jahr 2000+X spielen können, ohne wie eine schlechte Retro-Variante des Originals zu wirken. Vielleicht gibt es überhaupt neben The Jam, The Movement, Lambrettas und Go Signals kaum Bands, die diesen Stil authentisch und gut rüberbringen. Go Signals hören, versetzt ein in diesem komische Gefühl, am liebsten den Asi von nebenan von seinem Scooter zu boxen und mit dem Ding nach sonstwo zu fahren.
Vor der nicht vorhandenen Bühne in der Boni Station versammeln sich ca. dreißig Leute, hinter den Toren noch weitere. Viele Leute, die vor der Bühne stehen, scheinen wegen der Musik hier zu sein. Andere sind Bands, die vorher schon gespielt haben oder danach noch ranmüssen. Die Bands vorher, u.a. eine okaye Skapunkband, haben vor weniger Leuten gespielt, doch Go Signals schaffen es, die Meute zu halten. Einige sind Passanten, die in Richtung sonstwo wollen, verzichten auf die Weiterreise.
Go Signals spielen ein feines Set. Im Gegensatz zu anderen Bands schaffen sie immer wieder Verknüpfungen zum Thema „Gender Equality“. In jedem Land, in dem die katholische Kirche starke Strukturen und eine große Anhängerschaft besitzt, ist es schwer, Gendergerechtigkeit und -gleichheit durchzusetzen. Generell sind außer zwei Plakaten allerdings keine weiteren Informationen zu bekommen. An anderen Stationen soll das besser sein, wobei sich die Infos meist auf einem Niveau bewegen, das ich nicht allzu hoch bewerte. Go Signals geben zumindest über das Mikro Infos weiter. Musikalisch ist das wie immer astrein und schön zu hören. Füße widmen mit, entspannte Musik, melodisch und gut.
Go Signals in Boni Station
Dass allerdings während meines Aufenthalts mein Ticket ausläuft, war mich allerdings nicht bewusst. Nachdem Set fahre ich in Richtung Heimat auf Zeit. Beim nächsten Wechsel der Bahn stehe ich vor verschlossener Schranke. Trottelig, aber sympathisch anstellen hilft dann immer. Der Securityguard winkt mich durch, denkt sich „trotteliger Westler“ und alle haben ihr Gesicht gewahrt. Ich habe 20 Cent gespart und grinse. Gutes Konzert!


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