Archiv für Februar 2013

Fanzines – Der gestreckte Mittelfinger #7

Der gestreckte Mittelfinger #7
„Schling Dein Essen nicht so. Du musst auch mal genießen lernen!“ Solche Sätze mag der eine und die andere aus Elternmunde kennen. Schokolade, Eis, Limonade, zack, zack, weg isses! Gute Sachen kann man genießen, aber meistens konsumiert man es schnell. Ein Junkie wartet ja auch nicht auf den richtigen Moment, um sich dann – oh wie schön – nen Schuss zu setzen. Was früher Schokolade war – naja, eiskalt gelogen: ist immer noch so mit Schoki – sind heute Fanzines, vor allem wenn sie so gut sind wie der Gestreckte Mittelfinger. Ratzfatz durchgelesen, alles auf einmal, zwar nicht verschluckt oder einen Brillenriss bekommen, aber nach drei Tagen viel zu schnell durch mit dem guten Ding. Selbst die Reviews – restlos rausgelesen!
Den werten Kollegen Falk Fatal schätze ich sehr. Sein Fanzine, dass den schönen Untertitel „Analoger Newsletter – von Kidpunx für Kidpunx“ trägt, ist eines der besten deutschsprachigen Fanzines. Klassisches A5-Format, 88 Seiten, Band-Interviews, Erlebnisberichte, Gedanken, Kurzgeschichten und Reviews. Dazu kommt ein punkiges Layout, dass dennoch in der Moderne angekommen ist. Weniger Pritstift und Schere, dafür aber übersichtlich und dennoch mit Liebe ins Detail.
Ein Highlight ist auf jeden Fall gleich zu Beginn der Bericht über den „geheimen Rosengarten“, dem teuersten Bau-Projekt des Staates. Hier schmeckt man den Kalten Krieg, die „German Angst“, der verbissene Gedanke: „wenn die das machen, was machen wir?“ Sehr gut liest sich auch der Rückblick, wie der Herr Fatal ein Nessie wurde, also ein Mike Ness Fan. „White light, white heat, white trash“ ist natürlich ein Meisterwerk, aber das „Live at the Roxy“ darüber zu stellen – obwohl es natürlich ebenfalls ein großartiges Album ist – ist mutig. Würde ich so nicht unterschreiben, auch wenn ich das Live-Album wohlwahrlich ähnlich häufig gehört habe. Der Rückblick in die 90er ist daher spannend, da der Mittelfinger nun auch schon 11 Jahre aktiv ist und wer kann besser einen Rückblick und ein Abgefeier niederschreiben, als der Mann aus der gehassten Nachbarstadt Frankfurt – Jan „Trust“ Röhlk. Das gelingt ihm natürlich fabelhaft.
Die Interviews sind auch gut, das Smogtown interessiert mich weniger, aber Kotzen (Nachfolger von Der Trick Ist Zu Atmen) sind großartig. Schade, dass sie keine Platten veröffentlichen, doch schön, dass sie sich nicht scheuen, kontroverse Sätze abzugeben. Es knüpft auch an das letzte Spezial zum Thema Geistige Eigentumsrechte an, wozu auch das Interview mit Werecrow vom „Ya-Can‘t-Go-Home-Blog“ gehört.
Dazu kommen Bericht über einen neuen alternativen Laden in Wiesbaden, die Kulturkneipe Sabot, einen Artikel über Christenpunks (den man auf Englisch auch im aktuellen alleiner threat #03 nachlesen kann) sowie Kurzgeschichten und Kolumnen von Bäppi (gute Selbstreflexion, die man leicht übernehmen kann), Falk (Sunday=Funday) und meiner Wenigkeit.
Bevor es dann in die Reviw-Sektion geht, gibt’s noch eine Mocktery über das „neue“ G. Wallraff-Buch, in der GG Wallraff als Scumpunk schonungslos aufklärt, wie es im Leben eines kotzenden, alkoholkranken, sexistischen, ekligen Scumpunks zu geht. Hoffe da auf RTL und die realistische Umsetzung!
Alles in allem kann man 1,50 € nicht besser anlegen. Wo legt man die an? Hier: www.trashrock.de

Fanzines – Ont Road #18 / Split With: Go Fuck Yourself

Ont Road #18 / Split With: Go Fuck Yourself
Thanks to Chriz of Try to Wake Up With A Smile On Your Face I got my dirty hands on that great split zine! Somewhere in the back of my mind, there isn‘t only „Springtime“ and some other great Leatherface tunes, but I also remembered that I got a copy of an older number of that zine some years ago. I reviewed it for Trust Fanzine in 2010 or 2011, the number #13 then. The review was:

    Ont Road #13 / Go fuck your self Split-Fanzine
    Split Fanzines are great! Especially this one! Ont Road writes about a Europe-Tour through East Europe with Pisschrist, reviews the new Leatherface Vinyl in a very long, honorable way (how it should be reviewed) and talks about the new record of the Manic Street Preachers. Also sports are included in his part of the split zine. He writes about the WDF Dutch Open 2009, a Dart tournament in the Netherlands. Go fuck your self writes short notices and stories about places he travelled, from St. Petersburg to Beijing and through the USA (L.A., New York to California). As a plus he adds an interview with Thou from Baton Rouge, a band I haven’t heard off before

So, a few years later I‘m having this number and I started with the Ont Road part of it, because he toured with Leatherface through East Europe, especially Poland, Lithuania, Estonia, Latvia and Finnland (not East Europe, okay). Me and AC saw Leatherface in Siegen before (Link) and I really enjoyed the show. Sadly AC mentioned after the show, „maybe it was the last time to see them“ and maybe she’s right. Damn!
Nevertheless, I really liked this tour report, because it gave a deep inside view to the band, I love that much! He is also writing about an older trip through the Baltic States (2003). The interview with One Way Ticket To Cubesvilla Zinester Richard is a nice read, also the story why cops are bastards. I didn‘t like the Manic Street Preachers article, but it’s because I don‘t care about the band. But, the highlight beside the Leatherface tour report was the article about Mülheim an der Ruhr and having beers there. And he brought something about German AZs/AJZs and other alternative locations straight to the point: „Furthermore, my experience with German strangers is mostly negative. They are an unfriendly nation, and add to the fact that we were in an autonomous zone, where flirting and trying it on are considered acts of sexual assault, it wasn‘t the best place to be for someone going on their own. German, PC, and Anarchist is hardly a desirable ménage a trois.“ True words, true words – and in the same moment I felt ashamed!
The other half of the zine is with travel reports by „Go Fuck Yourself“ which is quite okay, but I had to make some breaks here and then. Its about travelling in the US and gives really detailed reviews of the journeys, sometimes more interesting, sometimes less interesting. But also good! Sadly, I haven‘t been to the states yet and I think compared with the Ont Road part, I think I favor European or Asian zines, dunno why! Maybe it’s the kind of writing, on the other side, Aaron Cometbus and others were also brillant US Zinesters.
Okay, let’s bring this to an end! Great zine, you should not miss!
You can also download older issues here to check them out: http://punksishippies.blogspot.com
For this issue please write to: ska1ska@yahoo.com or thirteenthirtytwo@hotmail.com

Knochenfabrik + Robinson Krause in Köln

Knochenfabrik und Robinson Krause im Sonic Ballroom in Köln (07.02.2013)
Was haben die Leibeigenschaft, Hexenverbrennung und Karneval gemeinsam? Richtig, sie alle waren im Mittelalter beliebt. Während natürlich Leibeigenschaft und Hexenverbrennung aus politischen Gründen nach und nach verboten wurden, hat es Karneval geschafft, sich über die Zeit zu retten. Einige der damaligen Witze werden heute noch im Rahmen von Fassenacht, Karneval oder anderem Klamauk immer wieder zum Besten gegeben. Zum Besten? Folterzwecke, schätze ich!
Jetzt hat es mich in die Karnevalshölle Köln gezogen. Unter einem miesen Vorwand habe ich mir an Karneval noch Besuch erheischen können („ich habe noch eine Karte für Knochenfabrik“) und weil ich nicht im Sonic Ballroom lebe (bzw. leben darf), müssen wir an Weiberfastnacht auf die Straße. Schon am S-Bahnhof in Kalk sind 80 Prozent der Anwesenden besoffen und verkleidet. Eine furchtbare Kombination. Wir hatten vorgesorgt und uns etwas Bier scho neingeflöst, nüchtern auf die Straßen zu Karneval? Nicht auszuhalten! Und was man auf den Straßen sieht, ist das nackte Elend! Oder das kostümierte Elend!Zum Beispiel trägt ein Typ einen Schottenrock, unter dem ein ca. 40cm langer Stoffpenis herunter baumelt. Ich meine, wie unwitzig ist das? Und das Schlimmste, der Typ trug auch noch ein Höschen unter dem Rock, was für ein beschissener Schotten-Fake!
Die S13 Richtung Ehrenfeld ist dann auch so voll, als würde Rot-Weiß Essen in der Stadt spielen. Oder es gäbe irgendetwas umsonst. Furchtbar! Menschen, an Menschen, an betrunkenen Menschen!
In Ehrenfeld raus und auf dem Weg nur Trümmer von Menschen bzw. Jugendlichen gesehen. Stil ist halt eben nicht das Ende eines Besens. Im Sonic Ballroom dann aber ein sehr angenehmes Bild. Nur wenige sind verkleidet, die Stimmung ist gut und ausgelassen. Ein paar Jever fließen! Robinson Krause fangen an und wie sagt es AC: „Irgendwo zwischen gut und Montreal!“ Ich muss lachen, das trifft es. Ein bisschen witziger, deutschersprachiger Funpunk. Leider etwas mehr Montreal als gut, wie ich finde, aber nicht so nervig, dass es mich raustreibt. Dennoch, fast alle warten auf Knochenfabrik!
Claus Lüer, Knochenfabrik, Sonic Ballroom
Es war das dritte Konzert nach der Re-Union, dem ich beiwohnen konnte. Das erste vor einigen Jahren in Karlsruhe war schon okay, auf dem Ruhrpott Rodeo 2011 habe ich sie verquatscht, aber auch nicht viel verpasst, aber was jetzt im Sonic Ballroom passierte, war großartig! Mit „Willy über Wiesen“ anfangend, „Schwer wie Blei“ nachfolgen lassen, dazu alle Hits wie „Obdachlos & Trotzdem Sexy“, „Der Nackte Golfer“, „Filmriss“, „Grüne Haare“, es war einfach großartig! Der ganze Laden bebte, gefühlt die Hälfte der Anwesenden war am Tanzen, fast alle sangen oder gröhlten die Texte mit. Die Band in guter Laune, ein paar Karnevals-Polemiken mit Song-Widmungen für (hoffentlich fiktive) Menschen, die sich für wahlweise den Turnverein, Karneval oder sonst wem verdient gemacht haben.
Dazu aber dennoch alles ohne Stress, friedlich, ausgelassen und dazu einen Platz an der Theke, sodass es zwischen Tanzen, Mitsingen auch immer die Möglichkeit gab, den Akku wieder aufzufüllen.
Im Anschluss noch bis zum Ladenschluss mit netten Leuten gequatscht (Grüße) und dann volltrunken ins Bettchen! Ein großartiger Abend!
Knochenfabrik Sonic Ballroom
Edit:
Noch ein kurzer Nachtrag und beinahe vergessen: Als Zugabe gab es noch den großartigen Song „Toni Schumacher“, der Mann, der Meppen weit über das Emsland bekannt machte. Was aber auch schön zu sehen und zu hören war, bei diesem Hit waren nur die wenigsten textsicher.

Anti-Flag und Amnesty International

Anti-Flag und Amnesty International
Am Freitag erscheint die neue Single von Anti Flag feat. Donots feat. Mitglieder von Billy Talent (Ian D‘Sa) und Beatsteaks (Bernd Kurtzke). Das Ox-Fanzine (Homepage) postet die Werbung in sozialen Netzwerken, Bocky vom Punkrock-Fanzine (Homepage) schreibt im selben Netzwerk: „der Song zur geilen Aktion hat auch ein Video, das ihr jetzt schon anschauen könnt. Und Freitag nicht vergessen: Kaufen, kaufen, kaufen = Supporten!“, das Plastic Bomb hat schon im Januar ein Feature gemacht (Link zum Artikel) und alle reihen sich ein.
Okay, nehmen wir erstmal die Grundidee: Amnesty International ist die größte Menschenrechtsorganisation der Welt! Menschenrechte = eine gute Sache, keine Diskussion. Auch Amnesty International selbst ist als Kooperationspartner für kleinere Organisationen, wie die für die ich arbeite, durchaus ein interessanter Partner. Generell also durchaus eine unterstützenswerte Sache, wobei Amnesty International von allen Menschenrechtsorganisationen, die ich kenne, auch die bürgerlichste ist und sicherlich keine radikalen Forderungen stellt. Mt Amnesty International ist es egal, wie Armut und Reichtum in dem Land verteilt sind, solange die Menschenrechte eingehalten werden. Freilassung von (einigen?) politischen Gefangenen, Abschaffung der Todesstrafe, Einhaltung der Menschenrechte, seien wir ehrlich, bei meinen (sehr wenigen) Treffen im Bundestag einige ich mich darauf auch sofort mit Abgeordneten von CDU/CSU und FDP. Das sind nun mal gesellschaftliche Mindeststandards. Vor allem der Fokus auf die zivilen, bürgerlichen Rechte (der bei Amnesty International auch aufweicht) drängt andere Rechte, wie die Fragen nach „Recht auf sich zu ernähren“, „Recht auf adäquate Unterkunft“ etc. in den Hintergrund (die so genannten WSK-Rechte, also wirtschaftlich, sozialen und kulturellen) – mit diesen haben konservative Kräfte größere Probleme, denn was heißt es, ein Recht auf Arbeit zu haben? Oder ein Recht, auf angemessene Ernährung? Sind dann Lebensmittelgutscheine für Asylbewerber/innen oder Sanktionen in dieser Richtung gegen HartzIV-Empfänger/innen nicht sogar Menschenrechtsverletzungen??? Hat eine Agentur für Arbeit dann nicht die Pflicht jemandem menschenwürdige Arbeit zu beschaffen und nicht anders herum Sanktionen uszusprechen, wenn der/die Betreffende keine Arbeit findet???
Also, etwas hart formuliert, „Punk tut auch dem Spießer gut“ (Duesenjaeger), das ist mit Menschenrechten nicht anders!
Aber wie gesagt, das ist Kritik auf hohem Niveau und Amnesty International gehört auf jeden Fall zu den unterstützenswerten Organisationen, Punkt! Mir geht’s hier eher darum, dieser einseitigen Abgefeierei auch durchaus andere Denkansätze zu geben.
Kommen wir zu den Bands: Anti Flag habe ich vor zig Jahren mal auf dem Stemweder Open Air gesehen und ihre Art von politischem Kinderpunk ist durchaus okay. Einige Hits auf alten Alben, ein wenig zu glatt nun. Ähnliches gilt eigentlich auch für die Donots, nur dass ich die ein paar mal mehr live gesehen habe, so in den späten 90ern, als ich noch so gerade Teenager war. Billy Talent finde ich wie die Beatsteaks zum kotzen – meine Meinung! Das schon ewig. „Eigentlich müsstest Du doch voll auf die Beatsteaks abfahren, ist doch genau deine Musik“ – genau die Diskussion habe ich schon vor über zehn Jahren geführt und dennoch: Nein, sie gefallen mir nicht!
Dass diese Schwergewichte sich zusammen tun und einen Charity-Song schreiben ist an und für sich dennoch etwas Gutes. Anti Flag sagen dazu: „Inspiriert vom Schicksal von PUSSY RIOT und unter Mithilfe einiger guter Freunde hoffen wir, dass wir mit die Message von ’Toast To Freedom’ an Menschen herantragen können, deren Ohren bisher verschlossen blieben. So wie uns PUSSY RIOT inspiriert haben, im Angesicht von Unterdrückung und Ungerechtigkeit niemals aufzugeben und niemals zu schweigen, hoffen wir, mit diesem Song Ähnliches vollbringen zu können. Das hier ist unser Ruf nach Freiheit.“ Da lehnt sich jemand weit aus dem Fenster, muss ich sagen, Pathos, Pathos, Pathos, aber wenn es auch nur eine handvoll Teenager (und/oder Ältere) weltweit dazu bewegt, sich für Rechte von Entrechteten einzusetzen, ziehe ich meinen Hut. Dann hat sich der Song schon gelohnt.
Kommen wir zu dem Song. Und der ist echt so dermaßen offensichtlich auf „Punkrock-Hitparade“ komponiert, das einem schlecht wird. Ich habe ihn zuerst mit Lars gehört und wir haben beide zuviel bekommen. Zwischen Lachen und Weinen! Eine vollkommen offensichtlich berechnende Hymne mit allem, was dazu gehört. Ein beklopptes Solo, ein paar „Hey’s“ und „Aaahs & Ooohs“ an der richtigen Stelle, ruhiger werdend, schneller werdend … ach, Knochenfabrik haben das mal in ihrem Song „Sinnloses Lied“ auf den Punkt gebracht („die Melodie ist ziemlich schön, weil sie ins Ohr muss – das ist wichtig, denn sonst ist das Lied kein Hit“). Und da es so ist, regt mich der Song auf. Lars hat ihn nicht mal komplett ausgehalten! Dazu ein wenig „Live Aid“-Gefühle im Video, das ein wenig Studio, ein wenig Live, ein wenig Gesichter der Band(s) bietet. Ehrlich gesagt, das Video ist schon eine Art Selbstinszinierung! Warum nutzt man den Raum nicht, um auf Schicksale von Opfern von Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen? Dazu eine Seite oder einen Link mit „Urgent Actions“, also der Protestbrief-Form, die das Medium sind, wie sich Amnesty für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen einsetzt!? Stattdessen die Fressen der Bands … „wir sind die Guten“, schreit es einen entgegen. Und das macht die ganze Sache für mich nahezu unerträglich! Denn, worum geht es? Es geht darum, Amnesty International zu huldigen? Warum dann so eine Selbstbeweihräucherung? Das Video hat zu diesem Zeitpunkt über 50.000 Klicks (am Mittwochabend vor dem Release), warum wird da politische Message verschenkt? Vielleicht, weil da nicht Aktivist/innen am Werk sind, sondern Musiker oder Gutmenschen? Bob Geldorf-Scheiße für Punks, und die werden es wohl fressen!

[Ab hier am 9. Februar 2013 noch mal editiert]
Vielleicht mit ein wenig Abstand noch mal ein Fazit unter den Text. Generell ist die Idee des Songs eine gute Sache, aber bei der Umsetzung hätte es auch gerne weniger „sich selbst präsentierend“ sein können und tatsächlich politische Inhalte auch im Video stärker betont werden können. V.a. wenn es tatsächlich um Pussy Riot oder andere konkrete Opfer von Menschenrechtsverletzungen geht, hat man zumindest mit dem Video eine große Chance verpasst, auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Ebenfalls finde ich den Song ziemlich belanglos, aber das ist halt eine Geschmacksfrage. Am Ende werden es viele mögen und hoffentlich kommt für Amnesty International ein guter Betrag dabei herum.

Der Text:
VERSE 1
How delicious is the winning of her kiss – Bind her love to eternal bliss – She’s the greatest power in the universe – Freedom

Her touch will feed your real hope – In the darkest of days and on the steepest slope – Let your good heart and kindness fill her temple – Freedom

BRIDGE
Nobody’s free until everybody’s free – We walk a long winding road, sail the raging seas – No prison cell, no censorship hell -Can claim our obedience and love

CHORUS
Here’s our toast to freedom – To human rights and dignity – Love, respect and forgiveness – United in the dream for victory – Here’s to the battlefields for justice – Of the tortured, banished and enslaved – To the selfless spirit and commitment – To our brothers and sisters in the grave

VERSE 2
She hurts when sovereigns and parliaments meet – To shackle more chains about Liberty’s feet – When the rulers cast the votes they can not spell – Freedom

Her open eyes desire nothing but the truth – The soul of mankind, untainted youth – Yes, for this I will stand up and fight – Freedom

BRIDGE 2
Nobody’s free until everybody’s free – We walk a hard road, sail the raging seas – No prison cell, no censorship hell – Can claim our obedience and love

CHORUS

SOLO

BRIDGE 3
Nobody’s free until everybody’s free – Together we walk a hard road, sail the raging seas – No prison cell, no censorship hell – Can claim our obedience and love

BREAKDOWN

Here’s our toast to freedom – To human rights and dignity – Love, respect and forgiveness – United in the dream for victory
Here’s our toast to freedom – To human rights and dignity – Love, respect and forgiveness – United in the dream for victory

Duesenjaeger, This Town Needs Guns + Birthmark in Bielefeld

Duesenjaeger, This Town Needs Guns + Birthmark im AJZ in Bielefeld (01.02.2013)
Auf solch einen Abend freut man sich doch. Die ernsten Probleme mit den Ohren überstanden und direkt wieder Lärm drauf. Beim guten Freund in Bielefeld eine super gemütliche Unterkunft gefunden, Biere gekauft und zu Fuß durch den Nieselregen zum AJZ. Dort dann viele Bekannte aus Herzebrock-Clarholz und Bielefeld begrüßen dürfen, ach, immer wieder schön! Erinnert sich noch jemand an die Fun-Punkband Laurenz aus Versmold? Oder die Britpopper aus Herzebrock namens Twist? Nein, vielleicht auch nicht tragisch.
Drinnen spielt derweil Birthmark, aber was nach draußen dringt ist so unspektakulär, dass ich nur kurz zum Bierholen reineile und sofort wieder raus watschele. Nate Kinsella hat früher bei Joan of Arc / Make Believe gespielt und macht angeblich Musik für „Fans der späten The Notwist“. Keine Ahnung, ich finde es absolut langweilig.
Auch die gehypten This Town Needs Guns finden bei mir kaum Anklang. Das ist die Vertonung der Gauß’schen Glockenkurve, Mathematik zum Anhören oder einfach nur krasse Nerds, die aus ihren Instrumenten das Letzte rausholen. Mucker-Mucke … ein furchtbares Wort und doch so passend. Den Leuten gefällt es aber und ich habe das Gefühl, die Menge der Studierenden erreicht jeden Moment den kritischen Zeitpunkt, an dem wir alle mit der Wahrscheinlichkeit der Unwahrscheinlichkeit in ein Raumschiff gezogen werden, wo Douglas Adams uns alle Babelfische in die Ohren stopft, um diese Musik zu verstehen. Oh, einen Moment, was passiert jetzt … ??? Nichts! Also wieder Bier, wieder raus! Kein Babelfisch und die Hardcore-Kids, denen sowas gefällt, einfach mal in der Ecke oder vor der Bühne stehen lassen.
Duesenjaeger Torben
Zu Duesenjaeger habe ich wahrscheinlich schon alles irgendwo geschrieben, was ich zu der Band schreiben kann. Ich mag ihren deutschsprachigen Punkrock, ich mag die Melodien, ich mag die Texte, ich mag die Personen, die die Band darstellen, ich mag das Umfeld, ich mag die Tonträger, ich mag … ich mag Duesenjaeger (Link). An diesem Abend spielen sie lange – ca. eine Stunde – und doch viel zu kurz. Die meisten Songs sind von den beiden LPs, dazu gesellen sich Songs von der 10inch und ein paar alte Sachen. Ein wenig vermisse ich die Hits der ersten Single, „Funke“, „Maulwurf“, dafür gibt es als Zugabe „Keiner“, auch sehr schön. Der Abend endet dann mit Rosi (MyRuin) und anderen zwischen Tresen und Bühne. Und irgendwann in einer Kneipe mit sinnlosen Diskussionen über sinnlose Dinge. Ein guter Abend!
Duesenjager Tobi & Jan

Lesungen in Kaiserslautern und Mannheim

Lesungen in Kaiserslautern (15.02.2013) und Mannheim (16.02.2013)
Jetzt wird es wieder kuschelig! Draußen kalt, innen Bier! Besser geht es gar nicht. Damit Bier trinken alleine nicht so doof aussieht, gibt es drumherum ein wenig Unterhaltung. Der liebe Alex Gräbeldinger und der verehrenswerte Falk Fatal teilen sich mit mir eine Bühne. Und zum Glück findet das nicht irgendwo statt, sondern in Deiner Lieblingsstadt*.

*= wenn Deine Lieblingsstadt Kaiserslautern oder Mannheim heißt. Denn dann notiere dir diese Daten:
15.02.2013 im Clearing Barrel (Link – Kaiserslautern)
16.02.2013 im Blau (Link – Mannheim)

Und so sieht der Flyer (für Mannheim und eigentlich auch für Kaiserslautern) aus:
Lesung Alex Gräbeldinger Falk Fatal und Mika Reckinnen

Fanzines – Ploppy Pants #14

Ploppy Pants #14
Roddy publised this zine from 2003 to 2012, for about ten years. Sadly this is the last issue and the first I got into my dirty fingers. Joe Kidd from Dung gave it to me, when I was in Malaysia. He was interviewed for this scene and gives a very long and detailed inside view to the Punk scene in Malaysia, problems with repression and his band – Dung (Link). Also Roddy looks back to the last issues and about the zine-scene in the UK. But mainly the number 14 is focussing on his trip to Southeastasia. He does Q&A with Paganfire (Metal from the Philippines) and SMG (grindcore from Asia), an interview with IX about suspensions, but he also writes about vegan eating in several Asian cities and writes more or less about his trip to the region. He is not doing it on a day-by-day-report, but giving short impressions about the countries. It gets very clear that Roddy was not travelling as an alien, but got in contact with a lot of interesting and lovely people in the region. In summary, the 40 pages A5 are read faster than some of this boring reviews about great zines!

Contact: dirty_little_punk@hotmail.com