Archiv für April 2013

Lesung in Wiesbaden am Freitag und Bingen am Samstag

Kaputt Lesen mit Falk Fatal und Alex Gräbeldinger

Hola, die Waldfee. Noch schnell von dem Falk seine Seite (Trashrock) die Ankündigung kopiert:

Alex Gräbeldinger, Falk Fatal und Mika Reckinnenlesen lesen am Wochenende wieder laut vor. Am Freitag in Wiesbaden, am Samstag in Bingen. Wir sehen uns! Sie werden alles kaputt lesen und alles leer trinken. Am Freitag, den 5.4. werde sie dies in der Kulturkneipe Sabot in Wiesbaden tun, tagsdrauf, am 6.4., im JUZ Bingen. Die Drei eint das Talent zum gepflegten Scheitern und die Lust, ihre Umwelt mit klarem Blick zu sezieren. Diese Erlebnisse packen sie in mal in wahnwitzige, mal in skurrile Geschichten. Zwischenrufe sind übrigens erwünscht.

ALEX GRÄBELDINGER
Punk, Opfer, Vollidiot. Kolumnist beim Ox-Fanzine und Buchautor von “Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl” und “Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen.”

FALK FATAL
Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des gestreckten Mittelfinger Fanzines, Sänger der Oldiepunkband FRONT, Kolumnist für das Sensor Magazin und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen.

MIKA RECKINNEN
Mika Reckinnen hält sich häufig in südostasiatischen Kleptokratien auf und schreibt Kurzgeschichten für Fanzines (u.a. Drachenmädchen, Pankerknacker, Trust, Der gestreckte Mittelfinger). Manchmal liest er vor. Laut!

Dr Ring Ding Ska-Vaganza + The Clerks in Gütersloh

Dr. Ring Ding Ska-Vaganza + The Clerks in der Alten Weberei in Gütersloh (30.03.2013)
Das letzte Mal, dass ich eine Ska-Band in Deutschland gesehen habe, ist mittlerweile fast zwei Jahre her. Seien wir ehrlich, Kartoffeln, westfälische Rübennasen und Ska, das passt einfach nicht – und vor allem nicht wenn Bands auch noch Skartoffeln, Rübenskasen oder so ähnlich heißen. Noch schlimmer wird es nur, wenn barfuß tanzende Mädchen ihre aschblonden Dreadlocks zwirbeln und kreisen lassen. Gruselig! Da hört der Spaß dann endgültig auf.
Allerdings gibt es einige Ska-Acts, denen ich dennoch etwas abgewinnen kann. Mr. Review zum Beispiel, den Hotknives, Frau Doktor, 8°6 Crew oder alten The Specials und Bands, die wie sie klingen, z.B. Two Tone Club. Allerdings gab es mal Zeiten, wo ich mehr – zum Teil sogar privat (file under: Enthüllung!) und alleine (file under: Skandal) – Ska gehört habe. Ein dauerhafter Begleiter und immer wieder sehr schöne Liveerlebnisse von Sassenberg bis Bordeux hat dabei Dr. Ring Ding vermittelt. In den 90ern mit seinen Senior Allstars sicherlich eines der Underground-Zugpferde im deutschen Ska, der immer wieder auf klassische Elemente und die Wurzeln in Jamaika zurückgriff und noch heute greift.
Daher standen wir an dem Abend vor der bizarr anmutenden Entscheidung zu June Paik nach Mülheim zu fahren oder zu Dr. Ring Ding nach Gütersloh. Viel weiter auseinander kann Musik kaum liegen. Aufgrund von vielen FreundInnen, die ebenfalls zur Cable Street Beat (Homepage) Show pilgerten, schlossen wir uns an und .
Zuvor galt es allerdings die Vorband zu überstehen. Nicht, dass The Clerks aus Köln schlecht waren, aber es war einfach so … so … skaig halt. Hepp, hepp, hepp, dazu deutsche Texte, ach, irgendwie … das klingt gleich wie Karnevalsmusik. Immer gute Laune, immer Pappnase, immer feste Pusten in die Tröten und ja die Gitarre nicht richtig quälen, give it up, give it up, Ska, Ska, Ska, shake it up!
Dr. Ring Ding hingegen hat dann die Zeit etwas angehalten, nach vorne gedreht, zurück, noch weiter zurück und wieder nach vorne. Alte Klassiker wurden gespielt („Push Wood in the Fire“), Songs aus der Zeit der Senior Allstars („Dandimite!“) und neue Songs mit seinem Projekt Ska-Vaganza, wo er Musiker aus Westfalen und Katalonien vereint. Insgesamt ein sehr netter Abend mit netten Leuten, der dann in einer Kneipe im Heimatkaff („Hier sind ja gar keine Menschen auf der Straße – gruselig!“) beendet wurde. Currywurstflatrate hat uns dann aber doch nicht mehr überzeugt, auch noch 5 Euro mehr auszugeben, um in die Dorfdisse zu kommen (der Raum hinter der Kneipe). Give it up, give it up, hepp hepp!