Archiv für November 2013

Lesung im Berliner Trickster am Freitag – 22.11.2013

Kon­zert / Lesung mit:
SAI­GOONS

MIKA RE­CKIN­NEN
FALK FATAL

Lesung von Falk Fatal und Mika Reckinnen mit The Saigoons

Falk Fatal liest Ge­schich­ten aus dem After der Ge­sell­schaft. Zur Per­son: Lü­gen­ba­ron, Tu­nicht­gut, Aus­hilfs­mi­s­an­throp. Zudem Her­aus­ge­ber des ge­streck­ten Mit­tel­fin­ger Fan­zines, Sän­ger der Ol­die­punk­band FRONT und Ge­le­gen­heits­schmier­fink di­ver­ser Schund­pu­bli­ka­tio­nen
Mika Re­ckin­nen wäre gerne Thron­fol­ger in einer süd­ost­asia­ti­schen Klep­to­kra­tie, statt­des­sen schreibt er seit lan­gem für Punk- und Klein­kunst-​Fan­zines (u.a. Trust, Al­lei­ner Thre­at, Dra­chen­mäd­chen, Pan­ker­kna­cker, etc.). Manch­mal liest er diese auch vor. Laut!
Im An­schluss spie­len die Sai­goons aus Düs­sel­dorf. Ir­gend­wo zwi­schen einer Ga­ra­ge in den 70er, NDW An­fang der 80er und Punk nach 2000.

ab 21 Uhr

www.​saigoons.​bandcamp.​com
www.​facebook.​com/​Saigoons
www.​alleinerthreat.​blogsport.​de
www.​trashrock.​de

Fanzines – Proud to be Punk #18

Proud to be Punk #18
Oh wow, auch ganz vergessen mich löblich über das Heft zu äußern und nun ist es schon Monate her, dass ich es gelesen habe. Immer gut, Reviews im Halbblindflug zu schreiben. Das Proud to be Punk ist eines der fettesten A5 Hefte und kommt – obwohl Jan mittlerweile in den Berufsstand des Lehrers auf-/ab-/weggestiegen ist hoffentlich auch noch in Zukunft – relativ regelmäßig heraus. Dabei liegt unser Musikgeschmack wohl weiter auseinander, die genannten Hardcore / Crust / Anarcho Bands sagen mir meistens nicht zu. Dagegen finde ich seine politischen Texte in der Regel sehr gut, sei es in diesem Heft eine Reise mit einer Jugendgruppe um den Verbrechen der Deutschen in Polen zu Gedenken, sei es ein kleiner Tourbericht von Partizan Minsk oder ein Artikel über ein ehemals besetztes Haus in Erfurt – Topf & Söhne, bzw. über ein Buchprojekt darüber. Sehr spannend fand ich den Artikel über die Cable Street und britische Nationallist/innen in den 1930ern. Ob man so einen Artikel aber unbedingt mit Oi Polloi einleiten muss, ist dann vielleicht Geschmackssache, nicht nur musikalisch. Ist doch deren recht vereinfachtes Weltbild des Imperialismus 2013 nicht unbedingt mehr das zeitgemäßeste … aber egal. Alles in allem finde ich es bewundernswert, wie viel Zeit und Arbeit sich Jan macht und auch musikalisch über den üblichen Tellerrand blickt. Dickes Kompliment!

Link zu alten Heft-Reviews (hier)

Kontakt: jan.sobe@t-online.de

Fanzines – (R)Ohrpost #11

(R)Ohrpost #11
„Gedanken, Meinungen und Spass an der Freud“ steht’s geschrieben im Untertitel und man kann auch diesmal Maren und Turbotorben nur zu dieser gelungenen Ausgabe beglückwünschen. Lag ein wenig länger bei mir rum und alle Buchstaben habe ich mittlerweile auch schon aus dem Zine rausgelesen, doch im Trott der letzten Wochen irgendwie das Review vergessen. Aber, Fanzines sind meiner Meinung nach eh zeitlos und daher nochmal eine kurze Empfehlung!
Denn das Zine ist ein fettes A5-Monster mit einem Schock-Cover – hehe – und der üblichen Mischung aus Punk und Politik. Für ersteres ist zumeist Turbotorben zuständig und interviewt werden Bands, die ich mag – z.B. Disco//Oslo (mit Bulli und auch über seine anderen Projekte) oder Inner Conflict (20 Jahre – s. auch die Party dazu) – aber auch Bands, deren Geknüppel mir am A**** vorbei geht. Das macht aber nichts, denn bei vielen anderen Heften mit wesentlich mehr Interviews ist mehr deutlich mehr egal! Gut finde ich vor allem die Texte von Maren, die meist politischer Natur sind. Einen Artikel über Klaus Kinski, der ihn in ein Bild rückt, was viele seiner Fans verdrängen – ein Choleriker, der halt auch seine Kinder missbraucht hat. Die erschütternden Berichte von Tochter Paola werden hier kurz vorgestellt. Richtig interessant und zugleich deprimierend fand ich die Briefdokumentation von einer Familie, die aus Essen nach Auschwitz deportiert wurde. Ich erinnere mich an die Essener Synagoge, die ich mehrfach besuchte, und die dicken Bücher mit Namen und kurzen Biographien von Menschen, die aus Essen in den Tod geschickt worden sind. Ein einfach nicht zu verstehendes Kapitel der Landes, in dem ich geboren wurde. Daher auch gut, dieses Thema auch in Punk-Zines fernab des „blablabla – Nazis raus!“ aufzugreifen.
Insgesamt ist das (R)Ohrpost ein super Zine, welches den Punkspirit der 90er aufrecht hält. Am besten hier direkt ordern – rohrpostfanzine.blogsport.de

Fanzines – Ketten & Ketchup #3

Ketten & Ketchup #3
Es dauert ja immer so lange, bis ich mich aufraffe und Zine reviewe. Tonträger lasse ich aus dem Grund direkt komplett von der Seite. Auf der anderen Seite waren in letzter Zeit so viele geile Konzerte, zu denen ich nichts geschrieben habe, dass diese Seite schon fast wie eingeschlafen, nein, wie entschlummert aussieht.
Daher ist es im Grunde eine besondere Ehre, dass ich mich für dieses Fanzine aufraffe und endlich wieder mal ein Review schreibe. Denn das Ketten & Ketchup ist ein richtig geiles, oldschooliges A5-Zine, wie ich es liebe. Es gibt Anekdoten, Hass auf die Gesellschaft (und ihre Kommunikation), Band-Interviews und Reiseberichte. Doch zu allererst muss ich einmal Danke sagen. Eigentlich finde ich ja so Texte wie „ich warte auf die Post und dann kommt die neue Scheibe von __________ [hier bitte mit Edding auf den Bildschirm einen Bandnamen eintragen]“ vollkommen überbewertet. Doch der Text fängt sich schnell und beschreibt die Musik von No More Art (NMA), sodass ich direkt neugierig wurde. Wenn Worte wie „Red Dons“ oder „Masshysteria“ fallen sperren sich sozusagen meine Lauscher auf und ich sehe aus wie ein Hase. Und tatsächlich, die Hamburger Band mit Leuten von Trashmonkeys (ich glaube der Verweiß im Vorfeld hätte mich abgeschreckt), Red Dons und Los Dollares spielen großartigen Wipers und Briefs angehauchten Punkrock. Kommen zwar nicht ganz an Red Dons heran (unbedingt anhören!!!), aber spielen doch immerhin in der gleichen Liga.
Das Fanzine besticht dann durch sehr persönliche Erfahrungen von Reisen (Brasilien und dem abgefeiere von Ohlo Seco), Konzertorganisation mit EA80, einem Tourbericht mit einer beschissenen Streetpunk-Band (deren Name mich tatsächlich interessieren würde …) und langen Interviews über Punk und Elternteil sein. Sehr spannend, zumal nicht die üblichen Verdächtigen vor’s Mikro gezerrt worden sind. Vor allem die Antworten von Maren (R)Ohrpost fande ich sehr, sehr gut, weil sie sehr stark reflektiert wirken und sie und Turbotorben sich im Klaren sind, welche Einschränkungen Eltern haben.
Insgesamt ein sehr gutes Heft, dass ihr am besten für 1,50 € + Porto hier bestellen könnt:
Alex Gehrau, Am Maiberg 20, 27299 Langwedel