Fanzine – Homestory, Das Magazin

Homestory – Das Magazine #1
Wir sind ganz nervös. Die Jungs vom Homestory-Magazin haben uns zu sich nach Hause eingeladen. Viel zu früh sind wir da. Wir drücken die Türklingel. Die Schelle macht „Ding Dong“. Dann springt die Tür auf. Ich zucke zusammen, denn ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht.
„Hallo Mika, hallo Begleitung!“
„Hallo Roland und der Andere.“
Wir schütteln uns gegenseitig jeweils die rechte Hand. Die von Roland fühlt sich sehr warm an. Er schwitzt stark. Sein Hawaii-Hemd hat schon kleine Flecken. Aber wir sind hier in Augsburg. Das ist fast schon Italien, also Wüste. Da darf man mal schwitzen.
„Kommt herein“, sagt der Andere und wir quetschen uns umständlich an den beiden vorbei in die Wohnung. Sie ist klein, aber schön. Überall hängen Pascow-Plakate. Auch ein paar CDs liegen herum. Sogar von Dackelblut. Wusste gar nicht, dass es die gibt.
„Ich wusste gar nicht, dass es Dackelblut CDs gibt“, sage ich.
„Doch, doch“, sagt einer der beiden.
„Wir waren bei Jens Rachut mit dem Homestory-Magazin. Der hat uns die CDs gegeben. Aber jetzt setzt euch erstmal. Ich habe Flips gekauft.“ Der Andere ist nett. Ich esse gerne Flips. Nur die Essig-und-Öl-Chips von der einen Marke, die ich hier aus Werbegründen nicht reinschreibe, die gefallen mir noch besser.
Wir setzen uns auf einen Platz, der uns zugewiesen wird. Keiner von uns traut sich Flips zu nehmen. Könnte unhöflich sein. Dann schaufeln sich die Gastgeber direkt eine ganze Hand in den Mund. Das wäre okay, würden sie nicht gleichzeitig anfangen zu sprechen und die Flips aus ihren Mundwinkeln fallen.
„Steht ihr auf lange Sätze?“ Fragt einer.
„Nein, sagen wir. Obwohl ich manchmal schon Sätze mit Komma und Sinn gut finde. Aber nicht in einem Text.“
Dann schweigen wir wieder. Ich schaue auf ein Die Toten Hosen Plakat, auf das jemand mit einem Filzstift was draufgeschmiert hat. „Beste Band …“ steht da, und … „viel besser als Die Ärzte“. Das kann ich nicht beurteilen, denke ich, ich finde beide nicht gut.
„Toten Hosen und Ärzte sind voll gut“, sagt der Andere. Ich nicke, weil ich Angst habe, dass ich sonst keine Flips mehr essen darf.
„Ihr habt ja ein interessantes Magazin gemacht. Mit ganz vielen Prominenten. Nur so Szene-Stars. Habt ihr die alle besucht?“ Ich spiele ein wenig Journalist.
„Ja, so wahr Du hier jetzt sitzt“, sagt Roland.
„Wow!“ sagen ich und meine Begleitung.
„Ja!“ lachen Roland und der Andere.
„Und auch bei Bela B, Markus Wiebusch, Stefano Stiletti, bei denen allen wart ihr?“
„Ja, voll krass, nicht?“
Das Interview läuft super. Gute Antworten, gutes Gespräch.
„Ja, beim Stiletti war ich auch mal. Da sieht es wirklich so aus, wie ihr es beschreibt.“ Ich sage das, um die Stimmung noch lockerer zu machen.
„Ja, das wissen wir, wir waren ja auch da.“
Jetzt ist es zu locker. Also schweigen wir wieder. Der Andere schwitzt jetzt auch. Wir auch. Kleine Rinnsäle laufen von unserer Stirn. Augsburg ist echt der Wahnsinn. So stell ich mir Accra vor!
„Soll ich eine Pascow-CD anmachen?“ fragt Roland.
„Nein, ich finde den digitalen Sound von CDs ganz furchtbar. Das ist wie Fingernagel auf Tafel.“ Das sagt meine Begleitung. Die ist voll nett. Deswegen habe ich sie auch mitgenommen. Aber die mag keine CDs. Ich eigentlich auch nicht, aber das sage ich nicht.
Wir schweigen wieder.
„Ja, voll gut das Heft, irgendwie. Wenn man so die Sprache mag. Und so.“
„Danke für das Kompliment.“
„Bitte!“
„Danke!“
„Warum sind denn da nur Männer drin?“ Meine Begleitung beschämt mich. Auch die anderen beiden schauen verlegen auf den Boden.
„Ja, also … das ist einfach so passiert.“ Ich gucke auf die Uhr und sage nur:
„Oha, oha, oha. Wie die Zeit so läuft. Wir müssen auch wieder los. So warm hier, sind wir nicht gewohnt. Aber beim nächsten Mal bringen wir auch eine CD mit.“
Dann gehen meine Begleitung und ich. Gut, dass ich wenigstens eine gute Frage gestellt habe. Ihre waren viel besser. Wir fahren zurück in den Norden, wo wir uns schnell einen Schall und die Wollmütze überziehen. Hier schwitzt keiner, aber schön ist es auch. Nur gibt es hier keine CDs mehr.

AMAZONE sagt: wem dieses Review gefällt, dem gefällt auch Homestory, Das Magazin!

www.homestory-magazin.de


1 Antwort auf „Fanzine – Homestory, Das Magazin“


  1. 1 Jochen Baldover 18. März 2014 um 14:52 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.