Reviews – Duesenjaeger + Panzerband

duesenjaeger / Countdown of Armageddon – Split 7inch
Es kommt ja nicht aller Tage vor, dass ich mich mal genötigt sehe, hier an dieser Stelle zwei Tonträger vorzustellen. Doch heute habe ich gute Laune und mache eine Ausnahme. Denn es gibt Neues von einer meiner absoluten Lieblingsbands – duesenjaeger! Nicht nur, dass sie am 6. Dezember den Nikolaus im Berliner Schokoladen (Homepage) verdrängen, nein, es gibt auch einen neuen Tonträger. Erneut ist es eine Split Single, diesmal mit der US-Band Countdown of Armageddon, die es zuerst nur auf der Tour im Sommer gab. Jetzt liegt der Re-Press vor und ich freue mich sehr. Die Aufmachung hat Robert Hanna gemacht und knüpft damit an die letzten Tonträger von duesenjaeger an, vor allem an die Split Singles mit Oiro und Captain Planet. Düstere Momentaufnahmen einer Ruine im Wald. Dazu ein Beipackzettel und alles so dick, wie die berühmte Sängerin aus der Oper, die nicht enden will. Düster ist dann auch das Stichwort für Countdown of Armageddon. Klar, bei so einem Namen wäre fröhlicher Ska-Pop sicherlich nicht zu erwarten, doch die Band ist mit Sicherheit die bisher untypischte „Split-Affäre“. CoA sind stärker im Hardcore verankert und spielen schwerfälligen und doch druckvollen, modernen Hardcorepunk, den ich so nicht erwartet habe. Als würde eine Sludge-Band ihre Liebe zu den Wipers und Tragedy in einem Song ausdrücken wollen. „State of Lunacy“ ist auf jeden Fall kein Partykracher, sondern so schwer wie die Ruinen in dem Artwork und dennoch gefällt er mir sehr gut.
Die andere Seite bespielen dann duesenjaeger mit dem neuen Song „Fass ohne Boden“. Im ersten Moment erwartet eine/n nichts Neues oder Überraschendes: Gitarre, Schlagzeug, Bass, eine Melodie, die ähnlicher anderer Songs der Band ist. Treibend, ja, schneller, nein, melodisch, ja, poppig, nein. „Ich meide das Licht und ich fürchte die Veränderung“, halb gesungen, halb gesprochen. Es sind eher die kleineren Parts, wie der zweite Gesang in der Bridge – „es geht immer weiter“ – oder das doch recht abrupte Ende, die neue Elemente darstellen. Sie selbst beschreiben die Band als „Flucht aus einem unerträglichen Alltag. Emoll. Melancholisch, treibend und wütend.“ Dem kann man sich nur anschließen. Seit ihrer Rückkehr nach kurzer Pause (2008 – 2010) ist dies nun die dritte Split-Single und irgendwie wird man so nach und nach angefixt und hoffentlich auf Größeres vorbereitet. Ihre tiefe Verbundenheit zur DIY-Szene – ohne dieses Zucken nach Trends oder Sprungbrettern – zeigt auch diese Single, die das nun mittlerweile 8 Release auf Grabeland-Schallfolien ist, dem Konsortium aus Band, dem alten Label MyRuin und … . Dort sind auch die alten Platten und Single wiederveröffentlicht worden und ich freue mich, dass die Band auch im 15 Jahr des Bestehens weiterhin ihre Runden zieht, wie sie zogen! Single kaufen und freuen!

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Grabeland, Plattenkollektiv
Duesenjaeger Grabeland Split Single Vinyl Countdown of Armageddon

Panzerband – s/t MLP
Es rollt von weitem heran!Unaufhaltsam! Wuchtig! Gefährlich! Lederjackig! Schweres Geröll wird zermalmt, Autos zerquetscht, die Ketten müssen rollen und tun dies unnachgiebig nach vorne. 16 Songs, vor denen es kein Entrinnen, Entlaufen oder sonst was gibt. Auf 45, damit auch der Plattenspieler schneller laufen muss! Man kann nur schreien, gröhlen, wippen, tippen, mitsingen! „Hey Du Lappen, bist Du hohl, Punkrock kennt kein Idol!“ Hier klingt eine Band nach Deutschpunk meets Hardcore. Als würden Novotny TV aus ihrer Gruft entsteigen und all den Mülheim Asozials und Abfukks dieser Welt zeigen, dass es noch hängende Hämmer gibt. Humorvolle Texte, augenzwinkernd und dennoch auf die zwölf. So wie Punk sein sollte. „Panzerband, besser als Deine Band“! Kann man so stehen lassen. Und wer 2Unlimited huldigt, kann gar nicht schlecht sein!

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Twisted Chords
Panzerband s/t LP Twisted Chords, Punkrock


1 Antwort auf „Reviews – Duesenjaeger + Panzerband“


  1. 1 Fun Total + Portree + Duesenjaeger in Berlin « Alleiner Threat – Ego-Fanzine Pingback am 07. Dezember 2014 um 15:59 Uhr
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