Archiv für Mai 2015

Esther Bejarano und Microphone Mafia in Berlin

Esther Bejarano und Microphone Mafia im Südblock in Berlin (08.05.2015)
Esther Bejarano und Microphone Mafia in Berlin
Der 8. Mai ist eigentlich ein Feiertag. Oder sollte zumindest einer sein! An diesem Tag hat das faschistische Deutschland den 2. Weltkrieg verloren und Dank dem unermüdlichen und aufopferungsvollen Einsatz der USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich kann meine Generation in Freiheit aufwachsen. Nicht auszumalen, wenn das Deutsche Reich damals gewonnen hätte und Europa unterjocht hätte. An diesen Tag zu erinnern, nicht zu vergessen welche unmenschlichen und unbeschreiblichen Verbrechen sich in Deutschland und von Deutschland aus ereignet haben, halte ich für eine der Aufgaben meiner Generation. Die zweite oder dritte Generation nach dem Krieg sollte sich erinnern und die historische Aufgabe – „Nie wieder“ – annehmen. Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!
Unsere Generation kommt aber auch eine andere Rolle zu. Wir sind die letzte Generation, die noch mit Zeitzeug/innen sprechen, ihnen zu hören kann. Eine dieser Zeitzeuginnen ist Esther Bejarano. Sie, die damals als Kind, als Jugendliche nach Auschwitz kam und darüber berichtet, sie, die damals als Musikerin dem Todeslager trotzte und überlebte. Sie, die nach der Befreiung des Konzentrationslager Ravensbrück zusammen mit russischen und US-amerikanischen Soldaten feierte. Mit Musik, mit Essen und Getränken.
Vor einiger Zeit bin ich im Internet auf ein Video von ihr und der Microphone Mafia gestolpert. Ich wusste schon vorher, dass es dieses Projekt gibt, hatte mich aber nicht stärker mit der Musik auseinander gesetzt. Wahrscheinlich über den Umweg des yiddischen Partisanenliedes (Text unten), den ich erstmals von der französischen Punkband Cartouche gehört hatte, kam ich zu einigen Songs von Esther Bejarano und der Microphone Mafia. Eine halbe Nacht hörte ich mir ihre Songs an, schaute mir Beiträge aus Talkshows an und war mehr als fasziniert.
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Pirate Satellite Festival – Samiam, Make Do And Mend, The Smith Street Band, Teenage Bottlerocket, Masked Intruder , … in Berlin

Pirate Satellite Festival – Samiam, Make Do And Mend, The Smith Street Band, Teenage Bottlerocket, Masked Intruder, The Hotelier, Joyce Manor, Beach Slang, Lower Than Atlantis im C-Club in Berlin (07.05.2015)
Samiam
Das Pirate Satellite war lange angekündigt und erstmals sollte es auch in Berlin stattfinden. Bisher hatte das Festival einen großen Bogen um Berlin gemacht und ich könnte mir vorstellen, dass es im nächsten Jahr wieder so ist … dazu aber später mehr.
Die doch recht stolzen Preise im Vorfeld (gut 30 € im VVK) ließen die Vorfreude etwas abkühlen, doch mit Samiam war einer meiner Lieblingsbands auf der Playlist und so wirklich günstig waren Konzerte mit dieser Ausnahme-Band ja nie. Also, in den sauren Apfel gebissen und los. Dass dann kurzfristig das ganze Spektakel vom großen Astra in den kleineren C-Club verlegt worden ist, ließ jetzt auch nicht unbedingt eine überfüllt Halle erwarten. Aber gut für uns, die Anreise hat es schon mal deutlich verkürzt.
Dass es am Ende circa 500 Leute waren, die sich das Festival gaben, und eigentlich nie mehr als 300 vor der Bühne, kann man schon als Enttäuschung erachten. Doch das wussten wir noch nicht, als wir uns um kurz nach sechs auf den Weg machten und uns auf Samiam freuten. Dazu hatte ich mir sowohl Make Do And Mend als auch Masked Intruders immer schon mal live geben wollen. Und bei 6 weiteren Bands, würde schon noch was für meinen Geschmack dabei sein, dachte ich …
Als wir ankamen stand dann die Running Order fest und ich war schon überrascht, dass man bei neun Bands nur eine europäische (UK) und keinerlei lokalen Bands eingeladen hatte. Im Grunde kann man vor allem die ersten Bands recht schnell abhandeln:
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