No More Art + Red Dons in Berlin

No More Art + Red Dons im SO36 in Berlinv (09.09.2015)
Es ist ein Mittwoch im September. Es ist merkwürdig, doch die letzten Tage realisieren wir, wie die Tage wieder deutlich kürzer werden. Die Nacht bricht ein, während wir im Bus sitzen. Dunkelheit überkommt uns. Dann raus am Kotti! Dort kommen uns Polizisten in voller Montur entgegen. Die Grauen Wölfe, so lesen wir später, treiben ihr Unwesen in Kreuzberg. Sie jagen Kurd/innen und mit den Kurd/innen solidarische Linke. Schon lange gibt es Hinweise und beispielsweise Artikel in der Welt (Achtung, Springer-Verlag-Link), dass die Zentrale der Grauen Wölfe in dem Hasir-Restaurant in der Adalbertstraße ist. Wir biegen aber ab und essen woanders. Gut! Lecker! Verhältnismäßig teuer! Kreuzberg wandelt sich. Keine Kunst mehr, hier … oder weniger …
No More Art im SO36

Dann treffen wir Freunde und ab ins SO36. Eintritt mit nem 10er ist okay. Red Dons spielen hier heute abend und haben als Vorband No More Art (NMA) mitgebracht. Der große Saal ist gemütlich gedrittelt und am Ende sind es kaum mehr als 150 Personen, die den Bands lauschen. Wir hatten vorher noch geunkt, ob Red Dons mittlerweile schon Estranged-Ausmaße haben, aber die Frage kann deutlich mit „Nein“ beantwortet werden.
No More Art im SO36_2
No More Art spielen ihre letzte Show und ja, irgendwie ist die Luft raus. Runtergespielt, Zugabe und aus. Kein Konfetti, keine Torte, keine Feier, keine Tränen im Gesicht. Es stellt sich die Frage, ob die Band zu traurig ist, um den Abschied zu zelebrieren oder sich doch danach an den Tresen gesetzt wird, um das endgültige Ende zu begießen. Neben mir meint jemand, das wäre der uninspirierendste Auftritt, dem er seit langer Zeit begewohnt hat. Dem würde ich nicht zu stimmen, doch im großen SO36 kommt definitiv kaum Stimmung auf. Dabei haben No More Art sehr gute Singles produziert und ein durchaus hörbares Album. Schade, dass dies die letzte Gelegenheit war.
Red Dons im SO36 2015
Dann Pause, ein paar Getränke kaufen und wieder in Richtung Bühnenrand. Red Dons kommen auf die selbige und zeigen gleich, wie es geht. Von Anfang an mitreißende Songs, viele ihrer Hits von dem nun mehr vorletzten Album – „Fake Meets Failure“. Einige fangen an zu tanzen, eine Frau stagedived. Eine gute Stimmung und … ach … was soll ich sonst noch schreiben? Hört Euch ihre Musik an, schaut sie Euch live an und kauft Euch „Fake Meets Failure“ und wenn ihr das schon habt, dann auch „The Dead Hand of Tradition“, das neue Album der Band! Das kommt im Klappcover mit Walabschlachtungsbild im Inneren … Bei mir läuft die LP nun noch eine Runde und dann die Observers, die Vorgängerband. Red Dons sind – wer auf die Mischung aus Wipers und NoIdea-Punk um 2005 steht – einfach eine der besten Bands around! Punkt, Schluss, aus, interessant! Danach nach Hause, wo auch sonst hin?! Guter Abend …
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