Sledge, Restmensch + 100.000 Tonnen Kruppstahl in Berlin

Sledge, Restmensch + 100.000 Tonnen Kruppstahl im Tommyhaus in Berlin (17.03.2016)
Donnerstagsabends, mal kurz ins Tommyhaus. Feierabend-Bier, ein paar Freunde treffen, dazu etwas Live-Musik. Insgesamt sind nur knapp 40 Leute zugegen, eher gelangweilt, etwas klatsch, klatsch. Konzerte in Berlin, genau das, was ich mit dem Teenage Hate und Krank-Konzertbericht meinte (Link hier): Es ist ein netter Abend, die Bands stören nur ein bisschen die Unterhaltungen, spielen aber nie lang genug, um wirklich zu nerven. Die interessanteste Band, 100.000 Tonnen Kruppstahl, spielen als letztes und ich bin müde und gehe schon vor Ende nach Hause. Punk 2016 …
Aber kurz von vorne. Ich komme an, zu früh. Kneipe voll, Konzertsaal leer. 5 bis 8 Euro Eintritt, fair. Draußen warten, schön die Kälte inhalieren. Dann die Feststellung, die Schweine in der Kneipe haben den Spielautomaten rausgenommen! Why?!? An wie vielen Abenden haben wir hier gesessen und „Trivial Pursuit“ gespielt? Sehr ärgerlich, das reißen auch nicht die neuen Konsolenspiele raus, damn it!
In der Halle dann zuerst Restmensch. Relativ viel drüber gelesen, dennoch geringe Erwartungen. Die werden erfüllt. Deutschpunk 2016, sicherlich gute Texte, doch die versteht man nicht. Musikalisch ist das einfach nicht mehr meine Sache, haken hinter, fertig. Sledge dann aus Finnland, was eine begeisterte Zuhörerin auch mit einem lauten „Suomi“-Zwischenruf unterstreicht. Ich frage mich ja, warum sie das nicht bei den anderen beiden Bands mit einem „Deutschland“-Ruf gemacht hat. Naja, die Antwort ist mir klar, aber surreal ist es dennoch. Egal, Sledge spielen Metall mit Hardcore-Einschlag, sind sau jung, drei von fünfen spielen oberkörperfrei (keine Haar auf der Brust, so jung!) und irgendwie ist das alles super professionell und spielerisch kompakt und gut. Nur: who cares? Ein bisschen hier, ein bisschen da, ein bisschen tralala. 100.000 Tonnen Kruppstahl wemsen dann alles in Klupp und sind gut. Das Publikum steht euphorisch still bei allen drei Bands, nicht einmal Kopfnicken. Nach jedem Song „klatsch klatsch“ und am Ende ist es vorbei.