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Buch – Jan Off: Happy Endstadium

Jan Off: Happy Endstadium
Jan Off ist sicherlich der Großmeister der deutschsprachigen Gossen- und Punkrock-Literatur. Was die Eintracht aus Braunschweig seit Jahren verwehrt bleibt, Jan Off ist erste Liga, keine Frage. Bundesliga sogar, die international mitspielt, auch wenn man dem Barden da sicherlich gleich Erinnerungen an Hannover 96 (Europa League) oder VfL Wolfburg (vor nicht allzu langer Zeit Champions League) einpflanzt.
Während ein Günther Grass mit dem Panzer durch die Feuilletons mit lausigen Gedichten genüsslich auf Israelis schießt – ob er denkt, er habe das in seiner Jugendzeit verpasst? – kommt Jan Off mit einer Klebebombe a la MacGyver und befestigt sie an den Panzern des Literatur-Throns. Er rechnet in seinem neuen Buch „Happy Endstadium“ mit allem ab! Er erhebt den Stinkefinger in alle Richtungen, links, rechts, oben und unten.
Die Geschichte ist recht schnell zusammengefasst. Der Ich-Erzähler, der aus Liebe in eine militante WG zieht, aufgrund eines Ulrike Meinhof Zitates auserwählt wird und sich dann um linke Geflogenheiten (vegan, diskutierend, politisch-agitierend) kümmern muss, ist eine typische Jan Off Figur, der man mit großem Genuss beim Scheitern zu sieht. Da Scheitern alleine nur wenig Spaß macht, gesellen sich allemöglichen seidenen und halbseidenen Figuren hinzu, die auf Namen wie Enddarm, Kleingeld oder Jan hören.
Die Geschichte beginnt auf dem Polizei-Revier und endet dort. Wie es dort hinkommt, erklären die Blätter zwischen Seite 7 und Seite 263. Denn dazwischen gibt es Demos für Gefangene Genoss/innen, Ausschreitungen, Krawall und Remmidemmi, Diskussionen wie korrekt die PKK aus feministischer bzw. anti-deutscher Sicht ist, Faustkämpfe, einen Bandenkrieg mit den Kindern aus der Unterschicht mit und ohne Migrationshintergrund, einen genialen Plan sowie Wachmann Berni Klotzkorke.
Sprachlich ist es diesmal nicht so auf Radau aus, wie in einigen seiner Kurzgeschichten, etwas weg vom Slam Poetry-Style, der auf wenigen Seiten funktioniert, in Buchform aber aufgesetzt wirken würde. Also genau die richtige Wortwahl, um das Buch an drei Tagen durchzulesen, wie ein Koka-Junkie auf Entzug! Dabei legt er Finger in die Wunden und Wunden an die Finger! Eine gute Reflexion über „Szene“, „Gepflogenheiten“, „Widersprüche“ und dem ganzen Scheiß, den die meisten Leser/innen viel zu gut kennen. Danke dafür! Meine Lieblingsszene ist, als eine Gruppe von Kindern Gewalterfahrungen machen muss und dieses als politische Kollateralschäden verklärt wird. Großes Kino mit Buchstaben, oder so!

Homepage von Jan Off findet sich hier – www.jan-off.org
ISBN: 978-3-931-555-36-8 – 14,90 € – im Ventil-Verlag (Homepage)

DonChrischan und DJ Tulpe & der fette Mann in Dortmund

DonChrischan und DJ Tulpe & der fette Mann im Rasthaus Fink in Dortmund (08.05.2012)
Am Tag der Befreiung sollte mal wieder etwas Kulturprogramm anliegen. In der Dortmunder Nordstadt, sicherlich keine Bastion der Hochkultur, lasen der phantastische DonChrischan und die superbe Live-Hörspieltruppe um DJ Tulpe & der fette Mann sowie Tobi Homeworkerphobie an den Soundreglern. Mit dabei die geschätzte Kollegin sowie der Mann mit dem Punkt im Namen (Homepage von dem).
Schön in der S-Bahn ein kleines Hopfengetränk, am Bahnhof dann wartend die nächste Kaltschale und schon durch die Nordstadt getrödelt. „Ey, wie alt seid ihr?“ von einem freundlichen, aber doch leicht angesäuselten Herren der Marke „Ich-trinke-hier-schon-da-gabs-euch-noch-nicht“ gefragt und „45!“ geantwortet. Auch wenn das sicherlich nicht der Wahrheit entspricht, die Antwort „Ey, Du bis maximal 43!“ fand ich dann bei meinem jugendlichen Aussehen, wo ich noch häufiger unter 30 durchgehe, durchaus eine Anmaßung. Der Herr mit dem Punkt im Namen wunderte sich, da er ansonsten nie angesprochen wird, und auch ich verhielt mich von nun an schweigend. Ebenso in dem Moment, wo Kinder auf diesen Verkehrspollern spielten, die in den Boden eingelassen werden können. „Und gleich raketenartig hoch und dann ist das Kind weg“, war dennoch ein schöner Kommentar und eine noch schönere Vorstellung.
Auf dem Weg zum Rasthaus Fink dann mehr Polizei wahrgenommen, als am 1. Mai in Berlin. Meine Fresse, was ist denn die Nordstadt für ein Terrain? Sah nicht nach gleich beginnender Weltrevolution aus, oder wir trödelten an ihr vorbei. „Ordnungsamtnazis must die“, ein schöner Song von Alarmstufe Gerd (Myspace-Seite).
Angekommen, freundlich „Hallo!“ in die müden Gesichter der vier Herren gegrinst. Zwei Abende unterwegs, zweimal wenig geschlafen, zweimal viel getrunken, so sah’s zumindest aus. Ein paar Bierchen später ging’s dann gleich los mit DonChrischan (Homepage), den ich an dieser Stelle wohl kaum noch vorstellen muss. Mit seinen Geschichten „Hagen ist nicht Washington“ und über Supermans Demaskierung traf er den Nerv eines Teils des Publikums, keine großen Lacher, aber im Dortmund Norden gibt’s auch nicht viel zu lachen. Dennoch, gute Geschichten.
DJ Tulpe & der fette Mann (Homepage) hatten dann sicherlich einen größeren Bonus und lasen mit Dateline, der neue Nachbar und die Sprache der Blumen drei Geschichten von ihren ersten drei Hörbüchern. Zwischen gruselig und grotesk mag ich die drei Jungs sehr, vor allem weil sie stimmlich auch relativ unterschiedlich sind und so die unterschiedlichen Rollen tatsächlich gut ausfüllen. Alles in allem ein kurzweiliger Abend, der dann noch mit Ladenlokalitätenverlagerung beendet wurde. Dass ich in der S-Bahn auf dem Rückweg erschöpft einschlief und nach ner ganzen Zeit aufwachte, war mein persönliches Highlight des Abends. Nach dem in den letzten Wochen so viel Scheiße passiert ist, war es fast schon merkwürdig in der Bahn aufzuwachen und zu denken: „Das sieht aus wie der Essener Hauptbahnhof!“ Und dann war es es auch noch. „Zum Glück nicht in Duisburg aufgewacht“, stellte ich fest und schwankte nach Hause. Wenigstens einmal in der Woche ein Erfolgserlebnis, auch wenn ich lieber in Duisburg aufgewacht wäre, wenn dafür andere Dinge nach meinem Wunsch laufen würden.

Brat Farrar in Berlin

Brat Farrar + Support im Cortina Bob in Berlin (22.04.2012)
Irgendwie hat irgendjemand das mit der Matinee nicht ganz verstanden. Vielleicht auch ich nicht, doch 19:00 Uhr Konzertbeginn ist definitiv keine Matinee, oder? Aber schön, dass bei gutem Wetter die Zeit bis zum Konzertbeginn mit Biertrinken in der Pommes Bude nebenan genossen werden konnte. Mit DonChrischan (Homepage), Anne-Tanke-Dirk und Sarah und Klaus von OnOnOn (großartiger Minimal-Punk oder „Punsh Pop“, s. Video unten) sowie bei Hopfen und Malz (und einmal auch nur Malz) kann man Zeit kaum angenehmer verbringen. Okay, wir hätten „Plattfuß in Afrika“ zu Ende schauen können, definitiv!
Nach fünf Tagen in Berlin, die mit Arbeit und nächtlichen Trash-Filmen verbracht wurden, war ich platt, als die Vorband anfing. Am Ende meiner Kräfte sozusagen. Trotz Entdeckung von Kaffee und die Möglichkeiten von Club Mate ausschöpfend sind 5 bis 6 Stunden Schlaf pro Nacht einfach zu wenig. Daher konnte mich der Supportact kaum aus dem Tran reißen. Die Sängerin und ihre Bandkolleg/innen waren zwar ganz okayer, minimalistischer Rocknroll, und sie selbst hatten mächtig Spaß, doch irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Irgendwie so eine Berlin-Band, wie es sie zu hunderten gibt und es immer noch mehr werden. Nichts Neues, nichts Mitreißendes. Auf dem Hocker am Tresen lehnend fielen mir fast die Glubscher zu. Hätte mir jemand eine Matratze angeboten, so butz hätte ich zugeschlagen (Danke an Jörg Sundermeier und sein Werk über Ostwestfalen – sowie dem Geschenkgeber!!! – , welches mich an diese Worte erinnert … so butz! – Link zur Buchbestellung).
Danach wieder raus aus dem dunklen Cortina Bob und in der Pommes Bude ein weiteres Berliner. Nett vorm Laden sitzend, so darf ein Sonntag sein. Irgendwie, trotz den relativ hohen 8 Euro Eintritt, hätte ich an dieser Stelle meinen geschundenen Körper lieber in den Görli geschleppt und ein Nickerchen zwischen grillenden Familien und den lokalen Drogenszenen gemacht. Doch dann, ein oder zwei Songs zu spät, kommen wir rein und Brat Farrar (Bandcamp-Seite) ist schon in seinem Element. Der Australier war dereinst der Kopf von Digger & the Pussycats. Ich erinnere mich, dass mir Flight13 mal anstelle von Digger Barnes selbige Platte geschickt hatte. Einmal reingehört, direkt zurückgehen lassen. Einfach nicht mein Ding, laaaangweilig mit drei A, ohne Kreise. Daher umso überraschender, dass der junge Mann auf der Bühne mich nach wenigen Sekunden mitreisst, so butz, sozusagen! Meine Augen öffnen sich, trotz der Dunkelheit des Ladens, und ich sehe Licht! Licht in Form von guter Laune, Energie auf der Bühne und „alter, die Wipers-Gitarre“. Auch das Publikum wird sofort mitgerissen, alle stehen vorne, Knie werden gebeugt und gestreckt, Füße wippen mit. Kurze, schnelle Songs, „Rock‘n'Roll aus dem australischen Busch“, „Punk von Down Under“, man kann jetzt einige beschissene Klischees bemühen, aber Brat Farrar hat’s drauf! Nichts erwartet, alles bekommen. Klaus raunt mir noch ins Ohr, er hätte es doch gesagt und ich muss ihm Recht geben, was mir nicht unbedingt obliegt. Aber wenn er Recht hat, dann hat er halt Recht!
Am Ende kauft die gesamte Reisegruppe die „It’s on me“ 7inch, die natürlich nicht den Live-Erwartungen gerecht werden kann, aber dennoch ein schönes Stück gepresste Musik ist.
Dass wir dann in der schon erwöähnten Pommes Bude (!!) auch noch 3 Besoffskis (Puff von Barcelona; DonChrischan), Udo Jürgens (Der Teufel hat den Schnaps gemacht; Mika R.) und Jürgen Hart (Sing mein Sachse Sing; Mika R.) Singles erstehen, dazu noch mit dem Pommes Buden Betreiber über Gastronomie im Wedding, Musik, Görlitzer Park und Hausmeistertätigkeiten auf Mallorca diskutieren, sein wir ehrlich, wie kann ein Abend besser enden? Außer vielleicht, dass ich im Verlaufe der Nacht bei den „Supernasen“ mit Mike Krüger und dem elendigen Thommy irgendwann erschöpft zusammenbreche und kurz aber gut schlafe! Danke, war ein großartiger Abend!

OnOnOn – It’s Me!

Brat Farrar – It’s on Me!

Alles kaputt lesen – Tag 2 Düsseldorf, Tag 3 Köln, Tag 4 Trier

Alles kaputt lesen – Tag 2 Düsseldorf (Linke Zentrum, Hinterhof), Tag 3 Köln (Limes), Tag 4 Trier (Lucky’s Luke)
Tag 2 – Linkes Zentrum Düsseldorf
Nach einem netten Spaziergang durch den Tierpark in Bochum ging es auf die Autobahn, einmal beschleunigen, einmal abbremsen, in Düsseldorf abbiegen und wir sind da. Das Linke Zentrum (Homepage) ist definitiv einer meiner Lieblingsläden, sei es Lee Hollis (Bericht) oder Konzerte mit Bands wie Pascow, Oiro + Auxes (Bericht), duesenjaeger und andere, ins Zentrum fahre ich immer gerne.
Vorher kommt mir die Frage, ob es wohl „Grauzonen-Lesungen“ gibt?! Wir diskutieren im Auto, kommen aber zu der Erkenntnis, dass a.) das Attribut nicht erstrebenswert ist, b.) das Publikum sicherlich nicht „Lese-Affin“ ist und c.) von denen keine/r schreiben und lesen kann. Wir beschließen, das Projekt „Grauzonen-Lesung“ ersteinmal ad acta zu legen, oioioi.
Im Linken Zentrum zu lesen war, wie am Abend zuvor, ein großer Spaß, obwohl der Raum sehr groß ist. Ähnlich wie bei Lee Hollis kamen gut 40 Personen, die zuhörten, lachten und Spaß hatten. Atmosphärisch sind kleine Kneipen oder Räume leichter zu füllen und der Funken springt leichter über, aber die Düsseldrofer/innen sind sehr diszipliniert. Manchmal vermisse ich die Interaktion, aber Leute quatschen einfach nicht dazwischen, wir sind ja nicht in Ostwestfalen (wobei ich gerade nicht weiß, für welches Publikum das ein Kompliment ist …). Einige hatten sogar die Radiosendung vom Abend zuvor gehört und sich nicht abschrecken lassen, bereuten sogar, nicht eher die Möglichkeit hatten, der Lesung lauschen zu können.
Für die Veranstalter sicherlich eine große Erleichterung, da doch einiges im Vorfeld schief gelaufen war. Die Nacht machten wir noch zum Tage, tranken die Vorräte auf und gingen übermüdet um 7:00 Uhr ins Bett, um dann wieder um 12:00 am Frühstückstisch zu sitzen. Gute Hooligan-Videos, nette Seemannschöre und viel Gequatsche plus das großartige Zitat:
„Wer fährt allein durch den Wald mit seinem Panzer? Es ist Günther Grass, der alte Landser.“ (scheinbar ein Zitat aus der Harald Schmidt Show)

Tag 3 – Limes Köln-Mülheim
Wir sind völlig zerschossen. Alex gibt Jenny den Auftrag, auf ihn aufzupassen, Bob und ich versuchen uns mit Radler ins Geschäft zu bringen. Im Limes (Homepage) läuft Greuther Fürth vs. FC St. Pauli und die Hamburger vergeigen die letzten Chancen auf einen direkten Aufstieg. Andi lässt uns auch erst gar nicht in eine Frustschleife kommen, sondern führt uns an den Rhein, unweit des Limes. Sehr schöne Stelle und wir relaxen und genießen das geile Wetter.
Danach werden wir in ein leider mittlerweile geschlossenes Restaurant geführt, vegetarische Küche, sehr lecker! Der Koch, super sympathisch!
Kaum sind wir pappsatt zurück, geht’s auch direkt los. In Kneipen lesen ist immer schwer. Es gibt einen Grundlärmpegel, weil viele Leute ja nicht in Kneipen gehen, um sich Kulturprogramm anzusehen, sondern zu saufen! Und das ist gut so! Daher fühle ich mich tendenziell immer als Störfaktor in diesem Prozess des Saufens, doch auch in Köln ist das Publikum freundlich und offen für uns. Die erste Runde geht dann ohne größere Erlebnisse zu Ende, bis ich realisiere, dass nach der Pause bei meinem Text „He-Man Schwert“ tatsächlich jemand erst Schmatzgeräusche und dann den Lärm des Schwertes nachahmt. Geht es besser?!
Im Anschluss liest Alex und wird direkt als „BWL-Student“ beschimpft! Er kontert großartig, dass er noch nicht einmal Abitur hätte. Danach entwickeln sich zwischen dem Schweralkoholisierten und Alex großartige Wortgefechte! Respekt an Alex für die Schlagfertigkeit! Vor allem ohne jemals überheblich oder arrogant zu wirken, sodass selbst der alkoholisierte Typ sich am Ende bei ihm für die Lesung bedankt. Bei Bob ist der gute Mann dann durchaus gezähmter, das Publikum immer noch gespannt. Ein schöner Abend, an dem ich einige Pankerknacker-Kollegen kennenlernen darf und wir bis Ultimo erneut Bierchen schlabbern und uns Schlaf entziehen. Kein Wunder, dass wir auch am nächsten Tag zerschossen sind, auch wenn diesmal deutlich weniger als am Tage zuvor.

Tag 4 – Lucky’s Luke Trier
Den längsten Weg als letzten anzugehen, ist taktisch vielleicht nicht die beste Idee. Daher werden wir, bzw. Alex und Bob während ich benebelt dabei stand, auch rauchend auf der Tankstelle von einer panisch heraneilenden Jenny gewarnt, dass dort wo wir rauchen Methantanks sind und wir alles wegbomben könnten. „Ende einer Lesetour“ oder „Punks bomben Tankstelle weg“ sind die malerischen Überschriften, die wir uns ausmalen. „Terroristen in Rheinland-Pfalz“ könnte auch noch gehen, während ich mir die Grabsteinbetitelung ausmale: „Mit einem Knall aus dem Leben scheiden“, oder doch eher: „Rauchen ist hier nicht!“.
Der Ollo von Pascow hat uns ein wunderbares Tour-Ende beschert. Wir kommen zu erst beim Andreas vom Trust an, der uns beherbergt und unsere geschundenen Körper mit allerlei Kulinarischem zu Kräften bittet. Dann geht’s zu Tante Guerilla (Homepage) in den Plattenladen, um Singles und Bücher und Fanzines zu kaufen. Etwas Konsumismus darf auch mal sein. Dann wieder Essen! Dabei passieren wir die Unterhose von Karl Marx, die ausgestellt wird. Grund für die Ausstellung ist, dass gleichzeitig auch ein Rock von Jesus oder Maria in Trier gezeigt wird. Religiöse Ikonographie im beschaulichen Westdeutschland. Viele Christen und Fundamentalisten treibt es wegen dem Rock durch Trier, dazu ein Haufen humoristischer Menschen vor die Unterhose.
Lucky’s Luke (Myspace-Seite) füllt sich an einem Samstagabend mit 25 Leuten, während wir zufrieden sind, schaut der Veranstalter etwas geknickt. Bob erfüllt sich den Traum, in einer Disko zu lesen, mich erinnert der Raum eher an einen Vorlesungsraum. Alle glücklich!
Die Lesung ist dann die verhaltenste. Klar, wir werden natürlich von abend zu abend besser (*reusper*), doch die Menschen in diesem Landstrich verweigern einfach vor Begeisterung sich nackt auszuziehen und durch den Saal zu tanzen. Oder andere extatische Dinge zu tun, die wir dann humnoristisch in die Lesung einbinden könnten. Oder halt eben auch nicht! Dennoch, das Publikum rennt nicht in Scharen raus, lacht, applaudiert etc. Highlight, dass der Bob mit den letzten Sätzen die Anlage kaputt macht, weil er so laut wurde, dass das Ding abriegelt. „Alles kaputt lesen“, welch ein Ende einer Tour!
Im Anschluss feiern, wie immer! Wir sitzen am Disko-Tresen, hören Boy Sets Fire (Rookie), Turbostaat und Beatsteaks (Frieda und die Bomben), Pascow (Äthiopien die Bombe) und Social Distortion (Don‘t Drag Me Down) am Stück. Danach wird der Abend nicht mehr besser, trotz Samiam und anderen Hits. Wir legen uns mit den Türstehern an (bekommen am Ende Dosenbier und Ananas (!!!) für den Heimweg geschenkt) und scheitern auf der Suche nach Pommes um fünf Uhr morgens in Trier. „Pommes Bude kenn ich keine, aber kommt doch mit in die Kneipe davorne!“ Wir versacken gleich in zwei Kneipen (Luckys Luke schon mal rausgerechnet), in einer Bar nur mit Schwarzen und im Anschluss in einer Assi-Kneipe, wo Proleten-Techno läuft. Dass wir es nach Hause schaffen gleicht einem Wunder! Wir schlafen zu lang, lassen uns von Andreas fit machen, verpassen das Karl-Marx-Museum und freuen uns dennoch, mit vielen netten Leuten lange gequatscht zu haben, getrunken und gefeiert, gelacht und geweint zu haben. Geweint zum Glück nur vor Lachen! DANKE an alle!

Alles Kaputt Lesen – Tag 1, Bochum

Alles Kaputt Lesen – Tag 1, Bochum
Wow, was für ein Beginn an einem Mittwochabend im Ruhrgebiet. Das Wiedersehen mit dem phantastischen Alex Gräbeldinger und der bezaubernden Jenny gestaltete sich schon grotesk. Während ich am Bahnhof wartete, wurde ich von dem ersten rotzbesoffenen Akkustikgitarren-Typen vollgequatscht, dass er seine Gitarre gerade mit Leim „auf dem Bau“ hätte reparieren lassen und sich dabei die 290 Euro Collegejacke ruiniert hätte. „Rausbürsten!“ entgegnete ich nur, dann lachte er und fragte nach „einem Cent“ für ein Bier. Als er dann die zwanzig Cent hatte, rief er begeistert: „Wow, schon ein halbes Hansa!“ Und wieder jemanden glücklich gemacht. Quer durch den Bahnhof (Rot-Weiß Essen, Borussia Dortmund, VfL Bochum – alle Heimspiele an diesem Abend) durch Fußballfans und dann Alex und Jenny begrüßen, rein in den Tour-Van … oder den Mini … und rauf in die A40 oder rein in den Stau! Das „Hallo“ mit dem lustigen Bob beim Griechen in der Imbissbude („Einmal Taxi-Teller, bitte!“) fiel nicht minder stürmisch aus.
Für mich das erste mal seit langem wieder in Bochum auszugehen, um dann gleich in ein paar bekannte Gesichter zu rasseln. Dazu noch ein wunderbarer kleiner Raum, der mit ca. 35 Leuten gerammelt gefüllt ist, plus ein paar Zuhörer/innen am Äther / Livestream draußen (Punkrockers-Radio.de – Danke Wolverine!). Gute Stimme auf und vor der Bühne, die ein gemütliches Sofa ist mit alter Standlampen und Moritz Fiege in Flaschen, mehr braucht es nicht. Die ganze Goldkante, ein herrlicher Laden! Schöne Ausstellungen von Bildern, ein großartiger und bequemer Raum, gute Musik und vor allem: nette Menschen (Gruß an Vorstand und Personal!).
Erdmännchen in Bochum / Lesung Goldkante
Was unsere Lesung angeht, waren wir auf der Bühne begeistert von der Resonanz und auch im Publikum haben wir wohl einen guten Eindruck hinterlassen, wie z.B. bei RilRec Mats nachgelesen werden kann (hier ist seine Homepage).
Danach hieß es auflegen, was vor allem der Lustige Bob und Stefan übernahmen. Sehr schöne Musikauswahl, Pascow, Schleim-Keim, World Inferno Friendship Society hin und wieder zurück! Und als die Goldkante dann die Pforten langsam schloss, ging es zur „richtigen“ After-Show-Party mit dem Lustigen Bob in den Bochumer Intershop, wo dann mit dem Tresenfachpublikum bis in die Nacht gequatscht, Happy-Happy getrunken und die Atmosphäre eingesogen wurde. Das Ganze untermalt von Wipers! Geht es besser?!
Am anderen Tag dann früh raus und in den Bochumer Tiergarten, wo das erst wenige Tage zuvor geöffnete Erdmännchen-Gehege die volle Aufmerksamkeit einnahm, bevor es in Richtung Düsseldorf gehen sollte …

Lesetour in Bochum, Düsseldorf, Köln und Trier

Lesungen im April (Reading Tour in April):
Nachdem wir schon Mecklenburg-Vorpommern in Grund und Asche gelesen haben, machen wir diesmal mit den Opfern des Soli-Zuschlags weiter. Opelhausen, Diebelsstadt, Podolskidorf und Karl-Marx-Stadt (West) werden einfach im Sturm eingenommen. „Wörter, nichts als Wörter“ (…But Alive) und was Assad mit Maschinengewehren nicht vollbringt, schafft der Lustige Bob und Alex einzig und allein mit Charme. Menschen in Eichhörnchenkostümen bekommen vom Autoren ein Bier bezahlt.

11.04.12 Bochum, Goldkante, Alles Kaputtlesen Tour (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob);
12.04.12 Düsseldorf, Hinterhof LiZe, Alles Kaputtlesen Tour (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob);
13.04.12 Köln, Limes, Alles Kaputtlesen (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob);
14.04.12 Trier, Luckys Luke, Alles Kaputtlesen (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob)
Alles kaputt lesen!

und vielleicht singen wir auch ;-) – LEST KAPUTT WAS EUCH KAPUTT MACHT!

Lee Hollis in Düsseldorf

Lee Hollis im Linken Zentrum, Hinterhof in Düsseldorf (06.04.2012)
Auch wenn es ein wenig suspekt oder gar grotesk klingt, aber ich bin selbst kein großer Fan von Lesungen. Bücher wirken immer noch am besten, wenn man im Bett kuschelnd sich in die Zeilen vertieft, oder in der Bahn hockend in eine Phantasie-Welt abdriftet. Dass Lesungen an sich eher uncool sind, hängt aber sicherlich auch mit der Tatsache zusammen, dass Personen die Bücher schreiben nicht unbedingt die geborenen Entertainer sind. Natürlich gibt es Ausnahmen und es gibt viele sehr gute Autor/innen, die ohne großes Entertainment herausragende Lesungen fabrizieren, weil sie einfach angenehme Personen sind.
Lee Hollis ist auf der Bühne beides und das ist faszinierend. Auf der einen Seite ist er ein guter Entertainer. Wenn er über „charismatische, evangikale Sekten“ schreibt, die er im zarten Alter von 13 kennengelernt hat, dann kann ich mir den jungen Lee auf einmal nicht mehr nur als Sänger von Spermbirds oder Steakknife auf der Bühne der AJZs vorstellen, sondern er erscheint auch als drahtiger Mann vor einem Altar, den Herren preisend. Nun ja, ich habe eine große Vorstellungskraft und seien wir ehrlich, als Sänger der Steakknife und Spermbirds (und der alten Walter Elf) ist er natürlich genau an der richtigen Stelle. Und ob ich ihn wirklich als charismatischen Christ jemals zu Gesicht bekommen hätte, darf ebenfalls stark angezweifelt werden (oder sagen wir es direkt: (charismatische) Christen fisten! – Danke Nein Nein Nein).
Lee Hollis
Doch er ist nicht nur Entertainer auf der (Lese-) Bühne, sondern auch ein guter Autor, der mit Selbstironie über seine „Heimat“ in Deutschland und den damit verbundenen Problemen („Deutsche Sprache, schwere Sprache“, „Scheiß Sprache!“) berichtet und gleichzeitig Geschichten erzählt, die so hätten passieren können und vielleicht auch sind. Fiktion und Wahrheit, meiner Meinung nach eh egal, denn wenn mich eine Geschichte in seinen Bann zieht, spielt es doch keine Rolle, ob sie sich wirklich so zugetragen hat. Eine Geschichte wird ja nicht schlechter dadurch, dass sie nicht real ist. Und in dem Moment wird Lee Hollis zu einer angenehmen Person, einer Person, der man gerne zuhört, wie sie Mordlüste auf beste Freunde beim Segeln entwickelt oder wie er über seine Großmutter berichtet, die mit über 90 Jahren von der Wiedergeburt von Jesus Christus träumt, und zwar durch sie.
Das Publikum hängt an seinen Lippen und als Handys schellen, an dem Tresen zu laut gequatscht wird, reagiert er mit einer für ihn vielleicht typischen Schroffheit, ohne aber verletztend zu werden. Als in einer Geschichte über einen Segelausflug zwei Personen den Raum verlassen, wirft er entschuldigt ein, dass er wisse, die Geschichte sei zu lang. Er habe es doch vorher gesagt. Dabei gleichen seine „Lesungen“ weniger „Lesungen, auf denen vorgelesen wird“, sondern Lee Hollis erzählt, aus seinem Leben, aus seiner Phantasie. Und das er die Anti-Nowhere League* hasst, kann man mehr als verstehen. So what?!
Lee Hollis
* im Strafraumpogo #6 gab es mal ein Review von mir zu denen. Gut, dass mir die Musik auch mit 16 nicht gefallen hat, nach der Lesung wäre es mir gar peinlich gewesen ;-)

Bad Omen + Betrayed + Goo + Flippin Soul + … in Quezon City

Bad Omen + Betrayed + Goo + Flippin Soul +Count Kutu + End of Man + Neighbors + Rizal Uno in Skarlet/Ten02 Bar in Quezon City (15.03.2012)
Eine Woche nach der CD-Release Party von Bad Omen, wo das Skarlet (ehemals: Ten02-Bar) brechend gefüllt gewesen sein soll und Punks und Skins den Laden zum Teil in Schutt und Asche gelegt haben, gab es diesmal eine ruhigere Show unter der Woche. Leider nur ein paar Leute verirrten sich an diesem Donnerstag in den Laden und sahen gute Songs von großartigen Bands. Sowohl die 80er Jahre Helden von Betrayed, die u.a. mit einer Coverversion von „New Rose“ von The Damned glänzten, die Jungs von Bad Omen, die neben vielen eigenen Songs auch The Clash und Cock Sparrer coverten, sowie die großartigen Flippin Soul, die einfach phantastische Soul-Musik zum besten gaben und die Tanzbeine der Anwesenden in Schwung brachten, hätten ein größeres Publikum verdient gehabt. Auch Goo sind eine tolle Emo-College-Rock Band, die im Vergleich zum Abend zuvor (s. hier) druckvoller spielten. Betrayed im Anschluss waren eine der ersten Bands, die Punk mit Hardcore-Einflüssen spielten, Mitte der 1980er Jahre. Heute spielen sie eher schnelleren, vom England-Punk der späten 1970er beeinflussten Punkrock.
Betrayed 2012
Tja und zu Bad Omen muss ich hier wohl nicht mehr viel Schreiben, weil alles wichtige schon gesagt ist (hier ). Vor allem die neue CD „Unite and Fight“ weiß mit 16 Songs zu gefallen – u.a. schön die Cock Sparrer Coverversion „Manila Belongs to Me“, in der Freund/innen aus der Pinoy-Punk-Szene gefragt wurden, den Song einzusingen. Und „Bloody Bastards“ ist ein richtiger Hit, simpler, guter Streetpunk.
Dass die Flippin‘ Souls den Abend für uns beendeten, war dann ein schöner Kontrast. Soulmusik auf die Beine und weniger auf den Kopf ausgerichtet und dennoch mit einem „Alex-Clockwork-Orange“ am Gesang, der einfach wahnsinnig charismatisch wirkte und mit seinem charmanten Lächeln Menschen in seinen Bann ziehen konnte.
Flippin' Soul
So war es ein schöner Abend mit Freund/innen und Leuten, die ich gerne habe und dazu kaltes Bier und laute Musik! „We‘re coming back!“

Walk Me Home + Identikit + Goo + Shoulderstate + Shocking Details + Death To Puberty in Quezon City

Walk Me Home + Identikit + Goo + Shoulderstate + Shocking Details + Death To Puberty in Route196 in Quezon City (14.03.2012)
Das erste Mal, dass ich Agee getroffen habe, war in Quezon City. Ich besuchte gerade das NGO-Netzwerk Freedom From Debt Coalition und wartete auf den Geschäftsführer, als ich Agee auf mich zu kam. Er zeigte auf mein Rumbleseat-Tshirt und sagte nur „A great band“. Da konnte ich nur zustimmen. Sehr schnell begannen wir uns uns über Musik, Hot Water Music, No Idea Records und andere Dinge zu unterhalten. Sein Fanzine – „Thought Market“ – gehört zu den besten Zines, die ich je gelesen habe. Genau die Balance zwischen persönlichen Anmerkungen, interessanten Texten und interessierten Fragen. Darüber hinaus ist Agee auch noch der Schwager eines anderen Freundes, so klein ist die Welt.
Gegen Ende des Jahres begann Agee dann alle seine CDs zu verkaufen. Fifth Hour Hero, Get-Up Kids, viele Highlights der spät-90er Emo-Punk-Hardcore-Phase mit einem Mal aus der Sammlung gerissen. Der Grund, bei seiner Frau wurde Krebs festgestellt und in einem Land wie den Philippinen fängt das soziale Sicherheitsnetz nicht alle auf, eher nur die wenigsten. Medizinische Versorgung ist teuer und aus dem Grund veranstaltete Agee zudem ein Festival, um weitere Einnahmen für die Heilung seiner Frau einzunehmen.
Als wir ankamen spielten schon die ersten Bands. Die meisten Bands kann man mit dem Begriff Indierock gut umschreiben, wie zum Bespiel Identikit (Youtube-Video) oder Death to Puberty (ebenfalls youtube-Video). Das ist ganz okay, um es in einer Kneipe nebenbei zu hören. Großartig auffallend waren aber vor allem zwei Bands. Zum einen Goo, die flotten Indiepunk spielen, Studierenden-Musik, jawohl, aber gute. Vielleicht gleichzeitig die schwerste Band Manilas, aber dennoch eine Leichtigkeit in der Musik. An diesem Abend begeisterten sie mich weniger als am nächsten Tag (s. Konzertbericht in Zukunft, hehe), aber auch hier war das Talent schon offenkundig.
Goo in Quezon City
Großartig war und ist allerdings die All Girl Band The Shocking Details (Homepage). Leider konnte ich kein Youtube-Video finden und deren Website gibt noch nicht viel an Musik her, aber ihr minimalistischer Rocknroll wusste direkt zu begeistern. Rocknroll trifft auf Indie trifft auf Punk mit einer schönen „Fuck You Attitude“. Dazu eine sehr gute Schlagzeugerin und mich riss es direkt von den Sitzen. Einfach nur gut. Unbedingt anchecken und hoffen, dass die Damen demnächst was veröffentlichen. (mehr…)

Kalikasan Environment Band in Tulunan

Tri-People Youth + Kalikasan Environment Band im Tulunan Comunity Development Center in Tulunan (North Cotabato, Philippines) (10.03.2012)
Es ist merkwürdig in einer hochmilitarisierten Zone einem Konzert beizuwohnen. Schon auf dem Weg nach Tulunan in North Cotabato auf der Insel Mindanao in den Philippinen begegnen uns Militärfahrzeuge. Wenige Tage zuvor wurde in Kidapawan, der Hauptstadt von North Cotabato ein lokaler Warlord auf offener Straße erschossen. Die maoistische Rebellenarmee New People’s Army (NPA) bekennt sich zu der Tat (Artikel hier). Als wir in Tulunan ankommen, treffen wir lokale Aktivist/innen, die sich für den Friedensprozess einsetzen, denn auch die muslimische Moro Islamic Liberation Front (MILF) ist hier häufiger in Gefechten mit der Armee (Armed Forces of the Philippines; AFP) verwickelt. Gründe für diese Gefechte sind häufiger weniger ideologischer oder religiöser Art, als schlichtweg materieller Art. Vor allem die muslimische Minderheit wird seit Jahrzehnten von zumeist christlichen Siedler/innen und Paramilitärs schickaniert, verarscht und bedroht. Es geht um Landrechte, Bergbau, ums Überleben. Die MILF, genauso wie die ältere Moro National Liberation Front (MNLF) wurden eher durch Libyen und Gaddafi geprägt als durch Al Qaida oder den Iran.
Military in the Philippines
Als wir abends die Bürgermeisterin on Tulunan treffen und mit ihr über die Resolution der Stadt gegen Bergbau sprechen, sind wir begeistert. Die Frauen an der Macht – der Bürgermeisterin stehen zwei Stadträtinnen zur Seite – haben eine klare Vision, die sich deutlich gegen die Ausplünderung der Ressourcen mit allen damit verbundenen Risiken ausspricht. Lieber nachhaltige Landwirtschaft als ökologische, gesundheitliche, menschenrechtliche und andere Risiken durch den Bergbau einzugehen. Sehr löblich!
Im Anschluss findet uns zu Ehren eine kulturelle Performance statt. Ich bin kein Fan von Ethno-Kitsch und lokaler Rockmusik. Lokale Punkmusik, jeder Zeit, aber OPM (Original Pinoy Music) ist häufig kaum auszuhalten. Beweise für gute Punkmusik aus dem Land dürften sich zur Genüge auf diesen Seiten finden, doch was die Kalikasan (Tagalog für „Umwelt) Band bietet ist durchaus okaye Rockmusik. Textlich geht es gegen Umweltzerstörung und einige Songs sind eher schmachtend, andere formidable Rocksongs. Okay, nichts, wofür ich mir den Wecker stellen würde, aber bei Weitem nicht so schlimm, wie in dieser entlegenen Region erwartet.
Kalikasan Band
Vor allem das Aussehen des Bassiten tut es mir an. Zwei aus unserer Gruppe bezeichnen ihn unabhängig von einander als „Albino“. Ich lege „PC-Veto“ ein, Menschen nennt man doch nicht „Albino“? Nashörner, ja, Karninchen, sicherlich, aber Menschen? Wir diskutieren noch Tage später darüber. „Menschen mit Albinismus“ scheint wohl die gebräuchlichere Variante zu sein, ich hätte mit etwas weniger diskriminierendem Terminus gerechnet. „Albinos“, für mich sieht er immer noch irisch aus.
Im Anschluss gibt es noch eine Theaterdarbietung der Tri-People Youth aus Columbio, Sultan Kudarat. Als Theaterstück arbeiten sie zum einen den Zerstörung der Umwelt auf, zum anderen auch politische Morde, wie an dem italienischen Priester und Aktivisten „Father Pops“. Dieser wurde Ende letzten Jahres für seinen Einsatz der Aussöhnung und gegen Umweltzerstörung erschossen (vgl. Website mit mehr Informationen), seine Mörder wurden eher durch Zufall gefasst, die Hintermänner/frauen sind noch größtenteils unbekannt. Was ich schon zuvor zu Ethno-Pop geschrieben habe, gilt auch hier: trotz meiner Skepsis (Tanztheater ist nun wirklich meine Sache nicht) können die Kids mit verschiedenen Hintergründen (Muslima, Christen, Indigene Gemeinschaften) das Publikum begeistern. Ich muss mich nicht fremdschämen und auch nicht für meine Gegenwart Rechtfertigungen suchen, das ist schon gut.
Tri-People Youth
Später wird noch getanzt und gelacht. Da wissen die meisten schon, dass es wenige Kilometer entfernt gerade eine Schlacht zwischen NPA und AFP gibt, 100 Rebellen versus 100 Soldaten. Die Bürgermeisterin teilt uns gegen kurz vor neun mit, dass die Gefechte beendet worden sein. Sie lächelt dabei. So ist das nun mal in einer permanenten Ausnahmesituation. Ob ich mich jemals daran gewöhne?
Doch lange bleibt nicht Zeit, um kurz vor neun am Abend fällt der Strom aus, die Party ist beendet. Wir verlagern uns mit den Kids vom Theater und Freunden in Richtung angrenzenden Basketball-Court, Licht gibt’s aus dem Auto, Bier vom Markt. Und als dann gegen elf ein Feuerwerk beginnt, zucken alle einen Moment zusammen, nur um dann lachend auf das Spektakel zu zeigen. Ein guter Abend!

Trash Radio Manila, R.I.P.

Words are never enough to describe loosing a person, a friend! I still feel not old enough too loose friends, especially as long as they are in their 20s, 30s or 40s. Last Thursday I got the sad news that Gigi Samson died. She was one of the most interesting persons I met in all the years in the Philippines. Her friend died a few years ago and she started a „health project“ to support old punks in the scene without access to the social security system. I don‘t know, if this really pushed through, but I think the name was „heartcore“. That was in 2009, I guess. After that we met several times on some shows, especially when The Beauty of Doubt were playing. In 2010 she was the only person in the Philippines I knew, who was interested in the fifa world championship in South Africa. Sadly, we missed to watch a game together.
My last contact was with her for an interview about the punk scene in late 2011. Below you can find the more personal part of the interview. I published a quote of her in a soon published book about the Philippines, but here is the interview with her. She died March 11 in the age of only 42, rest in peace, Gigi! Sad that you are not able to read the interview anymore!

Gigi, RIP

First, please introduce yourself?
I go by the monicker Marika. I am the author of the blog Trash Radio Manila. In the past I was editorial assistant of the now defunct Jingle Chordbook magazine and, later on, the unofficial data keeper (the “listless lister”) for the now defunct radio show Timebomb. In a nutshell, I am an observer.

How did Punk/Hardcore start for you? What was your first record / song?
I was collecting copies of Jingle Chordbook magazine long before I got to be part of the staff. (I was actually one of the last members of the staff.) The mag was (I think) the only commercial publication that documented the emerging punk scene during that time. I never had access to fanzines since I was raised in an impossibly strict household, though I did get to have copies of the Herald X fanzine which I lost anyway. Then there was this radio show called “Capital Radio” that was being aired via the predominantly new wave radio station DWXB102. I would sneak in the radio set in my room every 9pm and it was through this show that I heard the song that was to be my epiphany to Pinoy punk: Urban Bandits’ “Hoy!” My mind was totally blown away by that song. On the other hand, it was through Jingle that I learned about DWXB102, DZRJAM (where Howlin’ Dave would air Pinoy Rock n’Rhythm – which I never got to hear), and punk personalities and bands. No person introduced them to me. For introducing me to punk I am forever grateful to Jingle and to Capital Radio.

In which projects are you further active?
I am doing Trash Radio Manila which is presently hibernating but will be back before the end of the year.

How important is the d.i.y. aspect of punk/hardcore for you?
D.I.Y. is a very essential aspect of punk and hardcore but I am personally not very heavy into it. However, I greatly appreciate how the punks create records and merch and other stuff largely on their own.

How important is and was Punk/Hardcore for you? What changed Punk inside of you (behaviour, thoughts) and what would you be, if you haven’t found out the existence of Punk/Hardcore?
Very important. Punk/hardcore embodies my main credo in life, which is thinking independently even if I have to go against the flow. It was almost impossible that I would discover punk, given my background (strict household, all-girl catholic school, immediate community that had only heard of Michael Jackson) but I did find out about it; but if ever I didn’t, I would have either gone listening heavily to folk, or maybe jazz. If one thinks about it hard, folk and jazz music also embody the spirit of punk, though put in a different tone.

What’s your favorite band / records (in general and Pinoy-Punk bands)?
Offhand: The Clash, Stiff Little Fingers, Dead Kennedys, Minor Threat, Rites of Spring, Urban Bandits, Dead Ends, Throw, The WUDS, G.I. and The Idiots, Tame The Tikbalang. I’m sure I missed so much more.

How important are political issues for you?
Definitely important as it affects the kind of life that we have in the society. I try to get involved when there are issues that are really vital to me like that of the RH Bill (Anm. Mika: This refers to the „Reproductive Health Bill“, you can find intformation about the bill and campaign of progressive women’s groups on the homepage of philippinenbuero) but I am not very comfortable with rallies (not that I am not used to them – I attended college at the state university anyway where rallies are quite the way of life) because of some people who get involved in them.

How political should Punk/Hardcore be in your opinion?
As much as how comfortable the band doing Punk/Hardcore is in dealing with the issue. For me, nothing sucks more than a band trying to dwell on unfamiliar issues just to make them more “punk”.

Where are you from and how is Punk in your home-province?
I am from Manila, and (I daresay that) Pinoy punk was born in Manila. At present, though, the surrounding provinces like Bulacan, Cebu, Laguna, and Quezon are just are (or even more) involved in punk.

Ox 100! Sniffing Glue + Pascow + Jingo de Lunch + EA80 + The Wire in Solingen

Ox 100! Sniffing Glue + Pascow + Jingo de Lunch + EA80 + The Wire in der Cobra in Solingen (11.02.2012)
100 Jahre Ox!?! Oder doch „nur“ 100 Ausgaben?!? Gefühlt gibt es das Ox schon ewig, offiziell seit Ende 1988. Wahnsinn, da war ich noch in der Grundschule und vielleicht einige die dies hier lesen noch nicht einmal bemächtigt, selbst Texte zu lesen, geschweige denn zu schreiben. Was natürlich jetzt nicht impliziert, dass ich in der Grundschule schon Ox gelesen oder gewusst hätte, was „Ox“ ist.
100 Ausgaben Ox also, durchaus ein Grund zu feiern. Leider Gottes habe ich allerdings vollkommen vergessen, mir das Heft zu zulegen. Das liegt zum einen daran, dass mich das Ox von allen Musikmagazinen mit Schwerpunkt „Punk/Hardcore“ doch mittlerweile am wenigsten interessiert. Während das Trust mit Nummer 149 ihr 25jähriges Jubiläum mit einem feinen Dischord-Special (und in Nummer 150 ganz schnöde die normal-gute Qualität bot) und dazu mit Leatherface, No Means No und Sex Jams feierte (Bericht s. hier), beschenkte das Ox sich ebenfalls mit einem feinen Fest und NoFx samt Torte auf dem Cover (Link zum Ox).
Alex Gräbeldinger, die bezaubernde Gianna und meine Wenigkeit hatten – wie schon eine Woche zuvor vor dem Leatherface Konzert – am Abend zuvor die Bühne in Kusel geteilt. Das liegt irgendwo in Rheinland-Pfalz und an dieser Stelle Danke an alle, die da waren und mitgeholfen, mitgelacht und mitgetrunken haben. War sehr schön. Vor allem, da der Altersdurchschnitt sehr hoch, die Stimmung aber ebenso war. Die liebe Jenny und der Alex haben mich liebenswürdigerweise durch die Gegend gefahren, mir Möglichkeiten geboten, mich frisch zu machen und alles daran gesetzt, zusammen einen sehr feinen Abend zu haben. Natürlich wurde das Ganze ein super Abend als auch noch frierend die Liebsten dazugestoßen sind! Zitternd vorm Einlass warteten sie, als wir aus der Germania Klause gewankt kamen. 0,2 Pils für 1,10 € … faire Preise!
Die personalisierten Karten (sic!) dann an der Cobra vorgezeigt und recht zügig vor die Bühne. Sniffing Glue hatten schon angefangen. Leider wollte der Funke nicht sonderlich auf mich überspringen. Hardcore in großen Hallen, das funktioniert nicht. Das sieht aus wie ein Schwarz-Weiß Essen Heimspiel vor 100 Leuten. Keine Energie, keine Spannung, kein Knistern in der Luft. Nur die witzigen Zwischenrufe in jedem achten Heimspiel fehlen. Da konnten sich die Mannen um Sänger Marcel noch so anstrengen, das war maximal nett. Im AJZ Bielefeld dereinst war es großartig, hier nur ein Warmlaufen, maximal.
Alex Pascow
Schon eher eine Band für diesen Rahmen sind mittlerweile Pascow. Zum einen haben sich die sympathischen Saarländer (das klingt jetzt aber schon nach „Bauer sucht Frau“) bzw. pfundigen Pfälzer (jetzt noch mehr … puuh, es riecht mittlerweile auch so … merkwürdig … irgendwelche Agraringenieure in der Nähe?) … – wo war ich? Ach ja, Pascow haben sich den Arsch in den letzten Jahren so dermaßen wund, aber nicht ab gespielt, dass ihr Bekanntheitsgrad so langsam in die Nähe der von mir diktatorisch aufgelegten Popularität kommt, die ich bestimmen würde, wenn ich denn Diktator wäre. Zum anderen sind sie einfach eine großartige Band und das kann man so objektiv festhalten, vor allem als angehender Diktator. Jede/r die/der was anderes sagt ist blöd. Fertig! Auf jeden Fall spielten und rockten die Jungs alles zu Mus, wie es und je. Eine gute Mischung aus allen Alben, eine Hitdichte wie ansonsten nur bei wenigen deutschen Bands und alles immer sympathisch bis ans Limit. This is Gimbweiler and not L.A.! Und dann „Trampen nach Norden“, ans Meer und dann weg, gelle!?!
Yvonne - Jingo de Lunch
Sympathisch war Sängerin Yvonne von Jingo de Lunch ebenfalls. Doch die Musik ist einfach nur grottenlangweilig. Ich glaube, Personen, die Jingo de Lunch nicht schon in den späten 1980er Jahren mochten (file under: denn sie hatten nichts anderes), fangen heute sicherlich nicht an, sie zu mögen. Da lege ich mich mal weit aus dem Fenster! Metalllastiger Hardrock mit Punk-Verschnitt. Das lockt niemanden hinter dem Ofen hervor. „Did you ever“ ist der eine Hit, den wir dann auch noch verpassten. Zu viele nette Menschen, zu viele „Hallos“. Macht aber nichts. Jingo de Lunch sind meiner Meinung nach 2012 überflüssig, wie Onkelz-Cover-Bands, Madsen oder Hardrock. Da kann Sängerin Yvonne noch so charmant auf der Bühne wirken, V-Gitarren und Hardcore … ohne Worte. Aber viele ältere Semester auf dem Konzert haben sich dennoch gut amüsiert und wer verdenkt es ihnen (file under: denn sie hatten ja nichts anderes! Die Spät-80er müssen schon eine merkwürdige Zeit gewesen sein, Hardcore-Bands spielten Metall, Funpunk war beliebt, etc. Alles ein Wahnsinn …).
Wenn ich versuche Jüngeren die Bedeutung der „White Light, White Heat, White Trash“ von Social Distortion zu erklären, scheitere ich jedesmal. Ja, das ist auch nur Rockmusik nach heutigem Ermessen, damals hat es mich als „Punk“ geflasht. Geflasht? Sagen das heute noch Leute oder kann man mir jetzt schon mein Alter anhand der Wortwahl ablesen? Wahrscheinlich letzteres, damn it! Also, gerade noch über die „alten Semester“ gelästert, die Jingo de Lunch gut finden und jetzt „geflasht“ schreiben und einen auf jung machen. Das geht in die Hose, aber sowas von. Mist! Aber egal, andere Zeiten, andere Musik. Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen und wenn man das doof findet, dafür gibt’s ja unten Kommentarmöglichkeiten!
Im Anschluss allerdings das eigentliche Highlight. Schon seit Tagen würdige ich deren neue LP „DEFINITIV NEIN!“ schon mehrfach täglich mit all meinen Sinnen, vor allem aber meinem Gehör. „Fort von krank“, der Opener ist so dermaßen geil, also, sooooo dermaßen geil, dass ich mit der Überhöhung und mehrfach Verwendung der „o’s“ in „so“ zeigen will, dass die deutsche Sprache kaum Worte dafür hat, wie geil diese Platte ist. Nämlich: Soooooooooooo geil!
Auf jeden Fall freute ich mich auf das zweite Konzert, was ich jemals von ihnen live sehen würde, wie ein Schneekönig. Schneekönig? „Sich freuen wie ein Schneekönig“, 41.600 Google-Treffer, definitiv auch kein Jugendslang! Aber EA 80 sind ja auch keine Kinderband. Das andere Konzert war 2005 in Stemwede beim Open Air und schon dort gefielen sie mir schon gut, aber nicht sooooooo geil, sondern eher richtig gut. Guut … nee, das sagt man nicht. Übrigens, es nervt, wenn Leute „nee“ meinen und „ne“ schreiben. Im ostwestfälischen Sprachgebrauch sind das sowas von zwei verschiedene Paarschuhe, ne?! Aber zurück zu EA80 und um diesen Text auch mal langsam ein Ende finden zu lassen: EA80 waren geil! Was schreibe ich: soooo (+ xmal „o“) geil! Einfach eine gute Liveband, einige neue Sachen, viel alten Kram und einen extra Song für den 100sten Geburtstag bzw. das 100ste Heft vom Ox. Alles in allem super.
The Wire danach haben wir uns dann nicht mehr lange angesehen. Freunde mussten noch in die ostwestfälische Provinz („ne?!“) und ich am anderen morgen früh arbeiten („nee! Stimmt nicht, meine Begleitung aber, ne.“). Die zwei Songs, die wir mitbekommen haben, waren auch eher belangloser Wave-Pop, was okay war, aber nach EA80 hätten wahrscheinlich hunderte, tausende, wenn nicht fast alle Bands auf diesem Planeten so ausgesehen, als wäre es absolut überflüssig, noch irgendetwas zu diesem Abend beizusteuern.
Budde - EA80
Entschuldigt, dass der Text so wirr geworden ist. Ich lese gerade Max Goldt und irgendwie … ach lassen wir das.

Leatherface + Dead Koys in Siegen

Leatherface + Dead Koys im Vortex in Siegen (05.02.2012)
Leatherface in Siegen
Nach einer anstrengenden Lesung in Wermelskirchen mit vielen guten Geschichten (Danke an Alex Gräbeldinger, Jimi Berlin, Shawn und Frustus) und einer viel zu langen Nacht am Tresen, waren die Kräfte für einen 1,5 Stundenritt bei Eis und Schnee fast erloschen. Immerhin, vor 20 Leuten im AJZ Wermelskirchen gelesen, wo Green Day dereinst vor 50 Leuten gespielt haben – an dem Abend, als sie erfuhren, das ihr Album „Dookie“ in den UsA auf Platz eins der Albumcharts steht. Darauf erst mal ein genüssliches Schulterklopfen. Oder auch nicht!
Beim Abendbrot diskutiert, Leatherface hin, Leatherface her. Siegen, das liegt hinter den Sieben Zwergen samt sieben Bergen. Süddeutschland, im tiefsten! War das nicht schon fast Österreich? Der Tatort lockte schon, doch dann doch einfach ins Auto gestiegen und durch die Nacht. Im Anschluss festgestellt, dass es der österreichische Tatort war, vielleicht aus Siegen. Leatherface auf jeden Fall die bessere Alternative, schließlich das einzige Konzert auf der Tour, welches ich beiwohnen können würde.
Am Vortex dann angekommen, erstmal über die Eintrittspreise von 12 Euro pro Persona gewundert. Wow, teuer! Und dennoch, nirgends ein Plakat, außer ein „Selbstgemaltes“ auf der Herrentoilette. Von Vorbands wusste auch niemand nichts. Dann kam doch eine, Vorband jetzt. Diese über sich ergehen lassen, Dead Koys. Junge Leute aus überall des südlichen NRWs, die ganz okay waren, mehr aber auch nicht. Klar, vor Leatherface sieht man immer Scheiße aus!
Warten auf Frankie & Co, doch im Gegensatz zu Godot, kommen die Herren doch noch auf die Bühne. Dann gewundert, wer ist denn der Mann an der Gitarre? Ein „Gitarren-Warmspieler“? Das wäre doch überflüssig. Dann allerdings Frankie Stubbs auf der Bühne, den linken Arm in einen Sunderland-Schal gehült, das Schlüsselbein und die Schulter schonend. So will der auf eine mehrwöchige Tour gehen?! In Russland, Skandinavien, etc.?! R-E-S-P-E-C-T!
Leatherface - Frankie Stubbs
Tja, der gute Herr hatte sich vor der Tour mal das Schlüsselbein gebrochen, fuck! Also, ohne Frankies Gitarrenspiel, dafür mehr Getanze und eine Konzentration auf den Gesang. Vor allem bei einigen Hits wie „Dead Industrial Atmosphere“ oder „Springtime“ fehlte die charakteristische Gitarre, verdammt. Aber der „Stubbs Shuffle“, die galanten Beinbewegungen in einer Vielzahl als Tanz, entschädigten ein wenig dafür.
Das Set war dann das gewohnte Programm der letzten Tour in anderer Reihenfolge und ohne „Not Superstitious“. Am Ende war der Kasten Wicküler auf der Bühne leer, nach Zugaben die Show beendet und es ging mit einem guten Gefühl zurück ins Ruhrgebiet. Hat sich doch gelohnt.
Musch, musch, musch
Und mit im Gepäck eine Flasche Wicküler, die noch übrig geblieben ist und ein paar Kopien der „Mush“, die als Bootleg an diesem Abend auf Vinyl verkauft worden sind. Also, Augen auf bei den nächten Konzerten.

Lesung in Kusel – morgen

Morgen:
Lesung mit Lesung Alex Gräbeldinger, Gianna Brachetti und Mika Reckinnen im Mehrgenerationenhaus in Kusel. Welche Generation ich dabei darstelle, dürfte wohl klar sein. Gichtkranker, alter Sack, der von früher erzählt. Oder so ähnlich!
Lesung in Kusel - Alex Gräbeldinger, Gianna Brachetti und Mika Reckinnen

The Beauty of Doubt – RIP

Goodbye and Farewell! Thank you for the music!
The beauty of doubt
picture: Quezon City 2010; Ten02 Bar
The Beauty of Doubt (2002 – 2012)

video: Quezon City 2009; Leprechaun