Archiv der Kategorie '03. Lesungen - Termine'

Alles kaputt lesen – Tag 2 Düsseldorf, Tag 3 Köln, Tag 4 Trier

Alles kaputt lesen – Tag 2 Düsseldorf (Linke Zentrum, Hinterhof), Tag 3 Köln (Limes), Tag 4 Trier (Lucky’s Luke)
Tag 2 – Linkes Zentrum Düsseldorf
Nach einem netten Spaziergang durch den Tierpark in Bochum ging es auf die Autobahn, einmal beschleunigen, einmal abbremsen, in Düsseldorf abbiegen und wir sind da. Das Linke Zentrum (Homepage) ist definitiv einer meiner Lieblingsläden, sei es Lee Hollis (Bericht) oder Konzerte mit Bands wie Pascow, Oiro + Auxes (Bericht), duesenjaeger und andere, ins Zentrum fahre ich immer gerne.
Vorher kommt mir die Frage, ob es wohl „Grauzonen-Lesungen“ gibt?! Wir diskutieren im Auto, kommen aber zu der Erkenntnis, dass a.) das Attribut nicht erstrebenswert ist, b.) das Publikum sicherlich nicht „Lese-Affin“ ist und c.) von denen keine/r schreiben und lesen kann. Wir beschließen, das Projekt „Grauzonen-Lesung“ ersteinmal ad acta zu legen, oioioi.
Im Linken Zentrum zu lesen war, wie am Abend zuvor, ein großer Spaß, obwohl der Raum sehr groß ist. Ähnlich wie bei Lee Hollis kamen gut 40 Personen, die zuhörten, lachten und Spaß hatten. Atmosphärisch sind kleine Kneipen oder Räume leichter zu füllen und der Funken springt leichter über, aber die Düsseldrofer/innen sind sehr diszipliniert. Manchmal vermisse ich die Interaktion, aber Leute quatschen einfach nicht dazwischen, wir sind ja nicht in Ostwestfalen (wobei ich gerade nicht weiß, für welches Publikum das ein Kompliment ist …). Einige hatten sogar die Radiosendung vom Abend zuvor gehört und sich nicht abschrecken lassen, bereuten sogar, nicht eher die Möglichkeit hatten, der Lesung lauschen zu können.
Für die Veranstalter sicherlich eine große Erleichterung, da doch einiges im Vorfeld schief gelaufen war. Die Nacht machten wir noch zum Tage, tranken die Vorräte auf und gingen übermüdet um 7:00 Uhr ins Bett, um dann wieder um 12:00 am Frühstückstisch zu sitzen. Gute Hooligan-Videos, nette Seemannschöre und viel Gequatsche plus das großartige Zitat:
„Wer fährt allein durch den Wald mit seinem Panzer? Es ist Günther Grass, der alte Landser.“ (scheinbar ein Zitat aus der Harald Schmidt Show)

Tag 3 – Limes Köln-Mülheim
Wir sind völlig zerschossen. Alex gibt Jenny den Auftrag, auf ihn aufzupassen, Bob und ich versuchen uns mit Radler ins Geschäft zu bringen. Im Limes (Homepage) läuft Greuther Fürth vs. FC St. Pauli und die Hamburger vergeigen die letzten Chancen auf einen direkten Aufstieg. Andi lässt uns auch erst gar nicht in eine Frustschleife kommen, sondern führt uns an den Rhein, unweit des Limes. Sehr schöne Stelle und wir relaxen und genießen das geile Wetter.
Danach werden wir in ein leider mittlerweile geschlossenes Restaurant geführt, vegetarische Küche, sehr lecker! Der Koch, super sympathisch!
Kaum sind wir pappsatt zurück, geht’s auch direkt los. In Kneipen lesen ist immer schwer. Es gibt einen Grundlärmpegel, weil viele Leute ja nicht in Kneipen gehen, um sich Kulturprogramm anzusehen, sondern zu saufen! Und das ist gut so! Daher fühle ich mich tendenziell immer als Störfaktor in diesem Prozess des Saufens, doch auch in Köln ist das Publikum freundlich und offen für uns. Die erste Runde geht dann ohne größere Erlebnisse zu Ende, bis ich realisiere, dass nach der Pause bei meinem Text „He-Man Schwert“ tatsächlich jemand erst Schmatzgeräusche und dann den Lärm des Schwertes nachahmt. Geht es besser?!
Im Anschluss liest Alex und wird direkt als „BWL-Student“ beschimpft! Er kontert großartig, dass er noch nicht einmal Abitur hätte. Danach entwickeln sich zwischen dem Schweralkoholisierten und Alex großartige Wortgefechte! Respekt an Alex für die Schlagfertigkeit! Vor allem ohne jemals überheblich oder arrogant zu wirken, sodass selbst der alkoholisierte Typ sich am Ende bei ihm für die Lesung bedankt. Bei Bob ist der gute Mann dann durchaus gezähmter, das Publikum immer noch gespannt. Ein schöner Abend, an dem ich einige Pankerknacker-Kollegen kennenlernen darf und wir bis Ultimo erneut Bierchen schlabbern und uns Schlaf entziehen. Kein Wunder, dass wir auch am nächsten Tag zerschossen sind, auch wenn diesmal deutlich weniger als am Tage zuvor.

Tag 4 – Lucky’s Luke Trier
Den längsten Weg als letzten anzugehen, ist taktisch vielleicht nicht die beste Idee. Daher werden wir, bzw. Alex und Bob während ich benebelt dabei stand, auch rauchend auf der Tankstelle von einer panisch heraneilenden Jenny gewarnt, dass dort wo wir rauchen Methantanks sind und wir alles wegbomben könnten. „Ende einer Lesetour“ oder „Punks bomben Tankstelle weg“ sind die malerischen Überschriften, die wir uns ausmalen. „Terroristen in Rheinland-Pfalz“ könnte auch noch gehen, während ich mir die Grabsteinbetitelung ausmale: „Mit einem Knall aus dem Leben scheiden“, oder doch eher: „Rauchen ist hier nicht!“.
Der Ollo von Pascow hat uns ein wunderbares Tour-Ende beschert. Wir kommen zu erst beim Andreas vom Trust an, der uns beherbergt und unsere geschundenen Körper mit allerlei Kulinarischem zu Kräften bittet. Dann geht’s zu Tante Guerilla (Homepage) in den Plattenladen, um Singles und Bücher und Fanzines zu kaufen. Etwas Konsumismus darf auch mal sein. Dann wieder Essen! Dabei passieren wir die Unterhose von Karl Marx, die ausgestellt wird. Grund für die Ausstellung ist, dass gleichzeitig auch ein Rock von Jesus oder Maria in Trier gezeigt wird. Religiöse Ikonographie im beschaulichen Westdeutschland. Viele Christen und Fundamentalisten treibt es wegen dem Rock durch Trier, dazu ein Haufen humoristischer Menschen vor die Unterhose.
Lucky’s Luke (Myspace-Seite) füllt sich an einem Samstagabend mit 25 Leuten, während wir zufrieden sind, schaut der Veranstalter etwas geknickt. Bob erfüllt sich den Traum, in einer Disko zu lesen, mich erinnert der Raum eher an einen Vorlesungsraum. Alle glücklich!
Die Lesung ist dann die verhaltenste. Klar, wir werden natürlich von abend zu abend besser (*reusper*), doch die Menschen in diesem Landstrich verweigern einfach vor Begeisterung sich nackt auszuziehen und durch den Saal zu tanzen. Oder andere extatische Dinge zu tun, die wir dann humnoristisch in die Lesung einbinden könnten. Oder halt eben auch nicht! Dennoch, das Publikum rennt nicht in Scharen raus, lacht, applaudiert etc. Highlight, dass der Bob mit den letzten Sätzen die Anlage kaputt macht, weil er so laut wurde, dass das Ding abriegelt. „Alles kaputt lesen“, welch ein Ende einer Tour!
Im Anschluss feiern, wie immer! Wir sitzen am Disko-Tresen, hören Boy Sets Fire (Rookie), Turbostaat und Beatsteaks (Frieda und die Bomben), Pascow (Äthiopien die Bombe) und Social Distortion (Don‘t Drag Me Down) am Stück. Danach wird der Abend nicht mehr besser, trotz Samiam und anderen Hits. Wir legen uns mit den Türstehern an (bekommen am Ende Dosenbier und Ananas (!!!) für den Heimweg geschenkt) und scheitern auf der Suche nach Pommes um fünf Uhr morgens in Trier. „Pommes Bude kenn ich keine, aber kommt doch mit in die Kneipe davorne!“ Wir versacken gleich in zwei Kneipen (Luckys Luke schon mal rausgerechnet), in einer Bar nur mit Schwarzen und im Anschluss in einer Assi-Kneipe, wo Proleten-Techno läuft. Dass wir es nach Hause schaffen gleicht einem Wunder! Wir schlafen zu lang, lassen uns von Andreas fit machen, verpassen das Karl-Marx-Museum und freuen uns dennoch, mit vielen netten Leuten lange gequatscht zu haben, getrunken und gefeiert, gelacht und geweint zu haben. Geweint zum Glück nur vor Lachen! DANKE an alle!

Alles Kaputt Lesen – Tag 1, Bochum

Alles Kaputt Lesen – Tag 1, Bochum
Wow, was für ein Beginn an einem Mittwochabend im Ruhrgebiet. Das Wiedersehen mit dem phantastischen Alex Gräbeldinger und der bezaubernden Jenny gestaltete sich schon grotesk. Während ich am Bahnhof wartete, wurde ich von dem ersten rotzbesoffenen Akkustikgitarren-Typen vollgequatscht, dass er seine Gitarre gerade mit Leim „auf dem Bau“ hätte reparieren lassen und sich dabei die 290 Euro Collegejacke ruiniert hätte. „Rausbürsten!“ entgegnete ich nur, dann lachte er und fragte nach „einem Cent“ für ein Bier. Als er dann die zwanzig Cent hatte, rief er begeistert: „Wow, schon ein halbes Hansa!“ Und wieder jemanden glücklich gemacht. Quer durch den Bahnhof (Rot-Weiß Essen, Borussia Dortmund, VfL Bochum – alle Heimspiele an diesem Abend) durch Fußballfans und dann Alex und Jenny begrüßen, rein in den Tour-Van … oder den Mini … und rauf in die A40 oder rein in den Stau! Das „Hallo“ mit dem lustigen Bob beim Griechen in der Imbissbude („Einmal Taxi-Teller, bitte!“) fiel nicht minder stürmisch aus.
Für mich das erste mal seit langem wieder in Bochum auszugehen, um dann gleich in ein paar bekannte Gesichter zu rasseln. Dazu noch ein wunderbarer kleiner Raum, der mit ca. 35 Leuten gerammelt gefüllt ist, plus ein paar Zuhörer/innen am Äther / Livestream draußen (Punkrockers-Radio.de – Danke Wolverine!). Gute Stimme auf und vor der Bühne, die ein gemütliches Sofa ist mit alter Standlampen und Moritz Fiege in Flaschen, mehr braucht es nicht. Die ganze Goldkante, ein herrlicher Laden! Schöne Ausstellungen von Bildern, ein großartiger und bequemer Raum, gute Musik und vor allem: nette Menschen (Gruß an Vorstand und Personal!).
Erdmännchen in Bochum / Lesung Goldkante
Was unsere Lesung angeht, waren wir auf der Bühne begeistert von der Resonanz und auch im Publikum haben wir wohl einen guten Eindruck hinterlassen, wie z.B. bei RilRec Mats nachgelesen werden kann (hier ist seine Homepage).
Danach hieß es auflegen, was vor allem der Lustige Bob und Stefan übernahmen. Sehr schöne Musikauswahl, Pascow, Schleim-Keim, World Inferno Friendship Society hin und wieder zurück! Und als die Goldkante dann die Pforten langsam schloss, ging es zur „richtigen“ After-Show-Party mit dem Lustigen Bob in den Bochumer Intershop, wo dann mit dem Tresenfachpublikum bis in die Nacht gequatscht, Happy-Happy getrunken und die Atmosphäre eingesogen wurde. Das Ganze untermalt von Wipers! Geht es besser?!
Am anderen Tag dann früh raus und in den Bochumer Tiergarten, wo das erst wenige Tage zuvor geöffnete Erdmännchen-Gehege die volle Aufmerksamkeit einnahm, bevor es in Richtung Düsseldorf gehen sollte …

Lesetour in Bochum, Düsseldorf, Köln und Trier

Lesungen im April (Reading Tour in April):
Nachdem wir schon Mecklenburg-Vorpommern in Grund und Asche gelesen haben, machen wir diesmal mit den Opfern des Soli-Zuschlags weiter. Opelhausen, Diebelsstadt, Podolskidorf und Karl-Marx-Stadt (West) werden einfach im Sturm eingenommen. „Wörter, nichts als Wörter“ (…But Alive) und was Assad mit Maschinengewehren nicht vollbringt, schafft der Lustige Bob und Alex einzig und allein mit Charme. Menschen in Eichhörnchenkostümen bekommen vom Autoren ein Bier bezahlt.

11.04.12 Bochum, Goldkante, Alles Kaputtlesen Tour (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob);
12.04.12 Düsseldorf, Hinterhof LiZe, Alles Kaputtlesen Tour (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob);
13.04.12 Köln, Limes, Alles Kaputtlesen (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob);
14.04.12 Trier, Luckys Luke, Alles Kaputtlesen (+ Alex Gräbeldinger + Lustiger Bob)
Alles kaputt lesen!

und vielleicht singen wir auch ;-) – LEST KAPUTT WAS EUCH KAPUTT MACHT!

Lesung in Kusel – morgen

Morgen:
Lesung mit Lesung Alex Gräbeldinger, Gianna Brachetti und Mika Reckinnen im Mehrgenerationenhaus in Kusel. Welche Generation ich dabei darstelle, dürfte wohl klar sein. Gichtkranker, alter Sack, der von früher erzählt. Oder so ähnlich!
Lesung in Kusel - Alex Gräbeldinger, Gianna Brachetti und Mika Reckinnen

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour: Tag 5 – Neubrandenburg

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
AJZ, Neubrandenburg (19.10.2011)

Mein letzter Tag mit den anderen dreien. Fast könnte ich heulen! Stattdessen tuckern wir quer durch Mecklenburg-Vorpommern. Ich habe Angst, dass wir von der Scheibe fallen, einen Nandu totfahren oder vielleicht in China rauskommen. Nichts dergleichen passier. Der Körper dehydriert fast, kurz vor Neubrandenburg dann endlich Bierpause. So viel Aufregung. Landschaftlich schön, auch wenn kein Meer mehr zu sehen ist. Dafür unterhalten wir uns über „Immer nie am Meer“ und „Breaking Bad“, auch gut!
Alex fährt weiter. Das erste Mal, dass Jenny uns nicht führt. Ich habe Angst, Schockzustände. Doch Alex gute Fahrt sorgt dafür, dass ich am morgigen Tag auch dem Lokführer trauen kann! Auch andere Leute können mich also sicher durch das Bundesland führen oder fahren. Gut!
Wir kommen an am AJZ. Geiler Laden! Direkt an einem schönen See, idyllisch, romantisch, bezaubernd, you name it! Das AJZ selbst ist ein altes Restaurant. Mit dem See dabei muss man es wohl sogar „Ausflugslokal“ titulieren. Schönes Wort, Ausflugslokal. Das klingt nach Familienidylle (Vater-Vater-Kind, oder Muter-Mutter-Kind, oder Vater-Mutter-Kind). Alles schön düster, Crust aus den Boxen. Am Kicker werden Bob und ich allerdings – wie mittlerweile schon gewohnt – gedemütigt. Wir freuen uns über Ehrentreffer, um nicht unter dem Tisch durchkriechen müssen. Fast sensationell führen wir kurzzeitig während der Revanche gegen die jungen Knaben, doch des Glückes Schmied hat heute woanders seine Eisen im Feuer. Es ward uns heuer nicht holt, wie man so schön sagt. Oder auch nicht!
Meine persönliche Rache kommt später, als ich mit J. spiele, und die einfach die Jungs von der Platz putzt. Meine Rolle: Stangen des Mittelfelds und des Sturms hochhalten. So macht Gewinnen Spaß. Leichter Job!
Leichter Job auch auf der Bühne. Ich beginne wieder, diesmal mit einem Text über Dischord Records, der fürs Trust-Special gedacht war. Eigentlich ein guter Text, wie mir auf der Bühne auffällt. Erneut lauschen ca. 20 Leute, obwohl ich nirgends ein Plakat gesehen habe. Alex und Lustiger Bob sind auch in guter Form. Richtig Bock macht dann die zweite Runde. „Nur die Liebe zählt“ samt Fortsetzung. Endlich mal die Seele aus dem Leib schreien. So mag ich das. Habe das Gefühl, die Meute gut unterhalten zu haben, job well done, back to the bar.
„Der schönste Platz ist immer an der Theke“, um mal Rio Reiser zu zitieren. Gar nicht mal so dumm, der Knabe. An dortigem Brett dann erneut bis in die Nacht gequatscht, Bier getrunken und Musik gehört. Neubrandenburg hat tatsächlich eine Fachhochschule, wo Ökologie relativ weit oben auf dem Lehrplan steht. Wohl gut, wenn es auch besser sein könnte. Später dann: wir wieder allein im Laden! Da Jenny, Alex, Bob und ich fast gleichzeitig die Jukebox bespaßten kommt ein kruder Mix aus allem möglichen. WIZO, Muff Potter, Masshysteri. Vor allem über WIZO schäme ich mich im Nachinein. Zusammrottung und Dödelhaie befinden sich zum Glück nicht auf dem Computer. Dennoch, wie stoßen viel an, lassen die Tage Revue passieren. Schön war’s. Schön ist’s!
Da um 11:00 mein Zug fährt, ab ins Bett um 6:00. Als ich morgens um halb zehn durch die Gänge schleiche, sind die ersten Veranstalter/innen schon im Laden. Tageslicht bricht durch einige Bohlen ins Innere. Irgendwie fühle ich mich wie im Titty Twister nach Sonnenaufgang, als hätte ich die ganze Nacht Vampire und nicht nur Lübzer gejagt. Ich bin einfach nur platt, Restalkohol, fünf Tage Lesen, ich zwänge mir ein Brötchen rein, Zähne putzen eine Qual und lasse mich dann von der wesentlich fitteren Jenny in Richtung Bahnhof geleiten.
Dort sitze ich in der Bimmelbahn, dann im ICE und bereite noch meinen abendlichen Vortrag über jüdische Immigration aus Nazideutschland in die Philippinen vor. „Waren aber doch noch einige Schreibfehler in deiner Präsentation“, merkt eine Kollegin später an. Egal, für die handvoll Leute, die sich politische Bildungsarbeit anhören, hat’s gereicht. Zum Glück läuft es bei Alex und Bob und Jenny in Greifswald besser. Aber das ist eine andere Geschichte und ich bereue, dass es in dem Moment nicht die meine ist.

An dieser Stelle – wie auch an den Abenden erwähnt – gebührt allen Dank, die uns unterstützt haben (v.a. Ron von Sequential Arts), die uns umsorgt haben, mit uns diskutiert und gesoffen haben und einfach da waren und geklatscht haben. Einziger Wehrmutstropfen: Meine vielen Vorurteile gegen Deutsch-Nord-Ost werde ich nie wieder pflegen können.
Hoffe auf Wiedersehen, in diesem Sinne: Cheerio!

Teil 1 in Gadebusch hier
Teil 2 in Rostock hier
Teil 3 in Wismar hier
Teil 4 in Neubrandenburg hier

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour: Tag 4 – Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
Komplex, Schwerin (18.10.2011)

1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz sinkend. Wie in den Städten Essen, Dortmund und Duisburg, ebenfalls 1,6 Millionen Menschen, Tendenz sinkend. Nur, dass die Bimmelbahn von Dortmund nach Duisburg eine halbe Stunde braucht, von Neubrandenburg bis Wismar wahrscheinlich Stunden. Aber egal, denn wie auch im Pott scheinen sich alle Aktiven zu kennen. Hin und wieder schieben sie sich gegenseitig schon Attribute geben wie „politischer“, „hippiemäßiger“, „punkiger“ etc. zu, aber es wirkt nie unfreundlich. Man kennt sich halt. Egal, Schwerin – so sagte man uns – habe außerdem Komplex nicht viel zu bieten. Dennoch machen wir die Touri-Tour mit Schloss und Innenstadt. Schließlich ist im Schloss der Landtag und dieser wird von einem waschechten Westfalen (aus Bochum) angeführt. Nandus, Westfalen, was kommt als nächstes?
Dieser Schlossfürst auf jeden Fall ließ sich leider nicht blicken, dafür machten wir erhabene Photos und freuten uns über kaltes, aber klares Wetter. „Steife Briese“, wie man woanders sagt.
Dafür verfahren wir uns ständig in der Innenstadt. Erste „Bekannte“ lachen uns zu und winken uns. Großartig! Wir entdecken ein Plakat neben Wiglaf Droste, unglaublich. Einer der besten Buchtitel aller Zeiten: „Wir hacken uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi“. Buch ist allerdings nicht so gut wie der Titel. Kann es aber auch gar nicht sein!
Im Komplex bekommen wir großartige Tapas und Bier, dann lesen wir. Das Publikum ist hier leider wieder etwas verhaltener, ruhiger. „Politischer“? Ich habe das Gefühl, dass meine Texte irgendwie gar nicht zünden, was aber eigentlich auch egal ist. Beim lustigen Bob scheint es irgendwie ähnlich zu sein, Alex bekommt noch das Beste Feedback. Zumindest subjektiv aus meiner Warte. Dabei haben wir sogar bei der Raumgestaltung (Seminar-Raum für politische Bildungsarbeit) erstmals mit einer PowerPoint aufgepeppt. Photos aus MeckPom sind zu sehen, die wir als Hintergrundkulisse noch schnell zusammenbasteln.
Nach der Lesung ist vor der Feierei. Es geht erneut in eine Punkerkneipe (SN-Punx), wir kickern uns um Kopf und Kragen und versacken nach deren Schließung im Schlafraum mit einigen Leuten aus Gadebusch, Rostock und von sonstwo. Es werden gute Geschichten ausgetauscht (Flasche aus Auto geworfen um Ortsschild zu treffen, stattdessen Leitplanke, Flasche zurück, Windschutzscheibe im Arsch. Wie bringe ich das der Versicherung bei?) und beinahe wird uns der Bob geklaut (File under: Udo Jürgens-Phänomen zur „16 Jahr, blondes Haar“-Phase).
Das allabendliche Steigerungsspiel der Abarten lautet bisher wie folgt: Sexist, Frauenschläger, Kinderschänder. Unschön!

Teil 1 in Gadebusch hier
Teil 2 in Rostock hier
Teil 3 in Wismar hier

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour: Tag 3 – Wismar

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
TiKo, Wismar (17.10.2011)

Spätnachmittags geht es weiter nach Wismar. Ein Ort, der mir außer von Werften her gar nichts sagt. Also gespannt und schon bei der Ortsdurchfahrt (File under: Kuh’s Best!) Begeisterung, wir hängen in der Stadt! Also, jetzt nicht persönlich, nachdem wir über den Marktplatz geschleift worden sind, sondern unsere Poster. So fühlen sich also Günther Grass und Wiglaf Droste (File under: Haha!). Oder auch nicht!
Auf der Suche nach einer Sparkasse entdecken wir auch den schönen Marktplatz. Unschön: es gibt Konkurrenzprogramm, „Pokern bei Mutti, ab 20:00″ hören wir, wird über den Marktplatz gerufen, bevor das tiefer-breiter-härter Auto verschwindet.
Der Abend wird dann auch sehr nett. Zum einen kommt eine meiner ehemaligen Mitbewohnerinnen mit Freunden (Grüße!). Leider bin ich etwas platt und Gespräche mit mir etwas zähflüssiger, als sonst, dennoch freue ich mich sehr! Das TiKo selbst ist eine Groß-WG mit vielen unterschiedlichen Mitbewohner/innen und einem Kulturprogramm inklusive Konzerte, Kino, Parties und in diesem Fall: Lesung!
Gestärkt mit Wurstnudeln (Spaghetti vorm Kochen durch Wurstscheiben stechen und alles kochen – Vegan Nightmare) geht’s los und erneut ein aufmerksames Publikum und der Start in einen guten Abend. Hätte persönlich nicht damit gerechnet, dass an einem Montagabend in Wismar sich 20 Leute versammeln, um uns drei Honks beim laut Vorlesen zu hören.
Wie degeneriert und abhängig wir allerdings mittlerweile von Jenny geworden sind, beweisen zwei Anekdoten. Zum einen verlassen wir uns schon fast blind auf Jenny, dass sie Autoschlüssel, Zimmerschlüssel und alles andere aufbewahrt. So fällt mir zum Beispiel fünf Minuten nach Verlassen der Wohnung in Rostock auf, dass wir vielleicht einen Schlüssel hätten mitnehmen sollen. Jenny hatte aber längst dran gedacht!
Noch härter: Alex kann auf der Bühne einen seiner Texte nicht finden, erzählt lang und breit von „Ersatzausdrucken“, hat aber genau jenen zu lesen wollenden Text ebenfalls vergessen. Jenny schafft es dann mit einem kurzen Blick den gesuchten Text aus einem Stapel zu ziehen und der Abend kann – nachdem wir uns die Tränen aus den Augen gewischt haben vor Lachen und Rührung – weitergehen. Ich befürchte allerdings, dass, wenn unsere Degeneration so schnell weiter von Statten geht, wir Ende der Woche nicht mehr alleine Atmen, Essen, Trinken und Scheißen können. Zum Glück kommt es anders.
Nachdem ich zwischen 19:00 und 2:00 Uhr eigentlich die ganze Zeit platt und müde bin, drehe ich passend danach auf und bis 6:00 gehört die Bar am Abend uns. DJ Lustiger Bob sowie der Rest im Auditorium freut sich. Wir diskutieren noch über Muff Potter und ob es Scheiße war, dass sie bei der Industrie gelandet sind. Dann kuschelt sich der Lustige Bob in seine Schwanenbettdecke und der Rest entschlummert ebenfalls friedlich.

Teil 1 in Gadebusch hier
Teil 2 in Rostock hier

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour: Tag 2 – Rostock

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
Café Median, Rostock (16.10.2011)

Mit verspäteter Chronistenpflicht der zweite Teil der Lesereise aus der Hansestadt Rostock.
Die ersten Augen machten schlapp und eine Notapotheke wurde schon am zweiten Tag aufgesucht. Das Leben auf der Überholspur kennt nun leider keine Stauschau!
Währenddessen ließen Bob und ich noch einmal die Geschichten vom vorherigen Abend aus Gadebusch Revue passieren. Hatten die Leute da wirklich erzählt, hier würden Nandus frei rumlaufen? Und hatten sie nicht von Reh- und Wildschweinabenteuern erzählt. Unsere Phantasie machte große Sprünge, wir träumten von Bären und Wölfen, doch zumindest Nandus würden wir wirklich sehen wollen.
Der Nandu ist dabei sowas wie der freiheitsliebende Punker unter den Vögeln. Eigentlich aus Südamerika eingeflogen (vom Menschen, nicht mit eigenen Schwingen), um in einem Gehege ihr Dasein zu fristen, sind 3 Pärchen im Jahr 2000 ausgebüchst und direkt in die schwach besiedelten Gebiete im Nordosten geflüchtet. Dort haben sie zum Beispiel im letzten Jahr nem Bauern seine Ernte weggefuttert (siehe Artikel hier), sodass der NDR sogar schon von „Problem-Nandus“ spricht. Wer braucht da noch Bären, wenn einem die bis zu 1,70m großen Viecher begegnen?
Doch so sehr wir uns auch die Augen aus dem Kopf stierten, auf dem Weg nach Rostock sahen wir außer die obligatorischen Kühe, Schafe und Pferde keine Wildtiere. Doch unsere Safari-Fahrerin Jenny hatte ein anderes Highlight auf dem Plan.
Der lustige Bob und ich, immer noch vom Vorabend peinlich bedrückt „Kopfschuss“ summend, schrien vor Begeisterung, als es auf einmal in Richtung „Bad Kleinen“ ging. Der Ort der Handlung des WIZO-Songs, also ein Teil der eigenen – zugegeben: schwer peinlichen – Jugend in den Tiefen des Rheinlands bzw. Ostwestfalens. An dem jedoch völlig unspektakulären Bahnhof gab es dann weder eine Gedenkmedaille für den „Pazifisten“ Wolfgang Grams, noch für den „heldenhaften Einsatz“ der GSG9, gegen die man hätte protestieren können. Auch der GSG9-Beamte Michael Newrzella, der damals wahrscheinlich aus der Waffe eines Kollegen starb (wer im Auto meinte noch mal, dass nur Wolfgang Grams gestorben sei?) findet keine Erwähnung. Schade, so wird Bad Kleinen sicherlich nie zu einem illustren Wallfahrtsort für bekloppte RAF-Anhänger und militante Junge Unionler, die nicht zur Polizei geschweige denn GSG9 durften.
Wer übrigens eine Minute Zeit hat, sollte sich das großartige „Was in Bad Kleinen wirklich geschah“ von Wiglaf Droste geben – auf Youtube zum Beispiel HIER zu finden.
Also nur einige total bekloppte Photos (file under: Was wird uns einen, wenn nicht Bad Kleinen) geschossen und weiter nach Rostock.
Das Median ist ein sehr nettes, kleines Café in dem alternativen Viertel von Rostock, unweit der schönen Punkerkneipe Molotow. Wir kommen an, bekommen Getränke und werden fürstlich bekocht. Zwei Gänge, unsere Mägen platzen fast! Allein der Kuchen – göttlich! Zudem lernen wir Ron von Sequential Arts kennen, dem wir unser Vorortsein verdanken! Merci an dieser Stelle!
Von der Atmosphäre im Publikum wird es auch der beste Abend. Knapp 25 Leute lachen an den richtigen Stellen, haben viel Spaß und Alex, Bob und ich sind ebenfalls in Bestform. Am Ende gibt es sogar eine Runde Zugabe mit allen. Sehr schön!
Dann ziehen wir weiter in besagtes Molotow und führen interessantge Gespräche über Fanzines, Hansa Rostock, Lichtenhagen und Neonazismus allgemein, über die alternative Szene in Rostock und so weiter. Mein Bildungshorizont wird also nicht nur über das Tierleben rund um Gadebusch, sondern auch um Fußball, linke Politik und Fanzines in der Region erweitert. Geht es besser?
Ein wirklich rundum gelungener Abend, der mit einem Fischessen am nächsten Tag am Rostocker Hafen auch noch gekrönt wird. Nach meinen G8-Erfahrungen ein wirklich schönes Kontrastprogramm!

Teil 1 in Gadebusch hier

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour – Tag 1: Gadebsuch

Mecklenburg-Vorpommern Lesetour mit Alex Gräbeldinger und der Lustige Bob (15. bis 20. Oktober 2011)
Kultur und Toleranz e.V. (KuT), Gadebusch (15.10.2011)

Morgens um elf besteige ich den Zug in Essen. Es geht auf in Richtung Mecklenburg-Vorpommern mit Zwischenstation in Münster. Rot-Weiß Essen hat heute ein Heimspiel, einige unsympathische Kanten stehen am Bahnhof herum. Es sollen tatsächlich die letzten Faschos in freier Wildbahn sein, die ich in den nächsten Tagen sehen werde. Schön!
Etwas nervös bin ich schon. Ich kenne weder Alex noch seine Ehefrau Jenny persönlich, den Lustigen Bob habe ich vorher auch erst zweimal getroffen. Dennoch, als ich gefragt worden bin (Danke an Jan Off für die Empfehlung), die beiden zu begleiten, musste ich nicht lange zögern um „Ja!“ zu sagen. Schon via Email hatten wir einen guten Austausch und die erste Begegnung erfolgt dann an der Münsteraner Bahnhofstankstelle. Ein guter Treffpunkt! Ein Ort meiner Studienzeit in Münster, die Rettung bei allabendlichem Bierdurst!
Ein Wasser, ein Snickers und einige Zigaretten später sind wir auf dem Weg nach Gadebusch. Der 6.000 Einwohner_innen zählende Ort liegt näher an Hamburg, als an Rostock und verfügt über eine mittlerweile fast 15 jährige Tradition für Konzerte und andere alternative Veranstaltungen. Das KuT (Kultur und Toleranz e.V.) gibt es seit einigen Jahren (hier ihre Homepage) und ich habe immer sehr viel Respekt vor Aktiven, die in der Provinz Orte aufrecht erhalten für alternative Kultur, Konzerte, Partys, Lesungen und anderen Veranstaltungen. Als ich im Vorfeld die KuT-Website besucht hatte, war mir gleich ein Zusammrottung Flyer aufgefallen. Großartig! Deutschpunk meiner Jugend! Diese Band sollte uns in den nächsten Tagen verfolgen, immer wieder kamen Gespräche, Poster, Flyer etc. auf die Ost-Berliner Punkband. Merkwürdig! Nach fünf Stunden Fahrt sind wir einigermaßen gespannt auf den kleinen Ort und natürlich fahren wir erstmal dran vorbei. Eine Ortserkundung später dann aber doch da.
Gadebusch
Einige Jungpunks begrüßen uns schon, zeigen uns stolz die ehemaligen Garagen, die heute das KuT beherbergen! Sehr schön! Am Tresen bekommen wir direkt Kaltschalen gereicht und auch die Bühne und alles sieht sehr gut aus. „Wir dachten ja, Lesung, da würden jetzt zwei alte Männer mit grauen Haaren kommen“, erklärt uns später jemand. Mit diesen Erwartungen werden wir brechen.
Insgesamt hören knapp 25 Personen uns sehr ruhig zu, unsere Geschichten kommen ganz gut an und am Ende verkauft Alex einen großen Schwung seiner Bücher. Der Lustige Bob liest eine Triologie, in der er seinen Wut auf Menschen kreativ kanalisiert, Alex hingegen hauptsächlich wahre Begebenheiten aus seiner Genese zum Punk. Seine Kolumnen fürs Ox sind unter anderem im Kopfnuss Verlag erschienen (s. Besprechung von „Ein bekotztes Feinrippunterhemd …“), den der Lustige Bob dereinst mitbegründet hat. Kleine Welt, kleiner Kreis. Ich lese „zweite Heimat“, „Abgekaut in der Innenstadt“ und „Feuchtgebiete Trockenlegen“ und habe das Gefühl, wie die anderen beiden das Publikum kurzweilig zu unterhalten.
Im Anschluss dann an den Tresen und wir unterhalten uns noch sehr lange mit den Kids. Nachdem wir die Pennplätze bekommen haben (Danke!), entscheiden Bob und ich, noch mal zurück zum Laden zu gehen. Bierdurst! 2:00 Uhr am Samstag ist noch keine Ins-Bett-Geh-Zeit. Wir versacken am Tresen, besetzen irgendwann den Computer und lauschen vielen Deutschpunkklassikern. Zusammrottung und WIZO („Kopfschuss“) sind mir noch in den Ohren. Dann geht’s ins Bett und wir schnarchen die anderen beiden wach. Großartiger Tourbeginn!
Danke an Jule, Baum und Ali an dieser Stelle.
Morgen geht’s dann über Bad Kleinen nach Rostock!

Website KuT: http://www.kut-gadebusch.de.vu/



Weil es so schön ist …

wird es gleich noch mal beworben!
Meckenburg-Vorpommern, Punk, Kopfnuss-Verlag, der Gräbeldinger, der Lustige Bob und Mika Reckinnen. Leute mit Ox-Fanzine, Trust-Fanzine, Pankerknacker-Fanzine, Strafraumpogo-Fanzine etc. Background. Der Bodensatz des Loosertums. Die charmanten Verlierer oder die non-charlanten Nicht-Gewinnen-Woller?!? Wer diese jämmerlichen und dennoch illustren Gestalten gerne live sehen und … jetzt kommt es … auch HÖREN (jaja, tatsächlich, echt wahr, kein Fake), der möge sich doch am besten eine Tour-Dauer-Karte bestellen oder aber am 15.10. zum Auftakt nach Gadebusch kommen! Gadebusch, eine schöne Stadt. Wikipedia weiß: „Gadebusch is a town in Mecklenburg-Western Pomerania, in the district Nordwestmecklenburg, half-way between Lübeck and Schwerin.“
Und, dass ihr zahlreich erscheint, dass wissen wir doch alle! Denn, seien wir ehrlich, wer von Euch Blog-lesenden Nerds hat schon was Besseres zu tun? Wusste ich doch! Also, Zelte geschnürrt, Wanderstiefel eingepackt, Ohren gewaschen und auf – entgegengesetzt der Bevölkerungswanderung, also, gegen den Strom, den Punks schwimmen immer gegen den Strom – nach Deutschland-Nordost!
Gerne auch Menschen mit Bahncard 100.

15.10.11 Gadebusch, KUT (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
16.10.11 Rostock, Café Median (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
17.10.11 Wismar, TIKO (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
18.10.11 Schwerin, Komplex (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
19.10.11 Neubrandenburg, AJZ (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
20.10.11 Greifswald, IKUWO (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)

Weltuntergang's Lesung mit Alex Gräbeldinger, Lustiger bob und Mika Reckinnen

Lesungen

Nach langer Recherche der Blog-User-Zusammensetzung hat sich der Autor dieser Zeilen und des Blogs entschieden, wieder an einer Tour zu partizipieren. Da die meisten Klicks auf diese Seite (nach Nigeria, Rumänien und Weissrussland – Touren in diesen Ländern folgen as soon as possible, nur die letzten Visa-Bestimmungen müssen noch geklärt werden) aus den Gemeinden Gadebusch, Rostock, Wismar, Schwerin und Neubrandenburg kommen, die Buchbesprechung des Alex Gräbeldinger Buches die meisten Klicks der Buchreviews bekam, habe ich mich einfach in dessen Tourplan zusammen mit dem Lustigen Bob eingezeckt.
Das ganze findet im Rahmen der Buchpremiere (des Zweitwerks) des Herrn Gräbeldinger mit dem Titel „Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen!“ statt.
See you in Nigeria next year, my friends!

15.10.11 Gadebusch, KUT (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
16.10.11 Rostock, Café Median (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
17.10.11 Wismar, TIKO (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
18.10.11 Schwerin, Komplex (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
19.10.11 Neubrandenburg, AJZ (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)
20.10.11 Greifswald, IKUWO (+ Lustiger Bob + Mika Reckinnen)

Weitere Dates mit dem guten Alex Gräbeldinger:
28.09.11 Bonn, Limes (+ Jimi Berlin)
29.10.11 Trier, Hong (+ Jimi Berlin + Schreng Schreng & La La)
31.10.11 Münster, SpecOps (+ Lustiger Bob)

Weltuntergang's Lesung mit Alex Gräbeldinger, Lustiger bob und Mika Reckinnen

(Lesung im) Spec Ops, Münster

BOOKSHOP Teil II – Poetry/Lyrik, Kurzgeschichten & Beats zur Eröffnung der zweiten Buchecke des Sepc Ops, Münster (15.08.2011)
Das Spec Ops (zur Homepage) ist ein kleiner, aber feiner Laden an der Von-Vinke-Straße (# 5-7) in Münster. Eigentlich genau so ein kleiner Laden, den jede Stadt, gar jeder Stadtteil irgendwo haben sollte. Das Spec Ops versteht sich mehr als Netzwerk, ist Café, Bar, Konzertort, Buchhandlung und Ort für Ausstellungen. Also alles irgendwie und nichts festes gleichzeitig.
Am 24. Oktober 2009 wurde das Spec Ops eröffnet, stilecht mit dem Oiro-Kneipentour-Film und einer Lesung des Drachenmädchen-Fanzines sowie einer Ausstellung von Christian Kock und Jan Middelhaufe (u.a. Enfold, Blood Robots) mit Konzertbildern. Seitdem sind fast zwei Jahre ins Land gezogen, zwischenzeitlich fanden Konzerte u.a. mit Captain Planet statt, die Fußball-WM und andere Spiele werden übertragen, der Kicker gerockt, Bücher verkauft und zum Lesen angeboten, Kuchen verkauft (im Facebook-Profil werden immer die aktuellsten Kreationen angeboten, mit Photos, die einer/m das Wasser im Munde zusammen laufen lässt), Parties gefeiert und hin und wieder finden auch Lesungen statt. So auch an einem sommerlichen Montag im August. Grund für die Lesung war die Eröffnung einer 2. Buchecke. Der Flyer warb für verschiedene Verlage wie Ventil, Verbrecher, vergaß aber leider den Kopfnuss-Verlag, klar, an dieser Stelle nachgeholt!
„Wir nähern uns immer weiter einem richtigen Buchladen an, immerhin konnten wir unser Sortiment nun ungefähr verdreifachen“, so die Ankündigung. „Hinzugekommen ist eine kleine Theorieecke, für die Zukunft solls dann noch ein paar mehr Kinderbücher geben. Ansonsten wie gewohnt Pop, Musik, Comic, Krimi, Belletristik und ein kleines bisschen Fußball.“
Für den Abend war dann ab 19:30 die Bühne bereit für Julja, die aus ihren Erfahrungen als Buchhändlerin plauerte. Sehr ammüsant und ich habe vor allem gelernt, dass die ISBN-Nummer das A und O ist und ich mir somit sämtlich peinlichen Stammeleien über Autor und Titel sparen kann.
Im Anschluss folgte meine Wenigkeit und dann gab es eine Pause, die mit seichter Musik überbrückt wurde. Schön war, dass auf der Leinwand im Hintergrund „Winter Games“, das alte AMIGA-Spiel lief, passend zu meiner Geschichte, die ich irgendwann mal hier hoch laden werde.
Peter Burns las im Anschluss eine Kurzgeschichte von H.P.Lovecraft, bevor Lustiger Bob sich mit Menscheninsekten beschäftigte, die Marcel und Inga böse mitspielten. Dass kann mal vorkommen. Die Ankündigung Mecklenburg-Vorpommern kaputt zu lesen wurde schon mal in den Raum gestellt (bin dabei! Ankündigung folgt!) und im Anschluss noch eine revolutionsromantische Geschichte von seinem Kollegen Ismael Diot zum Besten gegeben. Erneut eine Pause, bevor Slam Poetry Urgestein (also länger als Sarah Kuttner den Kram entdeckt hat) Andreas Weber las. Zwei sehr gute Kurzgeschichten. Die sollen demnächst veröffentlicht werden, watch out! Im Anschluss noch ein spannendes Gespräch mit ihm über Slam Poetries und deren Veränderung und Professionalisierung in den letzten Jahren.
René ONeill las einen langen Text über einen Besuch bzw. der Suche nach einem Friedhof in Wien, Arnold Maxwill über etwas anderem. Mist, ich und mein löchriges Gedächtnis. Jane Brückner begleitete ihn dabei zuerst und las im Anschluss Lyrik. Jetzt bin ich weiß Allah / Gott / Jehova kein Lyrik-Fan, doch vor allem die Stimme von ihr wirkte sehr charmant. Erinnerte mich an die „Ansagerinnenstimme“ bei Oma Hans / Kommando Sonne-nmilch. „Zitterpappel, Zitterpappel“.
Leider musste ich dann bei KatXyes, die aus „Was ich über Adolf Hitler gehört habe…“ las, das Spec Ops verlassen. Denn leider befindet sich das Spec Ops nicht in jedem Stadtteil, nicht in jeder Stadt, sondern (noch) nur in Münster. Dennoch, ein schöner und gelungener Abend.

Vier Dinge, die man über Münster wissen sollte:
1.) Bei rot über die Ampel gehen wird mit vernichtenden Blicken (auch von Studierenden) bestraft.
2.) Greenhell (File under: Plattenladen) macht um 19:00 Uhr zu. Da kann man noch einmal erwähnen, was man sucht und wird geholfen, aber dann ist Schluss!
3.) Spec Ops, reingehen, Kuchen essen, lesen!
4.) Flasche Krombacher 0,3l am Bahnhof Münster, 1,60 € (Preisvergleich: Dortmund, 0,5l Krombacher: 1,50 €).

Das Trust feiert 30 Jahre Dischord Records

Hier eine Einladung von dem guten alten Freund Jan und der Trust-Fanzine-Crew

Trust

aloha liebe leute,
die kommende trust fanzine ausgabe, august / september # 149, ist eine schwerpunkt-ausgabe zu dem 30 jährigen geburtstag von dem geilsten hc-punk-label aller zeiten: Dischord Records aus washington dc. ein preview aufs titelbild der ausgabe gibts [unten].

Die ausgabe erscheint die tage und am freitag, den 5.8, gibts in der kneipe EISEN in bremen dazu eine heft-release party, bei der den ganzen abend nur Dischord-Musik aufgelegt wird: von Minor Threat über Dag Nasty, Gray Matter, Rites of Spring hin zu Fire Party, Lungfish, Shudder to think, Ignition, Make-up, Nations of Ulysses, The warmers und Medications direkt hinein in den Waiting Room. Aufgelegt wird von dem dischord koordinationsteam and friends: Schippy / Stone / Jan vom Trust fanzine. geht circa ab 21.00 los, die ausgabe gibt es dann dort natürlich auch zu kaufen.

1-2-3 repeater und so:) wäre schön, euch da zu sehen?! jan

Trsut meets Dischord

Fanzine-Treffen in Leipzig im September

Hier ein kurzer Hinweis auf eine Einladung vom lieben Kollegen Jan (s. Reviews des Proud to be Punks hier) für alle Fanziner_innen und Sympathisant_innen:

„Liebe FanzinekollegInnen und SympathisantInnen, verehrte Schreib- und Lesewütige,

hiermit möchten wir euch alle recht herzlich zum Zine-Attack, dem ersten Fanzine-Fest und –Treffen in Leipzig, einladen. Einerseits wollen wir mit dem Zine-Attack-Festival HerausgeberInnen wie auch LeserInnen von Fanzines einfach die Möglichkeit bieten, sich in gemütlicher Atmosphäre kennenzulernen, Hefte zu kaufen oder zu tauschen, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen, Fragen zu stellen und Diskussionen zu führen. Andererseits zielen wir darauf ab, den Bekanntheitsgrad des DIY-Mediums „Fanzine“ mit unserer Veranstaltung zu erweitern und im gleichen Atemzug andere dazu zu animieren, sich selbst einmal im Schreiben von Texten oder im künstlerischen Gestalten im Rahmen unserer „Kreativ-Phase“ auszuprobieren. Alles, was ihr hierfür an Materialien benötigt, wird von uns gestellt. Insofern genügend Leute hierbei ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen, könnten die entstandenen Arbeiten abschließend zu einem Festival-Fanzine zusammengefasst werden. Abschließend wollen wir den Tag mit einigen Bands gebührend ausklingen lassen.

Schreibt uns bitte, ob ihr vorbeikommen wollt – gern geben wir euch die Möglichkeit, euer Fanzine vorzustellen, zu tauschen und zu verticken. Schlafplätze sind begrenzt vorhanden (Bitte im Vorfeld bei uns melden!) – wir freuen uns auf euch!

Leitet diese Info bitte an alle Interessierten weiter und nehmt sie in euer Fanzine mit auf – wir sind vor allem noch auf der Suche nach Zinedistros, die ihre Zines auf dem Fest verticken wollen.

Flyer folgen noch!

Beste Grüße,

Markus (Kalter Kaffee-Fanzine / Fill My Head-Zinedistro)
Seb (Fill My Head-Zinedistro)
Jan (Proud to be Punk-Fanzine)

ZINE-ATTACK LEIPZIG

Termin: 10. September 2011

Ort: Atari (Kippenbergstraße 20/Ecke Täubchenweg / Leipzig-Reudnitz / siehe: http://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl)

Ablauf:
ab 14.00 Uhr:
- Brunch (vegan)
- Kurzfilme rund um das Medium Fanzine und den Do it yourself-Gedanken
- Kennenlernen

ab 16.00 Uhr:
- Lesungen
- Kreativ-Phase: Ihr könnt an den vorhandenen Schreibmaschinen eure eigenen Texte verfassen, Collagen und Sprühschablonen basteln oder Bilder zeichnen bzw. malen. Alles Materialien, die ihr dafür benötigt, werden von uns gestellt – ihr braucht also nichts mitbringen. Ziel des Ganzen soll es sein, am Ende des Tages ein kleines Festival-Fanzine fertig stellen zu können, in dem all eure Arbeiten gesammelt werden. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!

ab 20.00 Uhr:
- Vokü (vegan)

Ab 22.00 Uhr:
- Konzert mit
Kenny Kenny Oh Oh (Punkrock / Leipzig / http://kennykennyohoh.bandcamp.com)
Morgenthau Plan (Powerviolence / Leipzig)
Doubt Everything (Hardcore-Punk / Leipzig / www.myspace.com/doubt_everything)

Außerdem:
- Zinedistros
- Infostände

Eintritt:
14.00-20.00 Uhr: 3 Euro
ab 20.00 Uhr 5 Euro

Aktuelle Infos unter:
http://fillmyhead.wordpress.com/zinefest-leipzig-2011

Kontakt:
jan.sobe(atätatät)t-online(punkt_dot_punkt_dot)de (Fragen, Schlafplätze, Heiratsanträge, etc.)

Veranstaltungsankündigung: CORPORATE ROCK STILL SUCKS! SST RECORDS DJ ABENDE

CORPORATE ROCK STILL SUCKS! SST RECORDS DJ ABENDE

Im Juli 2011 werden die DJs SST-ONE (Bremen) und DJ SCHIPPY (Köln) vom TRUST Fanzine plus local guests in München, Frankfurt und Köln die Besucher und sich selber mit BLACK FLAG, ZOOGZ RIFT und allem anderem geilem SST Kram erschrecken. Die Abende in München und Frankfurt sind „reine“ SST Abende, der Abend in Köln ist etwas weiter gefasst und hat auch, aber nicht nur SST Musik zum Thema.

Mit:
Hüsker Dü, Black Flag, Descendents, Minutemen, Dinosaur jr, Sister Double Happiness, Saint Vitus, Bad Brains, Meat Puppets, The Last, Sonic Youth, Trotzky Icepick, Screaming Trees, Das Damen, Gone, Blood on the saddle, SWA…

Von:
DJ SST-ONE (Bremen) / Trust Fanzine + DJ SCHIPPY (Köln) / Trust Fanzine

plus local guests in München, Frankfurt/Main und Köln

Wann und wo?

-Donnerstag, 21.07.2011, 21:30 Uhr
SUBSTANZ, München, http://www.substanz-club.de

mit local guest
DJ TOMASSO

-Freitag, 22.07.2011, ab 22:00 Uhr
DREIKÖNIGSKELLER, Frankfurt, dreikoenigskeller.com

mit local guests
DJ AL-DENTE (kein Fanzine, Bockenheim!) + DJ JO THE GARDENER (Frankfurt) / Trust Fanzine + DJ Platten-Aussucher Zwei Pferde (Hazelwood Vinyl Plastics)

- Köln, 23.07.2011
Qlosterstüffje, myspace.com/qlosterstueffje

mit local guest:
DJ JAN (Trust Fanzine, Frankfurt)

(Der Abend steht unter dem Motto „lo spirito continua!“ – das bedeutet auch, aber nicht ausschliesslich Musik von SST Records!)

Hier findet ihr weitere Infos zu den Hintergründen der ganzen Sache:

Unser Geburstagsspecial zu 30 Jahre SST Records aus Trust # 133 von Ende 2008 ist online hier zu lesen:
http://www.trust-zine.de/30-jahre-sst-records-herzlichen-gluckwunsch-vielen-dank/

Bericht zu unseren letzten SST Abenden in Düsseldorf und Duisburg im November 2010:
http://www.trust-zine.de/party-with-me-punker/
(Die Ausgabe Trust # 133, Dezember 2008/Januar 2009, gibt es weiterhin zu kaufen, siehe unter dem Punkt „backissues“)

Ankündigungstext zu den SST Abenden in Bremen, Hamburg und Berlin Ende Mai 2010:
http://www.trust-zine.de/sst-records-dj-abende/

Bericht von unserem SST Abend in Köln im März 2010:
http://www.trust-zine.de/sst-records-abend-in-koln/