Archiv der Kategorie '04. Konzerte'

Adolescents + Clowns + Dead Tourists in Berlin

Adolescents + Clowns + Dead Tourists im Cassiopeia in Berlin (28.07.2016)
Die alte Gewissensfrage: Gehe ich zu einem Konzert von einer Band, die im Jahr 1981, also in einer Zeit in der die meisten Menschen um mich herum geboren wurden, ihr erstes Album veröffentlicht hat? Will ich eine Band sehen, die seit mehr als 36 Jahren den gleichen Scheiß macht? Kann eine Band, die solange unterwegs ist, überhaupt noch gut sein?
Adolescents im Cassipoeia Berlin 2016
Ja, die Adolescents haben mit ihren selbst betitelten Album eines der wichtigsten Alben der Punkgeschichte produziert. Keine Frage. Songs wie Kids of the Black Hole, I hate Kids, Amoeba und andere sind zeitlos. Auch von ihren letzten Alben – „Fastest Kids Alive“ und die mCD „American Dogs in Europe“ – habe ich einige Songs gehört und in mein Herz geschlossen. „Monkeys See, Monkeys Do“ ist eine wunderbare Zeile aus dem Song „Conquest Of The Planet Of The See Monkeys“, die mir noch Tage nach der Show – obwohl nicht gespielt – wieder durch den Kopf schießt. Und dennoch die Frage: will ich wirklich 18 Euro für ein Konzert in einem Laden ausgeben, den ich nur so semi mag, der es bei den Eintrittspreisen nicht hinbekommt einen guten Sound hinzuzaubern und mich mit einem Berliner „Szene-Publikum“ auseinander setzen, das normalerweise aus den jeweiligen „Kiezen“ kaum heraus zu bekommen ist und das Core Tex immer noch für einen guten Berliner Plattenladen hält? Fragen über Fragen und am Ende doch noch einmal in die alten Songs reingehört und mir einen Schubs gegeben. Hätte alles schlimmer sein können, z.B. im Wild at Heart …
Clowns im Cassiopeia Berlin 2016
Daher angekommen, Stempel geholt und direkt wieder los zum Späti. Eine Sache, die ich im Cassiopeia und anderen artverwandten Läden nicht verstehe, ist die Bier-Preis-Policy. Drei Euro für ein kleines Bier bedeutet für die meisten Menschen, die ich kenne, dass sie in solchen Läden nichts oder nur sehr wenig konsumieren. Und ich kenne vor allem durstige Menschen! Ich weiß, dass man einen kommerziellen Laden nicht mit „Bier – ein Euro“ laufen lassen kann. Aber zwischen diesen beiden Preisen gibt es eine große Spanne und selbst im Stadion zahle ich meistens weniger – einfach weil es sich dort, wie in vielen Läden, über die Menge einfach rentiert. So also, Stempel, Späti, draußen sitzen und zwar mit einem halben Liter für 1,30 €.
Dabei auch fast die erste Band komplett verpasst: Dead Tourists (Bandcamp-Link). Scheißname, nicht meine Musik. Die Band musste dann im sozialen Netzwerk auch noch herumposen, dass die T-Shirts passend zur Show fertig geworden sind. T-Shirt-Reunion-Show, sozusagen. An Dummheit kaum zu überbieten! Wenn Punk/Hardcore zu einer Modeerscheinung wird, stehe ich lieber draußen und nuckel an meinem Billigbier. Die letzten beiden Songs haben mir dann gereicht, aber einigen muss es mehr gefallen haben, langhaariger Pogo. Da hat bestimmt jemand noch ein T-Shirt mitgenommen, kotz!
Danach Clowns (Bandcamp-Link) aus Melbourne, Australien. Haben bisher unter anderem auf dem australischen Poison City Records Label veröffentlicht, was schon eine Qualitätsgarantie ist. Dichte Musik, sehr mächtig und wuchtig. Dazu ein völlig aufgedrehter Sänger und fertig ist eine gute Show. Strike Anywhere meets Metal. Für mich von vielem einfach too much, klang auf Tonträger überzeugender als live. Passt auf jeden Fall vom Sound sehr gut auf das deutsche „This Charming Man“-Label, bei dem die neue Platte auch in Europa erschienen ist.
Als Zugabe kam dann, unabgesprochen scheinbar mit dem Veranstalter, eine Feuerspuckerin mit auf die Bühne. Musste gleich an die Geschichte denken, wo mal jemand eine Feuerspuckerin im Trixxxter einladen wollte, Deckenhöhe gefühlte 2,00 Meter. Dass einem im nächsten Moment dann Bilder von der abgefackelten Disko in Rumänien, samt toter Metalband vor Augen sind, wundert eigentlich auch nicht. Himmel, ich werde alt. Ob es Feuerkünstler/innen braucht, möge jede/r selbst beurteilen, immerhin eine nette Abwechslung zu den wallenden Haaren des Sängers, die permanent durch die Gegend flogen. Generell aber kurzweiliger Auftritt.
Clowns im Cassiopeia Berlin 2016
Nach der Band noch mal schnell zum Späti, Durst löschen. Vorher aber noch geschickterweise Pfand wegbringen, ein 3,00 Euro Bier wurde sich dann doch geleistet. Und dann ab zurück, um sich die alten Herren anzuschauen, deren Rente ich gerade mitfinanziere. Oder deren Gesundheitsversorgung. Und was soll ich sagen: Habe in den letzten Jahren wesentlich jüngere Bands gesehen, die weniger Arsch getreten haben. Sänger Tony Reflex hat noch immer eine markante Stimme, die Gitarren, der Bass, das Schlagzeug, alles geht gut nach vorne und ist dennoch melodisch. Dazu kommt, dass alle fünf Mikrophone haben, d.h. die Chöre dieser Band sind einfach gewaltig. Dazu ließ die Band keine alten Hits aus und packte auch eine Reihe neuer Songs dazu, u.a. „American Dogs in Europe“. Am Ende völlig verschwitzt, aber glücklich in die U-Bahn, auf der auch noch fett: „Scheiß Union“, „Scheiß Hertha“ und „Scheiß BFC“ steht. Sehr guter Abend!
Adolescents im Cassipoeia Berlin 2016

Konzerte in Berlin – Juli 2016 – Pixies, RVIVR, Krank + Lena Stoehrfaktor

Krank + Ponys auf Pump in Scharni 38 in Berlin (16.07.2016)
Lena Stoehrfaktor + Missing Mr. B. bei Dragonale in Berlin (17.07.2016)
Pixies im Schwuuz in Berlin (19.07.2016)
RVIVR + Smudjas in BeiRuth in Berlin (21.07.2016)

Krank in Berlin
Krank + Ponys auf Pump in Scharni 38 in Berlin (16.07.2016)
Tennis Borussia Aktive Fans feierte das alljährliche Fanturnier und weil die Mädels und Jungs nicht nur ein wahnsinnig guten Fußballgeschmack haben, sondern auch musikalisch häufig auf Seiten der Guten stehen, spielten auch dieses Jahr zwei Bands auf. Soli-Tresen, Schnaps verkaufen, Longdrinks und Bier trinken, dazu Musik lauschen mit tollen Leuten … kann es besser sein? Und damit niemand diese rhetorische Frage beantwortet, reduziere ich hier den Interpretationsrahmen. „NEIN!“ ist die Antwort.
Den Beginn bei dieser Feier machten Ponys auf Pump, eine scheinbar neue Berliner NewWave-Punk Band. Obwohl die Band noch sehr jung wirkte, scheinen die musikalischen Vorbilder in einer Zeit aktiv gewesen zu sein, wo die meisten Bandmitglieder noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt haben. Ganz nette Musik, die mich allerdings für die Länge von mehr als einer EP anfängt zu langweilen. Dafür fehlt es dann doch an Abwechslung und vor allem habe ich das Gefühl, dass mittlerweile viel zu viele Bands existieren, die diesen Stil spielen. Scheinbar ist das einer der Hypes und wenn ich sehe, dass Pisse demnächst vor Sleaford Mods im SO36 spielen, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die ersten von diesem kleinen Underground-Hype profitieren, wenn es denn nicht schon geschehen ist. Ob Ponys auf Pump dazu gehören? Ich weiß es nicht, aber sympathisch wirkten die Damen und Herren. Guter Warm-Up.
Es folgten dann Krank aus Hamburg. An anderer Stelle (hier) habe ich schon einiges dazu geschrieben. Krank begeistern mich, einfacher Hardcore, deutsche Texte, gute Liveband. Eigentlich ist damit alles geschrieben. Ein verhaltenes Publikum zum Tanzen gebracht, darunter einige, die vorher wahrscheinlich schon gefühlte acht Stunden auf dem Sportplatz waren. Gute Band, guter Abend! Der dann noch ein wenig draußen verlabert wurde.

Lena Stoehrfaktor + Missing Mr. B. bei Dragonale in Berlin (17.07.2016)
Eher durch Zufall aufmerksam geworden auf die Abschlussveranstaltung von Zwangsräumung verhindern für eine Demo gegen Gentrifizierung etc.. Zusammen mit einem Mieterbündnis in Kreuzberg demonstrierte man für den Erhalt von Strukturen und gegen Investoren. Mir waren die kurzen Worte, die ich aufschnappte, schon ein wenig Wutbürger/innen und Bestandswahrungsverlierer/innen-Gerede, die zum Teil die eigene Rolle in dem Spiel der Gentrifizierung vernachlässigte. Dennoch, klar politische Forderungen in Richtung der politischen Parteien sind notwendig, Mieten sollten bezahlbar bleiben, für alle und jetzt.
Als wir ankamen sangen gerade zwei alte Männer irische Songs, sehr schön. A cappella in den Innenhof. Dann Missing Mr. B, Jazzband. Nun ja … ein Getränk und Zeit totschlagen. Denn eher aus Neugierde auf Lena Stoehrfaktor gewartet. Sympathische, junge HipHopperin, aber irgendwie verfingen sich die ersten beiden Songs nicht. Also ab wieder auf die Couch, auch wichtig!

Pixies im SchwuZ in Berlin (19.07.2016)
Ich surfe Montagsabends eher gelangweilt durch das Netz und sehe, dass die Pixies am nächsten Tag einen kurzfristig anberaumten Gig im SchwuZ spielen. Kostenpunkt: For Free – nur Emailadresse und Namen eintragen und ab auf die Gästeliste. Genau meine Preisklasse für Pixies, denn 70 Euro und mehr für ein Konzert mit tausenden von Leuten am Arsch von Berlin ist nichts, was mich außer meiner sadistischen Seite irgendwie eine Befriedigung bringt. Zu teuer, zu voll, zu weit weg vom Geschehen. Konzertekonsumieren, nein Danke!
Also hier die einmalige Chance für mich, Pixies zu sehen. Da es eine Aufzeichnung für arte.TV war (Ausstrahlung am 21. Oktober), war das ganze für Noppes. So mundete auch das Bier für 4,00 Euro. Witzig: in Zeiten in denen alle über Regionalismus, Bio und so einen Scheiß diskutieren, schafft es das SchwuZ nicht das lokale Bier, was 50 Meter weiter gebraut wird, zu verkaufen, sondern vier, fünf andere Marken aus dem ganzen Bundesgebiet. Support your local drinking desaster, wobei Rolberg im Vergleich zu Berliner Pilsener oder den anderen Dr.-Oetker-Bieren ja wirklich ein Traum ist. Anyway, das war es auch schon mit wehmütigen Anmerkungen. Alles andere war gut, inklusive Band, die 60 Minuten durchzockte, einige Hits ablieferte, andere vermissen lassen musste (v.a. „Alec Eiffel“) und gut unterhielt. Keine nervigen Ansagen, keine Soli, viele kurze Songs. Viel punkiger als erwartet. Begeisternd! Auch das Publikum okay. Zwei Leute, die über den Kopf geklatscht haben, kann man verkraften.
Nur ein Reminder an mich an dieser Stelle: nach der weltumfassenden Revolution werden nur noch ein oder zwei Konzertphotographen pro Abend erlaubt, die ihre Photos für alle und umsonst zur Verfügung stellen müssen (online). Jede/r andere, die/der dann noch photographiert bekommt die Hand abgehackt (File under: „Punk-Sharia“). Danke, wegtreten!
Pixies im SchwuZ, Berlin

RVIVR + Smudjas in BeiRuth in Berlin (21.07.2016)
Vor RVIVR-Konzerten ist eine Rasur Pflicht. Man will ja nicht aussehen, wie alle anderen auf dem Konzert. Danach aber los in Richtung Neukölln. Die Hitzewelle eine Hitzewelle sein lassen, in der Sonnenallee mal einem Makali-Verkäufer Trinkgeld geben („Was ist das?“ – „Trinkgeld!“ – „Das kommt in die Historie dieser Bude. Das hat noch nie jemand gemacht!“ – Ein Danke hätte vielleicht auch gereicht …), Karten an Freund/innen verteilen und ab nach oben. Eine finnische Sauna ist wahrscheinlich ein Kühlschrank im Vergleich zu BeiRuth an dem Abend. Egal, ein Bier und dann beginnen schon die Smudjas. Gefälliger Punkrock aus Milano, Italy. Allerdings auch eher eine Band für eine Singlelänge. Egal, sind eh alle für die Hauptband da. Kompliment an den Veranstalter, zwar fast 200 Karten vertickt, aber dennoch ist der Raum angenehm voll. Man hat noch Platz, kann atmen. 50 Leute mehr, die sicherlich Platz gehabt hätten, hätten wahrscheinlich viele zum kollabieren gebracht. So – Stimmung gut, Tanzen, Mitsingen, Fingerpointing. Eine Band mit guten, positiven Songs. Schön auch die Gleichberechtigung zwischen den beiden Front-Personen. Ich stehe ja wahnsinnig auf Bands mit verschiedenen Stimmen und RVIVR bedienen das perfekt. Thumbs up und hoffentlich auf bald!

Bambix + Johnnie Rook in Berlin

Bambix + Johnnie Rook + The Photsans im Tommyhaus in Berlin (18.06.2016)
Samstagabends, ein paar Biere trinken, Heyoka, Accidente und Terrible Feelings als Einstieg für den Abend hören. Bambix … eine Band, die mich seit dem Vitaminepillen #4 Sampler Mitte der 1990er verfolgt. Also ab in Richtung Tommyhaus und um halb elf festgestellt, dass noch die erste Band spielt. The Photsans hätte ich mir gerne erspart. Coverbands sind allgemein schon sehr grenzwertig, aber verrockte Versionen von Britney Spears, Tic Tac Toe, Judas Priest oder die Prinzen zu spielen, ist halt echt schon richtig mies. „Das ist alles nur geklaut“ oder „ich find dich Scheiße“ wird halt nach zwanzig, dreißig Jahren auch nicht besser. Wenn man dann dazu noch Ace of Base covert, eine Band, bei der ein Mitglied bei einer schwedischen Neonazi-Band mitgespielt hat und es Bilder gibt, die ihn mit Hitlergruß und einem NS-Parteiadler auf dem T-Shirt zeigen, dann ist das beschissen! Aber hey, ist ja Punk 2016, und solange nichts auf oireszene steht, ist das wahrscheinlich auch ironisch. Thommyhaus vielleicht auch nicht der Ort, wo Leute sowas merken, denn viele Punks sind ja mittlerweile nach rechts toleranter als die CDU. Kotzen könnte ich da!
Musikalisch nur wenig besser im Anschluss an Johnnie Rook. Hätte ich nicht zwischenzeitlich den Eintritt (8 bis 10 Euro … auch an der oberen, sportlichen Grenze) gelatzt, spätestens jetzt hätte ich auf den Gedanken kommen können, den Laden zu verlassen. Rockmusik bleibt Rockmusik bleibt Rockmusik. Belanglos, wer will sowas sehen? Nun ja, fairerweise muss man dazu sagen, viele! Denn ich habe erstmals das Tommyhaus ausverkauft gesehen und gerade bei den Vorbands war es voll. Dennoch, draußen hingestellt und gequatscht. Highlight bis dazu: mir rutscht eine Bierfalsche aus der Hand und ist kaputt, zum Glück vorher leer getrunken. Soviel zum Verlauf des Abends. File under: thrilling!
Dass sich das Martyrium gelohnt hat, dafür haben aer nicht nur die Gespräche vor dem Thommyhaus gesorgt, sondern dann vor allem Bambix. Und schon zu Beginn festgestellt, wieder ein neuer Bassist. Ich glaube, dass ich die Band nun circa zehn bis zwölfmal gesehen habe in den letzten 20 Jahren und mich an mindestens fünf verschiedene Bassist/innen erinnern kann. Sagen wir, wie es ist: Bambix ist Wick und dann ein paar Leute um sie herum. Dass sie gleich mit ihrem mit Abstand miesesten Song – „Bottle“ – angefangen haben, der so offensichtlich ein Mitgröhl-Sauf-Song sein soll, dass es schon weh tut, wurde direkt verziehen. Denn danach war alle Pein überstanden! Es folgte eine Mischung aus vielen alten Hits („Explain It“ und „Cry-O-Surgery“ von der Crossing Common Borders, „Conquer it all“, „Brand New Religion“ und „Monozygotic“ von der Leitmotiv oder als Zugabe „Julie“ von der What’s in a Name Platte) und einigen neueren Songs. Auch Songs vom Album „Storytailor“ (u.a. „Johann“), das mittlerweile schon wieder vier Jahre auf dem Buckel hat, knüpfen an die älteren Hits an. Dabei mag ich sowohl die doch recht schnell Art von Punkrock, als auch die super-melodische und markante Stimme von Wick. Musikalisch und textlich kann man auf jeden Fall sagen, dass die Band in Würde altert. Gerne mehr davon, nur dann mit anderen Vorbands, biiiiiiitte!

30 Jahre Trust Fanzine – Lucky Malice + Pascow + Decibelles in Bremen

30 Jahre Trust-Fanzine mit Lucky Malice, Pascow und Decibelles im Schlachthof in Bremen

    „We are the ugly. We are the gay, Impoverished, effeminate, and overweight.“ (As Friends Rust – Coffee Black)

Es ist ein merkwürdiges Gefühl einen Text über einen Abend zu verfassen, wenn nahezu zeitgleich in Florida ein irrer Rechtsextremer (und ob Nazi oder Islamist spielt dabei eine untergeordnete Rolle) 50 Menschenleben ausknipst, nur weil sie nicht in sein Menschenbild passen. Damit sind wir alle gemeint, die LGTBIs, die Punks, die Armen, die Jüd/innen, die, die nicht so sein wollen, wie alle anderen es schon sind.
Trust-Banner - Trust-Fanzine
Am Samstagabend in Bremen waren diese Minuten noch eine Ewigkeit entfernt. Voller Vorfreude machte ich mich schon am Freitag auf nach Rotenburg an der Wümme, um da bei einem alten Kumpel zu pennen, die Villa und deren Kneipentresen kennen und schätzen zu lernen, Knochenfabrik-Songs mitzusingen und Deichkind zu überstehen. Super Laden, nette Leute, großartiger Abend!
Den nächsten Abend dann frühzeitig aufgemacht in Richtung Bremen zum Trust-Fest. 30 Jahre für ein Fanzine, das ist tatsächlich eine Ewigkeit mal zwei. Einige von den Schreiber/innen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal geboren, auch im Publikum dürfte ein Großteil unter 30 gewesen sein. Wahnsinn! Nur das Maximum Rock‘n'Roll dürfte von den noch aktiven Zines älter sein. Krass! Herzlichen Glückwunsch und ich bin froh, einen kleinen Teil zu dieser langen Historie beigetragen zu haben und weit beizutragen.
(mehr…)

Litbarski + Vanna Inget in Berlin

Litbarski und Vanna Inget im Cassiopeia in Berlin (29.05.2016)
Ein schwüler Sonntag am Ende eines Monats, der nicht viele Konzerthighlights bot. Für Vanna Inget alleine hätte ich mich definitiv nicht aufgemacht, doch als der Don anruft und sagt, sie wären Vorband, gleichzeitig auch noch mit Gästelistenplatz den letzten Zweifel verschwinden lässt, finde ich mich schnurrstracks in der U-Bahn in Richtung Friedrichshain. Das Cassiopeia habe ich in den letzten Monaten nicht unbedingt zu schätzen gelernt. Liegt vielleicht an meinem Problem, dass ich es zum Kotzen finde, wenn nach Punk-Shows oder ganzen Festivals man pünktlich zwischen elf und zwölf aus der Halle gekehrt wird, damit die HipHop-Party starten kann. Jajaja, ich weiß, „die Läden müssen auch sehen wo sie bleiben.“ Nun, dann sollen sie weg von Punkbands bleiben und so eine Scheiße wie Agnostic Front oder Youth of Today buchen. Da passt wenigstens HipHop-Party danach zu und die Unterhemden sind unter sich.
Vanna Inget alleine wären kein Pull-Faktor gewesen. Habe sie das erste und einzige Mal am 11. Mai 2014 im Cortina Bob gesehen und fand sie eher so „geht so“. Hippiesker Punk, zwei Typen mit Stirnbändern, Sängerin mit Schellenkranz, irgendwie war das alles too much. Da retteten auch die tollen Melodien und der gute Gesang in schwedischer Sprache nicht mehr viel. Wobei ich ihre Alben mag, wirklich! Nur live … nun ja.
Litbarski in Berlin
Zu Beginn durften dann aber Litbarski auf die Bühne. Viertel nach neun, die meisten werden erst später kommen. „Litbarski“, ein Name wie Frans Beckenbauer, Thomas Häzler oder Stefan Effenbärg! Gemacht für eine Punkbands, zumal auch noch Oi!, äh Bar! in dem Wort steckt. Die erste Band auf Alleiner Threat Reckordts aus Deutschland und ja, diese Lobhudelei hätte ich auch geschrieben, wenn sie auf Twisted Chords oder Take It Back veröffentlichen würden. (mehr…)

Kimya Dawson in Berlin

Kimya Dawson und Little Wings in der Volksbühne in Berlin (25.04.2016)
Kimya Dawson in Berlin
Es ist ein merkwürdiges Gefühl, in der ersten Reihe bei einem Akustikkonzert zu stehen. Noch merkwürdiger ist es, wenn man gefühlt 15 Meter von der Bühne entfernt steht. Am merkwürdigsten ist allerdings, wenn vor einem Dutzende Menschen auf dem Boden sitzen. Es entsteht ein Setting, was mehr an ein Kasperle Theater erinnert, mit offenen Mündern und großen Augen dem Stück folgend. Ich bin kein Fan von solch einem Setting, für mich hat Musik und vor allem Livemusik immer etwas mit Interaktion zwischen Publikum und den Personen auf der Bühne zu tun. Klar, meine Punk-Sozialisierung trägt daran Schuld, wo zumindest in der Theorie die Grenze zwischen Band und Fan verschwimmen sollte. Aber selbst wenn diese Grenze nicht komplett eingerissen wird / werden sollte, es findet mit Sitzpublikum keine Interaktion statt. Klatsch, klatsch, Sekt schlürf, Sekt schlürf, nach Hause schluffen. Und im Sitzen kann man nicht tanzen! Im Sitzen sind Gefühlsregungen generell wesentlich schwieriger. Wer mir das nicht glaubt, kann gerne mal versuchen einen Beziehungsstreit im Sitzen auszudiskutieren. Sitzen ist halt für‘n Arsch! (mehr…)

Bernadette La Hengst in Berlin

Bernadette La Hengst auf dem ndLive-Fest in Berlin (23.04.2016)
Bernadette La Hengst beim ndLive Fest 2
Das Versprechen prangte schon auf den Plakaten: „Save the world with this melody“. Dumm nur, dass die Tageszeitung nd (Neues Deutschland) scheinbar klandestin die Werbung vor allem um das eigene Redaktionsgebäude beschränkt hatte. Wäre ich nicht durch Zufall unter der Woche bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung gewesen, auch mir wäre diese Show entgangen. So musste das mit dem „Welt retten“ noch einmal verschoben werden. (mehr…)

Corna Kruswa + Don‘t in Berlin

Corna Kruswa + Don‘t im Schokoladen in Berlin (30.03.2016)
Die Werbung mit den Wipers war kaum zu übersehen. Das würde Personen anlocken, die wahrscheinlich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten nicht mehr auf Konzerten waren. Und es war gut, dass außer „Mystery“, Wipers nicht im Zentrum von „Don‘t“ standen. Es wäre auch irgendwie merkwürdig, denn wenn Sam Henry u.a. das erste Album miteingespielt hat, Wipers leben definitiv weniger vom Schlagzeug als andere Bands, um es mal gelinde gesagt und freundlich auszudrücken. Daher waren auch Schlagzeug-Soli eigentlich überflüssiger Rock-Dreck. Mich angesprochen hat eher das „Siegel“ Portland. Vor allem in den letzten Jahren sind mit den Red Dons oder Estranged, die wiederum viele Bands beeinflusst haben, große Bands aus der Ecke gekommen. Kickender Punkrock eben. Beim reinhören der Songs auf der Homepage von Don‘t (hier ist der Link) gefiel mir vor allem der Song „You Keep Cutting Through“. Also warum nicht der Band eine Chance geben … und ab zum Schokoladen gelaufen.
Don't im Schokoladen 2016 (1)
(mehr…)

Sledge, Restmensch + 100.000 Tonnen Kruppstahl in Berlin

Sledge, Restmensch + 100.000 Tonnen Kruppstahl im Tommyhaus in Berlin (17.03.2016)
Donnerstagsabends, mal kurz ins Tommyhaus. Feierabend-Bier, ein paar Freunde treffen, dazu etwas Live-Musik. Insgesamt sind nur knapp 40 Leute zugegen, eher gelangweilt, etwas klatsch, klatsch. Konzerte in Berlin, genau das, was ich mit dem Teenage Hate und Krank-Konzertbericht meinte (Link hier): Es ist ein netter Abend, die Bands stören nur ein bisschen die Unterhaltungen, spielen aber nie lang genug, um wirklich zu nerven. Die interessanteste Band, 100.000 Tonnen Kruppstahl, spielen als letztes und ich bin müde und gehe schon vor Ende nach Hause. Punk 2016 …
Aber kurz von vorne. Ich komme an, zu früh. Kneipe voll, Konzertsaal leer. 5 bis 8 Euro Eintritt, fair. Draußen warten, schön die Kälte inhalieren. Dann die Feststellung, die Schweine in der Kneipe haben den Spielautomaten rausgenommen! Why?!? An wie vielen Abenden haben wir hier gesessen und „Trivial Pursuit“ gespielt? Sehr ärgerlich, das reißen auch nicht die neuen Konsolenspiele raus, damn it!
In der Halle dann zuerst Restmensch. Relativ viel drüber gelesen, dennoch geringe Erwartungen. Die werden erfüllt. Deutschpunk 2016, sicherlich gute Texte, doch die versteht man nicht. Musikalisch ist das einfach nicht mehr meine Sache, haken hinter, fertig. Sledge dann aus Finnland, was eine begeisterte Zuhörerin auch mit einem lauten „Suomi“-Zwischenruf unterstreicht. Ich frage mich ja, warum sie das nicht bei den anderen beiden Bands mit einem „Deutschland“-Ruf gemacht hat. Naja, die Antwort ist mir klar, aber surreal ist es dennoch. Egal, Sledge spielen Metall mit Hardcore-Einschlag, sind sau jung, drei von fünfen spielen oberkörperfrei (keine Haar auf der Brust, so jung!) und irgendwie ist das alles super professionell und spielerisch kompakt und gut. Nur: who cares? Ein bisschen hier, ein bisschen da, ein bisschen tralala. 100.000 Tonnen Kruppstahl wemsen dann alles in Klupp und sind gut. Das Publikum steht euphorisch still bei allen drei Bands, nicht einmal Kopfnicken. Nach jedem Song „klatsch klatsch“ und am Ende ist es vorbei.

Teenage Hate + Krank in Berlin

Teenage Hate + Krank in der Linie 206 in Berlin (13.03.2016)
Es passiert nicht mehr viel. Es ist alles immer gleich. Band und Band und klatsch, klatsch, Kopf nicken aller Orten. Ich vermisse das Chaos, das Wilde, das aus dem Rahmen Fallende. Punkkonzerte sind heute, v.a. in Berlin, gut organisierte Events, die häufig in einem sterilen Setting aus Regeln und informellen Vorschriften stattfindet. Der Raum mag eine Kellerbar in einem besetzten Haus sein, der Ablauf der Show ist so vorhersehbar wie die Stadtrundfahrt der Kegelclubs wenige Meter weiter. Ja, es ist super, dass es Schutzräume sind, ja, es ist gut, dass alle auf alles achten, aber kreieren wir damit nicht auch eine Art „Jägerzaunsiedlung des Punks“? Nur nicht anecken, nur nicht anschupsen. „Ieh, die hat Bier vergossen.“ „He, nicht so mackerhaft am Kickertisch jubeln!“ Nicht rauchen, nicht zu laut lachen!
Es passt, dass ich an jenem Morgen das neue Heft von Chriz lese, welches total großartig und wunderbar geworden ist, wo ich aber an einer Stelle stutzig werde. Er schreibt im „Try to wake up with a smile / Gerontopunk“-Zine, dass ihn bei Deny Everything und RVIVR das Publikum auf die Nerven geht. Ich erinnere mich und kann das zu einem Teil nachvollziehen. „Dass das Konzert im 4. Stock stattfindet scheint einige besonders vollgesoffene Typen […] nicht vom Crowdsurfing in Richtung der offenen Fenster abzuhalten. […] Doch ein paar hackedichte Assis, die permanent rumnerven, aber nicht gegangen werden […] können so einen Abend leider ziemlich eintrüben.“ Ich weiß was er meint, erinnere mich an das Konzert und das ich die Typen zwischenzeitlich auch anstregend fand. Aber wenn innerhalb von 2 Jahren bei gefühlt ca. 40 Shows, die ich besucht habe, dies der einzige Reibungspunkt ist, dann läuft doch etwas Grundsätzliches schief? Ja, da haben ein paar Leute anders Spaß als durch Kopfnicken und etwas die Körper aneinander zu wiegen. Ja, das kann mich in der Situation nerven. Aber in was für einer Wattewelt wollen wir den vegetieren?
Teenage Hate in Linie206
Ein Beispiel: J. Robbins hat am 17.02.2016 ein wunderschönes Konzert gespielt, emotionaler Punkrock, nett, kopfnicken, Klatsch, Klatsch. Man steht, guckt, klatscht, trinkt ein paar Getränke, quatscht dananch und geht nach Hause. Ja, total nett. Alte-Menschen-Spaß ohne dass es jemandem weh tut. So sind die meisten Konzerte, das kann mit meinem Altern zu tun haben, mit der Musik, die ich höre, und die zum Teil mehr „Post“ als „Punk“ oder „Hardcore“ ist, mit den Läden die ich besuche. Little League Shows, der Bands an diesem Samstag und die Linie206 bin ich sehr dankbar, dass genau diese Show nicht so war. [weiterlesen]
(mehr…)

Love A + Freiburg in Berlin

Freiburg + Love A im Lido in Berlin (23.01.2016)
Das erste Konzert im neuen Jahr stand an. Nachdem ich erst Mitte Januar aus Myanmar zurück gekommen bin (s. Trust #176), gab es gleich am ersten Wochenende ein Highlight: Freiburg und Love A waren zu Besuch in der Stadt. Hatte ich die Gütersloher Punks von Freiburg zuletzt am 21.11.2015 im Anschluss an das This Charming Man Festival im Cassiopeia beheimaten dürfen, kam es kein Vierteljahr später zum Widersehen. Während sie auf dem TCM-Festival herausstachen zwischen Bands, die mich ansonsten wenig einfangen konnten – kann mir mal jemand erklären, warum Fjoert so hypen? Sex Jams waren nett, ja, aber Fjoert? Nun denn – kam Freiburg diesmal als Vorband von Love A in die Stadt. Beide hatten schon am Abend zuvor in Hamburg gefeiert und dementsprechend zerschlagen wirkten auch einige der Protagonist/innen.
Dennoch fröhlich auf in Richtung Touri-Meile in Kreuzberg gemacht, wo die Massen aus einem einst doch recht überschaubaren und netten Quartier eine, für Anwohner/innen nur noch schwer ertragbares, überfülltes Massenausgehviertel kreiert haben. Schlesische Straße, Simon-Dach-Straße oder Ballermann, bei Teilen des Publikums sieht man keinen Unterschied mehr.
(mehr…)

Osnabrück-Spezial: Duesenjaeger in Berlin und Akrox-Fanzine #8 Review

Osnabrück-Spezial:
Duesenjaeger im Kastanienkeller (04.12.2015) und im Schokoladen (05.12.2015), jeweils in Berlin und Akrox-Fanzine Review

    „Osnabrück, hin und zurück, ein verflucht langes Stück! Ich schaff‘ das bis zum Frühstück, wenn ich auf die Tube drück‘! Schnaps und Zigaretten ohne Lieferschein, ich bring‘ den Kram ins Lager und sack‘ die Kohle ein. Heiße Fracht bis unter’s Dach, macht sehr schnell und hält sehr wach!“

(Truck Stop – Osnabrück) (mehr…)

Geoff Berner in Berlin

Geoof Berner in der Villa Neukölln in Berlin (23.11.2015)
Es ist nicht so, als wären die letzten Wochen nicht viel an guten Konzerten gewesen: Ein wunderbares RVIVR-Konzert (18.10.2015) mit Friend Crush zum Abschluss der RVIVR-Tour, auch wenn die Band etwas müder war als auf der traumhaften Show im letzten Jahr (Link); ein überraschend großartiges Konzert mit den polnischen Past und den französischen Asphalt (12.11.2015); dazu ein This Charming Man Festival mit den Lieblingen von Freiburg (21.11.2015). Aber warum über diese Shows schreiben, seien sie auch noch so schön gewesen? Es sind am Ende Punkshows, wie so viele zuvor, die man mit guten Freund/innen besucht hat und auf denen man sich prächtig amüsiert hat. Aber – who f***ing cares?
Denn, das war alles in einem gefühlten Sommer, in der Wärme, in den verlängerten Trockenperioden, die zwar die Landwirte ruinieren, uns Durchschnittsdeppen aber doch begeistern, weil: „nicht nass geworden“.
Geoff Berner, der Whiskey Rabbi, mit Band am 23.11.2015 in der Villa Neukölln (mehr…)

No More Art + Red Dons in Berlin

No More Art + Red Dons im SO36 in Berlinv (09.09.2015)
Es ist ein Mittwoch im September. Es ist merkwürdig, doch die letzten Tage realisieren wir, wie die Tage wieder deutlich kürzer werden. Die Nacht bricht ein, während wir im Bus sitzen. Dunkelheit überkommt uns. Dann raus am Kotti! Dort kommen uns Polizisten in voller Montur entgegen. Die Grauen Wölfe, so lesen wir später, treiben ihr Unwesen in Kreuzberg. Sie jagen Kurd/innen und mit den Kurd/innen solidarische Linke. Schon lange gibt es Hinweise und beispielsweise Artikel in der Welt (Achtung, Springer-Verlag-Link), dass die Zentrale der Grauen Wölfe in dem Hasir-Restaurant in der Adalbertstraße ist. Wir biegen aber ab und essen woanders. Gut! Lecker! Verhältnismäßig teuer! Kreuzberg wandelt sich. Keine Kunst mehr, hier … oder weniger …
No More Art im SO36
(mehr…)

Esther Bejarano und Microphone Mafia in Berlin

Esther Bejarano und Microphone Mafia im Südblock in Berlin (08.05.2015)
Esther Bejarano und Microphone Mafia in Berlin
Der 8. Mai ist eigentlich ein Feiertag. Oder sollte zumindest einer sein! An diesem Tag hat das faschistische Deutschland den 2. Weltkrieg verloren und Dank dem unermüdlichen und aufopferungsvollen Einsatz der USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich kann meine Generation in Freiheit aufwachsen. Nicht auszumalen, wenn das Deutsche Reich damals gewonnen hätte und Europa unterjocht hätte. An diesen Tag zu erinnern, nicht zu vergessen welche unmenschlichen und unbeschreiblichen Verbrechen sich in Deutschland und von Deutschland aus ereignet haben, halte ich für eine der Aufgaben meiner Generation. Die zweite oder dritte Generation nach dem Krieg sollte sich erinnern und die historische Aufgabe – „Nie wieder“ – annehmen. Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!
Unsere Generation kommt aber auch eine andere Rolle zu. Wir sind die letzte Generation, die noch mit Zeitzeug/innen sprechen, ihnen zu hören kann. Eine dieser Zeitzeuginnen ist Esther Bejarano. Sie, die damals als Kind, als Jugendliche nach Auschwitz kam und darüber berichtet, sie, die damals als Musikerin dem Todeslager trotzte und überlebte. Sie, die nach der Befreiung des Konzentrationslager Ravensbrück zusammen mit russischen und US-amerikanischen Soldaten feierte. Mit Musik, mit Essen und Getränken.
Vor einiger Zeit bin ich im Internet auf ein Video von ihr und der Microphone Mafia gestolpert. Ich wusste schon vorher, dass es dieses Projekt gibt, hatte mich aber nicht stärker mit der Musik auseinander gesetzt. Wahrscheinlich über den Umweg des yiddischen Partisanenliedes (Text unten), den ich erstmals von der französischen Punkband Cartouche gehört hatte, kam ich zu einigen Songs von Esther Bejarano und der Microphone Mafia. Eine halbe Nacht hörte ich mir ihre Songs an, schaute mir Beiträge aus Talkshows an und war mehr als fasziniert.
(mehr…)