Archiv der Kategorie '05. Zines / Bücher / Vinyl'

Alleiner Threat Reckordt – Raskolnikoff / Monthly Red Split 7″, Litbarski & more – Update #07

Dear All,
Our living room is in the moment filled up with a lot of records … so please help us and get some.

ALLEINER THREAT RECKORDT:
Litbarski – s/t mLP (10 €)
Sechs Songs der Berliner Punkband, die das Beste aus den spät 1980er Postpunk-Bands (e.g. Gray Matter) vereint mit Punkrock aus den frühen 1990ern von der britischen Insel (e.g. Broccoli, Leatherface). Eigenständiger kann Punkrock heutzutage kaum klingen. Natürlich schimmern auch Bands wie Dackelblut oder Turbostaat an einigen Stellen durch, dennoch heben sich Litbarski erfreulich von den vielen Epigonen letztgenannter ab. Dazu ein feines Coverartwork. Schwarzes Vinyl

MONTHLY RED / Raskolnikoff – Split 7“ (6 €)
5 Song-Split dieser beiden doch recht unterschiedlichen Bands. Raskolnikoff spielen wütenden, deutschsprachigen Punkrock. Irgendwo zwischen alten Muff Potter und Weltraumschrott (deren Ex-Bassist hier mit spielt). Textlich geht es um Gentrifizierung, europäische Abschottungspolitik und Veränderung in Freundschaft. Monthly Red singen über Migration aus der anderen Perspektive, der zurückgelassenen Tochter und über Freundschaft. Sie spielen poppigen Punk, der sich hinter Bands wie Muncie Girls, Caves oder auch Sixty Stories nicht verstecken muss. Erscheint mit Beiheft in den Farben: Gelb, Rot, Lila, Grün und Orange

No Future Sa Pader! Pinoy Punkrock Compilation 7” (6 €)
Sechs philippinische Bands, die zwischen Punk und Hardcore großartige Hymnen spielen. Vertreten sind mit The Beauty of Doubt (hymnischer Punkrock), BAD OMEN (Streetpunk meets Hot Water Music), toxic org@sm (hingerotzter Hardcorepunk), Monthly Red (Poppunk), Tiger Pussy (Rrriot Grrl Punk) und Thought (wenn Comeback Kid eine Sängerin hätten). Kommt mit 36seitigem Fanzine über Punk in den Philippinen (englisch / deutsch) und Kurzgeschichte. Erscheint in den Farben: Gelb (sold out), Lila (sold out), Hell Blau (sold out), Rot, Dunkel Blau und Magenta.

Einzelstücke / Single Items:
Accidente – Amistad Y Rebellion (10 €)
Wunderbares Album mit poppigem Punkrock aus Spanien. Wunderbar hymnisch und eine Sängerin, deren Stimme mich sofort begeistert hat.

All – Shreen 10“ (15 €)
Farbiges Vinyl des Descendents-Ablegers, noch eingeschweißt. Dr@Bollocksei Songs der Band in Bestbesetzung.

The Bollocks – „my friend“ 7“ (6 €)
Ein Klassiker des malaysischen Punkrock und Wegebreiter für viele Bands aus der Region bis heute. Im Original 1996 auf Tian An Men 89 veröffentlicht, handelt es sich hier um das Re-Release von Basement Records. 6 Songs der Pioniere des Punks in dem südostasiatischen Land.

The Bollocks / Opposition Party – Split 7“ (6 €)
4 Song Splitsingle der beiden südostasiatischen Punkbands. Bollocks klingen hier mehr nach Death-Punk und Opposition Party spielen Crust. Beide Bands veröffentlichen jeweils zwei neue Songs, die vielen skandinavischen Bands in nichts nachstehen.

Gerk – First Discography (10 €)
Die Anzahl der Songs – zweiunddreißig – gibt schon mal vor, dass die Band aus Argentinien sicherlich keine Rock-Epen schreibt. Kurzer, wütender Hardcore.

GLOOM SLEEPER – A void LP (10 €)
Düster Punk erlebt einen unsäglichen Hype, doch Bands wie Red Dons oder auch Gloom Sleeper wissen dennoch zu begeistern. Irgendwo zwischen Joy Division und Post-Punk.

Istukas Over Disneyland / R.A.B. – Split 7“ (6 €)
Splitsingle der philippinischen Streetpunkband I.O.D. und der französischen Oi-Band R.A.B.. Die beiden Songs von I.O.D. eher flott und Feier kompatibel.

Love A – Eigentlich (10 €)
Meine Lieblings-Hipster-Punker und ihr Debut-Album. Messerscharfe Beobachtungen der Gegenwart, dazu Punkrock mit Melodie und Keyboard, no wave meets Fuck-You-Punk.

Overthrown – Walk The Talk mLP (10 €)
New York styled Hardcore aus Singapur. Fünf Songs auf farbigen Vinyl mit Siebdruck auf der anderen Seite. Overthrown macht so schnell niemand etwas vor. Produziert von Don Fury (u.a. Quicksand, Sick of it all, Agnostic Front).

Random Violence / Value Lasts – Split 7“ (6 €)
Zweimal moderner Hardcorebands aus den Philippinen. Beide female fronted und großartig.

URBAN BANDITS – Independence Day, “It’s The Urban Bandits” (15 €)
Urban Bandits sind die wohl beste philippinische Punkband aller Zeiten. Im Original nur als Tape in den 1980ern veröffentlicht, ist hier der Re-Press mit vier Bonussongs. Hier treffen Einflüsse aus melodischem UK-Punk auf Hardcore und Post-Hardcore. Songs wie „No Future Sa Pader“ oder „Blood in Every Heart“ sind zeitlose Klassiker. Urban Bandits dürften ca. 50 Prozent aller späteren Punkbands beeinflusst haben. Wichtiges Zeitdokument, leider ohne Beiheft und nur in schwarz.

V.A. – Fatal Response „Rescue Ladders & Human Barricades” (15 €)
In einer Zeit, in der soziale Unruhen im Land zum Sturz des damaligen Diktators Marcos führte, wurde dieses Zeitdokument auf Tape veröffentlicht. Nun als philippinisches Bootleg wiederveröffentlicht, finden sich hier die Creme de la Creme der damaligen Punkszene: Dead Ends (Jello Biafra beeinflusster Hardcore), George Imbecile & The Idiots (einfacher Punkrock), Wuds (erste Krishna-Core-Band, bevor Cro Mags noch daran dachten), Urban Bandits (s.o.) und Zoot Suit (Rockabilly). Insgesamt 11 Songs Spielzeit, leider ohne Beiheft, dafür in farbig.

Fanzine – HUMAN PARASIT #14

Fanzine – HUMAN PARASIT #14

    Kurzfassung:

Kauft dieses gottverdammte Zine und bettelt Bäppi an, er möge möglichst bald ein neues veröffentlichen.

    Langfassung:

100 Seiten in A5 hat der liebe Bäppi hervorgezaubert. Einhundert Seiten! Und gleich vorneweg, da liegt das Hauptproblem, denn es sind „nur“ 100 Seiten. Denn die Schriftart ist an vielen Stellen sehr klein und viele Photos haben leider nur noch Briefmarken-Größe oder sind noch kleiner. Das ist sehr schade, denn was ich schemenhaft darauf erkennen kann, hätte mich doch interessiert. Somit dürfte wohl das Human Parasit das optische Gegenteil vom Trust sein. Okay, aber auf der anderen Seite hätte es wahrscheinlich geheißen, Inhalt zu kürzen, und das wäre eine noch schwere Entscheidung gewesen. Denn, auch wenn mir die Bands auf dem Cover wenig geben – Zex, FCKR, Abrupt, Headshow oder Chorea Huntington – fand ich alle Interviews ausgesprochen informativ. Das liegt zum einen an den Bands und ihren Antworten, aber auch an den durchdachten Fragen. Ist halt zum Glück weit weg von den Standarddingern, die man in (fast) jedem Zine liest.
Dazu kommen die beiden dickeren Spezials: Das eine ist mehr oder weniger Hannover, wohin es Bäppi jetzt verschlagen hat. Ziemlich guter Überblick über die aktuellen Läden in der Stadt. Im Vergleich zu Flensburg, muss es wie das Paradies anmuten. Zumal man ja auch schnell in Bremen, Berlin oder Hamburg ist. Auch wenn der Umzug erstmal heißt, Panzerband liegen auf Eis.
Das zweite Special ist umfangreicher zum Thema Videos und Punkrock. Darin wird unter anderem Love A, Ril Rec und Kesselpunks-Martin interviewt. Gute Interviews, gute Antworten. Das Video-Format ist ja nicht mein Liebstes, da ich entweder Musik höre oder Filme sehe, Musikvideos mir aber wenig geben. Auf der anderen Seite, wenn Bands das gut machen, warum nicht.
Das Kollege Falk Fatal dann noch seine Auftritte beim Herzerockt verarbeitet – Dödelhaie und die RAF, ein wochenlanger Skandal in dem lokalen Käseblatt „Die Glocke“ – ist ebenfalls lustig zu lesen – und psychologisch sehr wichtig für ihn, nicht das Traumata zurückbleiben. Und auf fast zusammenhängenden Seiten Body Count und Oi! of the Tiger abzufeiern, nötigt mir ebenfalls Respekt ab.
Gut und interessant zu lesen ist auch der Bericht über das No Border Camp. Stämma und Jens waren vor Ort und haben in Idomeni gekocht und Geflüchtete unterstützt. Einzig und allein nervig ist dieser „linksautonome Diktus“ des Textes: „Die Leute hingen fest an der Grenze ohne Informationen, mit viel zu wenig (Winter-) Kleidung, teilweise ohne Decken und Zelte und keine/r von den Offiziellen oder Ngo’s haben sich darum gekümmert“. Und dann hat die Autonome Linke das Leid entdeckt und geholfen, Danke autonome deutsche Linke! Ironie-Modus aus: Viele – v.a. kleinere NGOs – arbeiten seit Jahren sowohl politisch in Europa als auch vor Ort mit den Menschen, bevor sie fliehen. Während sich die Linke um persönliche Freiheiten von Einzelpersonen kümmert oder die „EZB“ als Feind angreift, gibt es seit Jahren / Jahrzehnten große Flüchtlingsströme. Die meisten (Kolumbien, Philippinen, Burma, DR Kongo, etc.) erreichen uns nicht und fliegen daher unter dem Radar (nicht nur der deutschen Linken). NGOs, auch wie Brot für die Welt, versuchen politisch – zum Beispiel im Bereich Handelspolitik, lange bevor mit TTIP die Diskussion auch hier angekommen ist, weil es ja jetzt auf einmal um „unsere“ Standards geht – da Verbesserungen zu erlangen. Und ja, dann ist es mir lieber, dass Geld auch in fähiges Personal geht als in unfähige, unkoordinierte Wassertropfen auf die heißen Steine. Und während die autonome Linke angenehme Queer-Feste veranstaltet oder eine Soli-Party, nachdem ein paar Menschen Festgenommen wurden, weil sie Steine gegen die EZB geschmissen haben, gibt es auch Menschen, die sich mit technischen Themen auseinander setzen, für die man kein Schulterklopfen bekommt, wie wenn man drei Wochen wichtige Arbeit für Geflüchtete an der griechischen Grenze verrichtet. Nur mal so …
Fazit über das Human Parasit: Eines der besten Musikzines mit starker persönlicher Note oder aber eines der besten Per-Zines mit starkem Musikfokus, entscheidet selbst, aber holt’s Euch!

30 Jahre Trust Fanzine – Lucky Malice + Pascow + Decibelles in Bremen

30 Jahre Trust-Fanzine mit Lucky Malice, Pascow und Decibelles im Schlachthof in Bremen

    „We are the ugly. We are the gay, Impoverished, effeminate, and overweight.“ (As Friends Rust – Coffee Black)

Es ist ein merkwürdiges Gefühl einen Text über einen Abend zu verfassen, wenn nahezu zeitgleich in Florida ein irrer Rechtsextremer (und ob Nazi oder Islamist spielt dabei eine untergeordnete Rolle) 50 Menschenleben ausknipst, nur weil sie nicht in sein Menschenbild passen. Damit sind wir alle gemeint, die LGTBIs, die Punks, die Armen, die Jüd/innen, die, die nicht so sein wollen, wie alle anderen es schon sind.
Trust-Banner - Trust-Fanzine
Am Samstagabend in Bremen waren diese Minuten noch eine Ewigkeit entfernt. Voller Vorfreude machte ich mich schon am Freitag auf nach Rotenburg an der Wümme, um da bei einem alten Kumpel zu pennen, die Villa und deren Kneipentresen kennen und schätzen zu lernen, Knochenfabrik-Songs mitzusingen und Deichkind zu überstehen. Super Laden, nette Leute, großartiger Abend!
Den nächsten Abend dann frühzeitig aufgemacht in Richtung Bremen zum Trust-Fest. 30 Jahre für ein Fanzine, das ist tatsächlich eine Ewigkeit mal zwei. Einige von den Schreiber/innen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal geboren, auch im Publikum dürfte ein Großteil unter 30 gewesen sein. Wahnsinn! Nur das Maximum Rock‘n'Roll dürfte von den noch aktiven Zines älter sein. Krass! Herzlichen Glückwunsch und ich bin froh, einen kleinen Teil zu dieser langen Historie beigetragen zu haben und weit beizutragen.
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Fanzine – No Spirit #NWOGFC

Fanzine – No Spirit #NWOGFC
Das No Spirit ist eines meiner Lieblingszines, auch wenn es mich auf eine harte Probe stellt. Denn diese Ausgabe ist schon die zweite „Zwischennummer“, die die Zeit vertreibt, bis Heft #3 das Licht der Welt entdeckt. Diese Ausgabe des No Spirit liest sich daher eher wie ein kurzer Newsletter, den ich innerhalb von einer halben Stunde im öffentlichen Nahverkehr verschlungen habe. Darin wird auf einer Seite der wichtigen Frage nachgegangen, „wie edge ist eigentlich koffein?“ („Ist doch scheiß egal! Ist doch scheiß egal! Ist doch scheiß egal!“). Pan & Karsten berichten darüber hinaus von diversen Konzertfahrten quer durch die Bundesrepublik (Halle a.d. Saale und Mannheim a.A. d. Welt) und die passenden Bands zu diesen Konzertfahrten werden auch noch interviewt: namentlich Nightforce und Violent Reaction. Dazu kommt ein großzügiges Layout und eine Seite Kurzreviews. Bin angefixt und warte auf mehr … schnell, schnell, schnell. Danke!

Fanzine – DOWNPOUR #03

DOWNPOUR FANZINE + TAPE #03
Dass das Downpour Fanzine eines meiner momentanen Lieblingszines ist, habe ich im Trust in älteren Ausgaben schon erwähnt. Daher freue ich mich, dass im Winter Nummer 3 veröffentlicht wurde. Interessante Reiseberichte, u.a. zum Punkrock Holiday in Slowenien, zum Teil sehr gute Band-Interviews, Hell & Back / Perfect Youth Tourbericht und der Rubrik Musikraten mit Modern Saints vs. Resolutions. An Bands sind mir v.a. Basement, Dead Fucking Last, Chuck Ragan und Boy Sets Fire in Erinnerung geblieben. Dazu kommen gute Kolumnen und richtig Bock auf Musik. Aber sagt mal, ist die Single-Review-Runde rausgefallen? Sehr schade, da ich die Rubrik super fand! Das diese Nummer im Vergleich mit den vorherigen Nummern etwas abfällt, liegt allerdings weniger an dem Fehlen dieser geilen Rubrik, sondern an den meiner Meinung nach schlechteren Interview-Partnern. In einem der Vorwörter wird diese potentielle Kritik schon vorweg genommen, aber dennoch will ich an dieser Stelle noch einmal darauf eingehen. Denn gerade Interviews mit Boy Sets Fire oder Chuck Ragan habe ich nun schon zur Genüge gelesen und irgendwie können die Interviews hier, auch wenn sie gut geführt werden, den Bands / Interpreten kaum Neues abringen. Das Problem ist dabei weniger, dass diese Acts „groß“ sind oder häufig interviewt werden, sondern das es mir schwer fällt zu sagen, was langweiliger und berechenbarer ist: die Musik von z.B. BSF oder ihre Antworten in Interviews. Wenn schon solche Bands in einem A5, dann auch gerne mal mit kritischen Fragen. Mir ist das ehrlich gesagt häufig viel zu nett und kuschelig, da auf der Szene-Liebesschaukel, vor allem bei den großen Bands, die man nicht mehr lange vorstellen muss und denen man eigentlich nicht Platz zur Selbstdarstellung zum Bekanntwerden geben muss. Aber, das ist Kritik auf hohem Niveau, wenn ich mir anschaue, was andere Punk-Magazine an belanglosen Interviews führen, kann ich sogar BSF im Downpour Fanzine etwas abgewinnen. Bin auf jeden Fall wieder voller Vorfreude auf die Nummer 4, die im Mai 2016 mit Single erscheinen soll. Die Nummer 3 kam dafür mit Tape von Offmountains aus Hamburg und sollte umgehend geordert werden.
64 A5 Seiten für 4 Euro inkl. Porto: mail@downpour.de / http://downpourpunks.tictail.com/

Osnabrück-Spezial: Duesenjaeger in Berlin und Akrox-Fanzine #8 Review

Osnabrück-Spezial:
Duesenjaeger im Kastanienkeller (04.12.2015) und im Schokoladen (05.12.2015), jeweils in Berlin und Akrox-Fanzine Review

    „Osnabrück, hin und zurück, ein verflucht langes Stück! Ich schaff‘ das bis zum Frühstück, wenn ich auf die Tube drück‘! Schnaps und Zigaretten ohne Lieferschein, ich bring‘ den Kram ins Lager und sack‘ die Kohle ein. Heiße Fracht bis unter’s Dach, macht sehr schnell und hält sehr wach!“

(Truck Stop – Osnabrück) (mehr…)

alleiner threat #04 fanzine + 7″ Sampler “No Future Sa Pader Fanzine”

alleiner threat #04 fanzine + 7″ Sampler “No Future Sa Pader Fanzine” (Alleiner Threat Reckordt #003)
Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön. In dieses Zine sind Jahre an Arbeit eingeflossen. Die Nummer 4 vom alleiner threat beschäftigt sich diesmal mit Punkrock in den Philippinen und dem Land an sich. Es gibt Artikel über die Punk-Szene in dem Land, über die Hauptstadt Manila, über Bergbau und die Konsequenzen. Die Texte variieren in den Sprachen Deutsch und Englisch, einige Texte sind auch in beiden Sprachen. Abgerundet wird das Ganze von einer längeren Kurzgeschichte und vielen Photos. Dazu kommen Informationen zu den 6 Bands, die auf der beiliegenden (farbigen) Single sich verewigt haben. Dieses Zine und Single gibt tiefe Einblicke in die Philippinen.
Alleiner Threat 04 - Cover
Bands auf dem Sampler:
The Beauty of Doubt, vielleicht das Beste was die Punkrock-Szene in der Hauptstadt Manila seit der Jahrtausendwende zu bieten hatte. Sie singen über Aktivismus und das “Nicht-Stillstehen-Können”. Ein glaubwürdige Hymne für alle, die Menschenrechte verteidigen.

Bad Omen, Manilas älteste Oi! und Streetpunkband. Ihnen gelingt eine Hymne an die Recto Avenue, einer Straße mit vielen Slums und Urban Poor Communities, die entlang dieser Straße im Herzen der Hauptstadt Manilas leben.

Toxic Orgasm, eine aggressive Hardcore-Punk-Band aus Cebu. Sie werden verrückt von dem System, Politik und Politiker/innen und lassen ihre Wut freien Lauf.

Monthly Red, Poppunk aus dem Norden des Landes, aus der Pampanga Provinz. Sie singen über Bergbau und seine Folgen, zwischen Lebenserwerb und Umweltzerstörung, zwischen Handwerk und Großkonzernen.

Tiger Pussy, Riot Grrrl Punk aus Cebu City. Wahrscheinlich die Entdeckung der letzten Jahre. Sängerin Jan thematisiert Selbstzweifel, die innere Unruhe und dennoch emanzipatorischen Feminismus wie wohl noch keine Band zuvor aus Asien. Großartig!

Thought, eine weitere großartige Hardcore-Band aus Cebu City. Die Nachfolge-Band von No! machen keine Kompromisse und sind ein wichtiger, kreativer Teil der alternative Szene in ihrer Stadt.

Preise:
1 Zine + Single: 7 € plus Porto
3 Zines + Singles: 20 € plus Porto
5 Zines + Singles: 30 € plus Porto

Kontakt:
Mikareckinnen@gmx.de

Review – Pascal Claude: Viele Grüsse aus dem Stadion

Pascal Claude – Viele Grüße aus dem Stadion
„Neues aus den Randgebieten des Fußballs“ lautet der Untertitel des Buches und wahrscheinlich wird sich jetzt manch eine/r fragen: „Was soll das jetzt hier auf Alleiner Threat?“. Pascal Claude betreut seit langem den Blog 45football.com, auf dem er Singles präsentiert, die einen Fußballbezug haben. Dort finden sich auch einige Singles, die durchaus im entferntesten etwas mit Punk zu tun haben. Zum Beispiel die Band Bums, die damals von AM Musik aus der Deutschpunkband Fluchtpunk.Terror zusammengecastet wurde und Borussia Dortmund eine Single widmeten. Oder die Single von Berliner Punks zum 100sten Jubiläum von Tennis Borussia Berlin im Jahr 2002. Auch Trio-Schlagzeuger Peter Behrens mit der Single „Wenn ein Tor fällt“ ist dort aufgenommen. Jenem Peter Behrens widmet Pascal Claude auch eine kleine Geschichte in diesem Buch. Der Autor hat lange Zeit Kolumnen für die linke Wochenzeitung WOZ in der Schweiz geschrieben sowie ein Fanzine herausgegeben: „Knapp Daneben“. In diesem Buch finden sich auf 120 Seiten Texte mit Fußballbezug, wobei letzterer – wie das Beispiel des Peter Behrens Text zeigt, nicht im Zentrum steht. Auch in vielen anderen Texten geht es weniger um das Spiel an sich, sondern um Geschichten drum herum. So nimmt er z.B. die xenophoben Äußerungen eines Schweizer Spielers auseinander, folgt dessen Fußballlaufbahn über die Schweiz, Frankreich, Italien und setzt dessen Migration in den Kontext von Migrant/innen, die in die Schweiz kommen, da sie sich dort ein besseres Leben versprechen und weiterentwickeln wollen. Man lernt viel über die Schweiz, über immaterielle Kulturerbschaften, über die übertriebene Schadensdarstellung verursacht durch Fans an der Schweizer Eisenbahn. Er berichtet aus Portugal, Deutschland, Italien, es sind immer wieder kleine Geschichten, die die / den Leser/in wissen lassen, dass des Autors Herz auf der richtigen und für die richtige Seite schlägt. Daher auch für Nicht-Fußballfans eine gute Lektüre!
WOZ-Verlag; ISBN: 978-3-906236-10-0; ca. 25,- Schweizer Franken

Reviews – Duesenjaeger + Panzerband

duesenjaeger / Countdown of Armageddon – Split 7inch
Es kommt ja nicht aller Tage vor, dass ich mich mal genötigt sehe, hier an dieser Stelle zwei Tonträger vorzustellen. Doch heute habe ich gute Laune und mache eine Ausnahme. Denn es gibt Neues von einer meiner absoluten Lieblingsbands – duesenjaeger! Nicht nur, dass sie am 6. Dezember den Nikolaus im Berliner Schokoladen (Homepage) verdrängen, nein, es gibt auch einen neuen Tonträger. Erneut ist es eine Split Single, diesmal mit der US-Band Countdown of Armageddon, die es zuerst nur auf der Tour im Sommer gab. Jetzt liegt der Re-Press vor und ich freue mich sehr. Die Aufmachung hat Robert Hanna gemacht und knüpft damit an die letzten Tonträger von duesenjaeger an, vor allem an die Split Singles mit Oiro und Captain Planet. Düstere Momentaufnahmen einer Ruine im Wald. Dazu ein Beipackzettel und alles so dick, wie die berühmte Sängerin aus der Oper, die nicht enden will. Düster ist dann auch das Stichwort für Countdown of Armageddon. Klar, bei so einem Namen wäre fröhlicher Ska-Pop sicherlich nicht zu erwarten, doch die Band ist mit Sicherheit die bisher untypischte „Split-Affäre“. CoA sind stärker im Hardcore verankert und spielen schwerfälligen und doch druckvollen, modernen Hardcorepunk, den ich so nicht erwartet habe. Als würde eine Sludge-Band ihre Liebe zu den Wipers und Tragedy in einem Song ausdrücken wollen. „State of Lunacy“ ist auf jeden Fall kein Partykracher, sondern so schwer wie die Ruinen in dem Artwork und dennoch gefällt er mir sehr gut.
Die andere Seite bespielen dann duesenjaeger mit dem neuen Song „Fass ohne Boden“. Im ersten Moment erwartet eine/n nichts Neues oder Überraschendes: Gitarre, Schlagzeug, Bass, eine Melodie, die ähnlicher anderer Songs der Band ist. Treibend, ja, schneller, nein, melodisch, ja, poppig, nein. „Ich meide das Licht und ich fürchte die Veränderung“, halb gesungen, halb gesprochen. Es sind eher die kleineren Parts, wie der zweite Gesang in der Bridge – „es geht immer weiter“ – oder das doch recht abrupte Ende, die neue Elemente darstellen. Sie selbst beschreiben die Band als „Flucht aus einem unerträglichen Alltag. Emoll. Melancholisch, treibend und wütend.“ Dem kann man sich nur anschließen. Seit ihrer Rückkehr nach kurzer Pause (2008 – 2010) ist dies nun die dritte Split-Single und irgendwie wird man so nach und nach angefixt und hoffentlich auf Größeres vorbereitet. Ihre tiefe Verbundenheit zur DIY-Szene – ohne dieses Zucken nach Trends oder Sprungbrettern – zeigt auch diese Single, die das nun mittlerweile 8 Release auf Grabeland-Schallfolien ist, dem Konsortium aus Band, dem alten Label MyRuin und … . Dort sind auch die alten Platten und Single wiederveröffentlicht worden und ich freue mich, dass die Band auch im 15 Jahr des Bestehens weiterhin ihre Runden zieht, wie sie zogen! Single kaufen und freuen!

duesenjaeger auf Bandcamp
duesenjaeger auf Blogspot
Grabeland, Plattenkollektiv
Duesenjaeger Grabeland Split Single Vinyl Countdown of Armageddon

Panzerband – s/t MLP
Es rollt von weitem heran!Unaufhaltsam! Wuchtig! Gefährlich! Lederjackig! Schweres Geröll wird zermalmt, Autos zerquetscht, die Ketten müssen rollen und tun dies unnachgiebig nach vorne. 16 Songs, vor denen es kein Entrinnen, Entlaufen oder sonst was gibt. Auf 45, damit auch der Plattenspieler schneller laufen muss! Man kann nur schreien, gröhlen, wippen, tippen, mitsingen! „Hey Du Lappen, bist Du hohl, Punkrock kennt kein Idol!“ Hier klingt eine Band nach Deutschpunk meets Hardcore. Als würden Novotny TV aus ihrer Gruft entsteigen und all den Mülheim Asozials und Abfukks dieser Welt zeigen, dass es noch hängende Hämmer gibt. Humorvolle Texte, augenzwinkernd und dennoch auf die zwölf. So wie Punk sein sollte. „Panzerband, besser als Deine Band“! Kann man so stehen lassen. Und wer 2Unlimited huldigt, kann gar nicht schlecht sein!

Panzerband bei Blogsport
Twisted Chords
Panzerband s/t LP Twisted Chords, Punkrock

auf jahre unschlagbar #1

auf jahre unschlagbar #1

Fast zwanzig Jahre, nachdem wir als Kiddies mit dem STRAFRAUMPOGO-Fanzine begonnen haben, gibt es nun ein neues Punk-Fußball-Zine mit meiner Wenigkeit. Zusammen mit guten Freund/innen aus Berlin / Essen / Hamburg / Havanna / Leeds haben wir uns überwunden, das auf jahre unschlagbar heraus zu bringen. Da wir alle an verschiedenen Punkzines mitwirken (u.a. Trust, Plastic Bomb, Punkrock, Alleiner Threat, Try to Wake Up With A Smile in Your Face, Ont Road Fanzine) und dennoch verstreut zum Fußball gehen (TeBe, United of Manchester, Rot-Weiß Essen, Rothenburger SV), war es einfach mal wieder an der Zeit, das Heft zu machen.

Cover kann hier angesehen werden, gerne mich ansprechen.
40 A5-Seiten ohne Werbung kosten 2 €-
http://aufjahreunschlagbar.blogsport.de/

Mika

auf jahre unschlagbar

Alleiner Threat Reckordt proudly presents: Istukas Over Disneyland / La Théorie du Buxon Split LP + Bad Omen s/t LP

Erstmals nun auch auf „Alleiner Threat Reckordts“ auch zwei Platten mitveröffentlicht, die in sehr kleiner Auflage in Deutschland erhältlich sind:
Zum einen (ATR 001) die Split LP Istukas over Disneyland / La Théorie Du Boxon. Philippinischer und Französischer Punkrock zweier Bands, die schon seit langem aktiv sind. I.O.D. spielen Streetpunk mit Texten auf Pampangeno, einem lokalen Dialekt. L.T.d.B. Hardcore-Punk mit female vocals, die einen ziemlich an die Wand blasen. Wer denkt, französisch eignet sich nur für Liebesschmonzetten, verkennt, welche Energie in dieser Sprache steckt (10 € inkl. Beiblatt und Texten in engl. Übersetzung).
IOD
IOD
Zum anderen gibt es erstmals das Debüt-Album von Bad Omen – s/t auf Vinyl. Nach mehr als 20.000 (!!!) verkauften Kopien auf MC und CDr nun also die Vinyl-Version. Die auf 50 (!) Exemplare limitierte Auflage in Deutschland ist auf rot-schwarz-gesprengeltem Vinyl und kommt mit Siebdruck-Cover. Die original Songs von 1994 wurden remastered und enthalten einige Hits. „Maling Sistema“ ist z.B. einer DER Klassiker des philippinischen Punkrocks, vllt. das „WHITE RIOT“ des Inselstaates. (15 €).
Bad Omen

Red Tape Parade – Self titled 7inch

Red Tape Parade – Self titled 7inch
Red Tape Parade war immer so eine Band, die mich nicht sonderlich groß interessiert hat. Klar, sie klangen schon ein wenig wie die ganze NoIdea Records und Gainesville-Mischpoke und waren somit per se schon charmanter als viele andere Bands, aber irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas. Am 15. April letzten Jahres verstarb dann der Frontmann der Band, Wauz, an einer Krebserkrankung. Viel zu jung, viel zu früh. Von der Diagnose im Dezember 2012 bis zum Tod verging nicht einmal ein halbes Jahr. Kaum Zeit, Abschied zu nehmen. „Es ist eine der unabwendbaren Schicksalsschläge, für die es weder eine Vorwarnung noch ein Überlebenstraining gibt“, schreibt das Label.
Posthum erscheint daher an Wauz‘ Geburtstag, dem 01. April, das „finale Kapitel und tosende Requiem der Band“. Und tatsächlich, vielleicht ist es die Geschichte, die Energie, die das Video ausströmt, aber der Song verfängt sich.
In beiden Songs „Leap Year Of Faith“ und „Song 21“ (feat. Funeral For A Friend-Sänger Matthew Davies-Kreye) spürt man das Herzblut, das Wauz in die Songs investiert hat. „Im Gegenzug zollen ihm die verbliebenen Bandmitglieder und nahestehenden Bands und Musiker mit umfangreichen und das-Herz-auf-der-Zunge-tragenden Linernotes Tribut.“
Die 7inch kann wahrscheinlich bald überall geordert werden, das Video findet ihr unten. Schöner Abschied!

Fanzine – Homestory, Das Magazin

Homestory – Das Magazine #1
Wir sind ganz nervös. Die Jungs vom Homestory-Magazin haben uns zu sich nach Hause eingeladen. Viel zu früh sind wir da. Wir drücken die Türklingel. Die Schelle macht „Ding Dong“. Dann springt die Tür auf. Ich zucke zusammen, denn ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht.
„Hallo Mika, hallo Begleitung!“
„Hallo Roland und der Andere.“
Wir schütteln uns gegenseitig jeweils die rechte Hand. Die von Roland fühlt sich sehr warm an. Er schwitzt stark. Sein Hawaii-Hemd hat schon kleine Flecken. Aber wir sind hier in Augsburg. Das ist fast schon Italien, also Wüste. Da darf man mal schwitzen.
„Kommt herein“, sagt der Andere und wir quetschen uns umständlich an den beiden vorbei in die Wohnung. Sie ist klein, aber schön. Überall hängen Pascow-Plakate. Auch ein paar CDs liegen herum. Sogar von Dackelblut. Wusste gar nicht, dass es die gibt.
„Ich wusste gar nicht, dass es Dackelblut CDs gibt“, sage ich.
„Doch, doch“, sagt einer der beiden.
„Wir waren bei Jens Rachut mit dem Homestory-Magazin. Der hat uns die CDs gegeben. Aber jetzt setzt euch erstmal. Ich habe Flips gekauft.“ Der Andere ist nett. Ich esse gerne Flips. Nur die Essig-und-Öl-Chips von der einen Marke, die ich hier aus Werbegründen nicht reinschreibe, die gefallen mir noch besser.
Wir setzen uns auf einen Platz, der uns zugewiesen wird. Keiner von uns traut sich Flips zu nehmen. Könnte unhöflich sein. Dann schaufeln sich die Gastgeber direkt eine ganze Hand in den Mund. Das wäre okay, würden sie nicht gleichzeitig anfangen zu sprechen und die Flips aus ihren Mundwinkeln fallen.
„Steht ihr auf lange Sätze?“ Fragt einer.
„Nein, sagen wir. Obwohl ich manchmal schon Sätze mit Komma und Sinn gut finde. Aber nicht in einem Text.“
Dann schweigen wir wieder. Ich schaue auf ein Die Toten Hosen Plakat, auf das jemand mit einem Filzstift was draufgeschmiert hat. „Beste Band …“ steht da, und … „viel besser als Die Ärzte“. Das kann ich nicht beurteilen, denke ich, ich finde beide nicht gut.
„Toten Hosen und Ärzte sind voll gut“, sagt der Andere. Ich nicke, weil ich Angst habe, dass ich sonst keine Flips mehr essen darf.
„Ihr habt ja ein interessantes Magazin gemacht. Mit ganz vielen Prominenten. Nur so Szene-Stars. Habt ihr die alle besucht?“ Ich spiele ein wenig Journalist.
„Ja, so wahr Du hier jetzt sitzt“, sagt Roland.
„Wow!“ sagen ich und meine Begleitung.
„Ja!“ lachen Roland und der Andere.
„Und auch bei Bela B, Markus Wiebusch, Stefano Stiletti, bei denen allen wart ihr?“
„Ja, voll krass, nicht?“
Das Interview läuft super. Gute Antworten, gutes Gespräch.
„Ja, beim Stiletti war ich auch mal. Da sieht es wirklich so aus, wie ihr es beschreibt.“ Ich sage das, um die Stimmung noch lockerer zu machen.
„Ja, das wissen wir, wir waren ja auch da.“
Jetzt ist es zu locker. Also schweigen wir wieder. Der Andere schwitzt jetzt auch. Wir auch. Kleine Rinnsäle laufen von unserer Stirn. Augsburg ist echt der Wahnsinn. So stell ich mir Accra vor!
„Soll ich eine Pascow-CD anmachen?“ fragt Roland.
„Nein, ich finde den digitalen Sound von CDs ganz furchtbar. Das ist wie Fingernagel auf Tafel.“ Das sagt meine Begleitung. Die ist voll nett. Deswegen habe ich sie auch mitgenommen. Aber die mag keine CDs. Ich eigentlich auch nicht, aber das sage ich nicht.
Wir schweigen wieder.
„Ja, voll gut das Heft, irgendwie. Wenn man so die Sprache mag. Und so.“
„Danke für das Kompliment.“
„Bitte!“
„Danke!“
„Warum sind denn da nur Männer drin?“ Meine Begleitung beschämt mich. Auch die anderen beiden schauen verlegen auf den Boden.
„Ja, also … das ist einfach so passiert.“ Ich gucke auf die Uhr und sage nur:
„Oha, oha, oha. Wie die Zeit so läuft. Wir müssen auch wieder los. So warm hier, sind wir nicht gewohnt. Aber beim nächsten Mal bringen wir auch eine CD mit.“
Dann gehen meine Begleitung und ich. Gut, dass ich wenigstens eine gute Frage gestellt habe. Ihre waren viel besser. Wir fahren zurück in den Norden, wo wir uns schnell einen Schall und die Wollmütze überziehen. Hier schwitzt keiner, aber schön ist es auch. Nur gibt es hier keine CDs mehr.

AMAZONE sagt: wem dieses Review gefällt, dem gefällt auch Homestory, Das Magazin!

www.homestory-magazin.de

Lesung im Berliner Trickster am Freitag – 22.11.2013

Kon­zert / Lesung mit:
SAI­GOONS

MIKA RE­CKIN­NEN
FALK FATAL

Lesung von Falk Fatal und Mika Reckinnen mit The Saigoons

Falk Fatal liest Ge­schich­ten aus dem After der Ge­sell­schaft. Zur Per­son: Lü­gen­ba­ron, Tu­nicht­gut, Aus­hilfs­mi­s­an­throp. Zudem Her­aus­ge­ber des ge­streck­ten Mit­tel­fin­ger Fan­zines, Sän­ger der Ol­die­punk­band FRONT und Ge­le­gen­heits­schmier­fink di­ver­ser Schund­pu­bli­ka­tio­nen
Mika Re­ckin­nen wäre gerne Thron­fol­ger in einer süd­ost­asia­ti­schen Klep­to­kra­tie, statt­des­sen schreibt er seit lan­gem für Punk- und Klein­kunst-​Fan­zines (u.a. Trust, Al­lei­ner Thre­at, Dra­chen­mäd­chen, Pan­ker­kna­cker, etc.). Manch­mal liest er diese auch vor. Laut!
Im An­schluss spie­len die Sai­goons aus Düs­sel­dorf. Ir­gend­wo zwi­schen einer Ga­ra­ge in den 70er, NDW An­fang der 80er und Punk nach 2000.

ab 21 Uhr

www.​saigoons.​bandcamp.​com
www.​facebook.​com/​Saigoons
www.​alleinerthreat.​blogsport.​de
www.​trashrock.​de

Fanzines – Proud to be Punk #18

Proud to be Punk #18
Oh wow, auch ganz vergessen mich löblich über das Heft zu äußern und nun ist es schon Monate her, dass ich es gelesen habe. Immer gut, Reviews im Halbblindflug zu schreiben. Das Proud to be Punk ist eines der fettesten A5 Hefte und kommt – obwohl Jan mittlerweile in den Berufsstand des Lehrers auf-/ab-/weggestiegen ist hoffentlich auch noch in Zukunft – relativ regelmäßig heraus. Dabei liegt unser Musikgeschmack wohl weiter auseinander, die genannten Hardcore / Crust / Anarcho Bands sagen mir meistens nicht zu. Dagegen finde ich seine politischen Texte in der Regel sehr gut, sei es in diesem Heft eine Reise mit einer Jugendgruppe um den Verbrechen der Deutschen in Polen zu Gedenken, sei es ein kleiner Tourbericht von Partizan Minsk oder ein Artikel über ein ehemals besetztes Haus in Erfurt – Topf & Söhne, bzw. über ein Buchprojekt darüber. Sehr spannend fand ich den Artikel über die Cable Street und britische Nationallist/innen in den 1930ern. Ob man so einen Artikel aber unbedingt mit Oi Polloi einleiten muss, ist dann vielleicht Geschmackssache, nicht nur musikalisch. Ist doch deren recht vereinfachtes Weltbild des Imperialismus 2013 nicht unbedingt mehr das zeitgemäßeste … aber egal. Alles in allem finde ich es bewundernswert, wie viel Zeit und Arbeit sich Jan macht und auch musikalisch über den üblichen Tellerrand blickt. Dickes Kompliment!

Link zu alten Heft-Reviews (hier)

Kontakt: jan.sobe@t-online.de