Archiv der Kategorie '05. Zines / Bücher / Vinyl'

Fanzines – (R)Ohrpost #11

(R)Ohrpost #11
„Gedanken, Meinungen und Spass an der Freud“ steht’s geschrieben im Untertitel und man kann auch diesmal Maren und Turbotorben nur zu dieser gelungenen Ausgabe beglückwünschen. Lag ein wenig länger bei mir rum und alle Buchstaben habe ich mittlerweile auch schon aus dem Zine rausgelesen, doch im Trott der letzten Wochen irgendwie das Review vergessen. Aber, Fanzines sind meiner Meinung nach eh zeitlos und daher nochmal eine kurze Empfehlung!
Denn das Zine ist ein fettes A5-Monster mit einem Schock-Cover – hehe – und der üblichen Mischung aus Punk und Politik. Für ersteres ist zumeist Turbotorben zuständig und interviewt werden Bands, die ich mag – z.B. Disco//Oslo (mit Bulli und auch über seine anderen Projekte) oder Inner Conflict (20 Jahre – s. auch die Party dazu) – aber auch Bands, deren Geknüppel mir am A**** vorbei geht. Das macht aber nichts, denn bei vielen anderen Heften mit wesentlich mehr Interviews ist mehr deutlich mehr egal! Gut finde ich vor allem die Texte von Maren, die meist politischer Natur sind. Einen Artikel über Klaus Kinski, der ihn in ein Bild rückt, was viele seiner Fans verdrängen – ein Choleriker, der halt auch seine Kinder missbraucht hat. Die erschütternden Berichte von Tochter Paola werden hier kurz vorgestellt. Richtig interessant und zugleich deprimierend fand ich die Briefdokumentation von einer Familie, die aus Essen nach Auschwitz deportiert wurde. Ich erinnere mich an die Essener Synagoge, die ich mehrfach besuchte, und die dicken Bücher mit Namen und kurzen Biographien von Menschen, die aus Essen in den Tod geschickt worden sind. Ein einfach nicht zu verstehendes Kapitel der Landes, in dem ich geboren wurde. Daher auch gut, dieses Thema auch in Punk-Zines fernab des „blablabla – Nazis raus!“ aufzugreifen.
Insgesamt ist das (R)Ohrpost ein super Zine, welches den Punkspirit der 90er aufrecht hält. Am besten hier direkt ordern – rohrpostfanzine.blogsport.de

Fanzines – Ketten & Ketchup #3

Ketten & Ketchup #3
Es dauert ja immer so lange, bis ich mich aufraffe und Zine reviewe. Tonträger lasse ich aus dem Grund direkt komplett von der Seite. Auf der anderen Seite waren in letzter Zeit so viele geile Konzerte, zu denen ich nichts geschrieben habe, dass diese Seite schon fast wie eingeschlafen, nein, wie entschlummert aussieht.
Daher ist es im Grunde eine besondere Ehre, dass ich mich für dieses Fanzine aufraffe und endlich wieder mal ein Review schreibe. Denn das Ketten & Ketchup ist ein richtig geiles, oldschooliges A5-Zine, wie ich es liebe. Es gibt Anekdoten, Hass auf die Gesellschaft (und ihre Kommunikation), Band-Interviews und Reiseberichte. Doch zu allererst muss ich einmal Danke sagen. Eigentlich finde ich ja so Texte wie „ich warte auf die Post und dann kommt die neue Scheibe von __________ [hier bitte mit Edding auf den Bildschirm einen Bandnamen eintragen]“ vollkommen überbewertet. Doch der Text fängt sich schnell und beschreibt die Musik von No More Art (NMA), sodass ich direkt neugierig wurde. Wenn Worte wie „Red Dons“ oder „Masshysteria“ fallen sperren sich sozusagen meine Lauscher auf und ich sehe aus wie ein Hase. Und tatsächlich, die Hamburger Band mit Leuten von Trashmonkeys (ich glaube der Verweiß im Vorfeld hätte mich abgeschreckt), Red Dons und Los Dollares spielen großartigen Wipers und Briefs angehauchten Punkrock. Kommen zwar nicht ganz an Red Dons heran (unbedingt anhören!!!), aber spielen doch immerhin in der gleichen Liga.
Das Fanzine besticht dann durch sehr persönliche Erfahrungen von Reisen (Brasilien und dem abgefeiere von Ohlo Seco), Konzertorganisation mit EA80, einem Tourbericht mit einer beschissenen Streetpunk-Band (deren Name mich tatsächlich interessieren würde …) und langen Interviews über Punk und Elternteil sein. Sehr spannend, zumal nicht die üblichen Verdächtigen vor’s Mikro gezerrt worden sind. Vor allem die Antworten von Maren (R)Ohrpost fande ich sehr, sehr gut, weil sie sehr stark reflektiert wirken und sie und Turbotorben sich im Klaren sind, welche Einschränkungen Eltern haben.
Insgesamt ein sehr gutes Heft, dass ihr am besten für 1,50 € + Porto hier bestellen könnt:
Alex Gehrau, Am Maiberg 20, 27299 Langwedel

Fanzines – Akrox #7 (und Gedanken über Zines)

Akrox #7
Sein wir mal für einen Moment ehrlich: Ich finde Fanzines geil! Also geil, im Sinne von super cool, dass sich Menschen Mühe machen Gedanken, Ideen und Anderes in einen Rechner zu hacken und dann an die Umwelt zu verteilen, nicht im Sinne von sexuell antörnend oder erotisch sonstwas. Geil, you see?! Waren Fanzines in der Vergangenheit das Medium des Austausches der Szene, der Gedankenanstöße, der politischen Diskussion, der Weiterentwicklung von Punk/Hardcore und dem ganzen Subsumarium drum herum, sind sie das – so realistisch muss man sein – heute nicht mehr. Klar, vielleicht können die großen Drei (Plastic-Trust-Ox) da noch was anstoßen, aber die Diskussionen werden doch schon längst im Netz, in Foren geführt … oder sind schon lange verloren, weil Punk nicht mehr politisch ist, weil Menschen nicht mehr so politisch sind, weil das Linke in den Subszenen nicht mehr da ist. Oder wenn es Links ist, ist es häufig dogmatisch. In Zeiten, wo man an Tresen groß plakatieren muss, dass man gegen Homophobie, Sexismus, Rassismus etc. ist, will man eigentlich auch nicht mehr Punk werden. „Wenn Bank-Angestellte Public Enemy summen“, brachten es … But Alive schon vor über fünfzehn Jahren auf den Punkt. Nur, dass sie heute Turbostaat oder anderes summen. Oder gleich Grauzonen-Oijoioi.
Fanzines sind daher heutzutage eine Liebhaberei, wie Schallplatten in Zeiten von Downloads, AJZs in Zeiten von Mega-Package-Touren mit fünf angesagten Hardcore-Bands, Zeitungen in Zeiten von Flachbildschirmen und zwischenmenschliche Beziehungen in Zeiten von Porno-Star-Puppen-in-Lebensgröße (neulich beim Durchzappen gesehen und geschockt!). Und genau hier kommt das Akrox-Zine von Micha ins Spiel … also, nein, nicht bei der Porno-Star-Lebensgrößen-Puppe, sondern bei der Liebhaberei! Bei Schallplatten im AZ kaufen, das Akrox-Zine mitnehmen, dann zu Hause mit der Freundin Musik hören und Zines lesen. Das wäre ein Leben, anstatt im Mafia-Bord Band xYZx zu dissen, die man nur von mp3s kennt!
Das Akrox ist ein klassisches A5-Zine, wie es in den 90ern zu Hauf gab und wie ich sie heute schmerzlich vermisse, weil sie selten geworden sind. Inhaltlich wird die eigene Band abgefeiert (Fuzzbeer), Skanksot interviewt und jemand der bei Goodbye Jersey und Rantanplan spielt. Keine Band, die mich heute noch übermäßig interessiert, viele kenne ich nicht mal, und dennoch ist es so geschrieben, dass ich es lesen möchte. Persönlich, durchdacht, mit Spaß an der Freude! Bei Nummer 7 schon ein Rückblick auf die alten Ausgaben (wir werden ja alle nicht jünger und bevor es niemand macht …), dazu einige richtig gute Ideen, wie einen Konzertbericht auf Plattdütsch, Punk in der Antartktis (*neu*, *neu*, *neu*) und ein Artikel über die Blauzone. Letztere beiden sind mir manchmal nicht konsequent durchgezogen worden, aber allein die Idee hat mich dermaßen begeistert, dass ich gelacht habe!
Tolles Zine, viel zu schnell durchgelesen und wer es nicht sofort bestellt ist doof! – [LINK zur HOMEPAGE]

Fanzines – Try to wake up with a smile on your face! #04

Try to wake up with a smile on your face! #04
Chriz hat wieder richtig Bock bekommen, Zines zu lesen, zu tauschen und selbst eines zu machen. Diesen „Bock“, diese Leidenschaft zeigt sich auch in der vierten Ausgabe des Zines mit dem langen Namen. Halb Englisch, halb Deutsch schreibt und kommentiert er und einige Mitstreiter/innen sich durch das Geschehen in Punk/Hardcore und Fußball. Dazwischen gibt es immer wieder Einblicke in die Lebens- und Gefühlswelt von Chriz, was den Charme dieses Heftes noch einmal deutlich unterstreicht.
Zentraler Punkt dieses Heftes ist dieses Mal eine Abrechnung mit Cock Sparrer, die mehr und mehr zu einer unpolitischen, rechtsoffenen Deppen-Band werden. Konzerte von Cock Sparrer, so schildert der Artikel, so wurde es mir aber auch mehrfach von anderer Seite berichtet, sind mittlerweile Groß-Aufläufe der jeweiligen Naziskins der Umgebung geworden. Selbst in Hamburg mit Zugegensein der St. Pauli Hooliganfraktion waren die Rechten scheinbar in der Überzahl. Dass die Band zwar nicht selbst rechtes Gedankengut unterstützt, sie aber so stumpf sind, dass ihnen egal ist, wer im Publikum steht, ist echt schon hart. Da fehlt leider eine wichtige Distanzierung, die über die Floskel „gegen Nazis sein“ hinaus geht. Stattdessen empfehle ich lieber, charismatische Coverversionen von Cock Sparrer Hits, wie zum Beispiel von Bad Omen (Manila belongs to me) oder The Pukes (Because you are young), die ich unter das Review mal einbette.
Was ich allerdings bei dem Artikel vermisse ist, dass der Band nicht die Gelegenheit gegeben wurde, Stellung zu beziehen. Ähnlich wie man seinen Lieblingsfußballclub nicht den Deppen überlassen sollte, sollte man sich meiner Meinung auch um Bands bemühen, die einen Teil der Szene geprägt haben. Aber vielleicht kann und will das nicht jedes Zine leisten (müssen). So wirkt es halt, wie einer der vielen einseitigen Oire-Szene-Einträge, die mir manchmal zu platt und in schwarz-weiß denken.
Texte über United of Manchester, die norddeutsche Fanzine-Szene und ein persönlicher Text über Straight Edge sind weitere Highlight. V.a. weil der XXX-Text nicht missionarisch, sondern reflektiert und die Entscheidung für sich erklärend ist. Es geht halt darum, den Lebensweg für sich zu finden, der der richtige ist. Dazu kommen massig Reviews von Fanzines (keine Tonträger, yeah!) und Fixibikes. Alles in allem wieder ein großartiges Zine!

Kontakt: posicore@baerenhor.de

BAD OMEN

THE PUKES

Fanzines – Punkrock! #17

Punkrock! #17
Das Punkrock! ist nun seit zwei, drei Ausgaben eines dieser Bahnhofs-Gazetten-Gossenhefte. Also eines der Hefte, dass man unter einem Landlust-Heft peinlich berührt zum Tresen trägt, um dann für 4 Euro (in Deutschland, Österreicher/innen zahlen zurecht 20 Cents mehr, Schweizer dürfen erst gar nicht in Euro bezahlen, sondern müssen 6,5 Währungseinheiten ihrer Schweizer Franken aus der Züricher Bahnhofstoilette klauen) auf die Geldablage kullern zu lassen. „Aha, Punkrock!“ könnte dann der Kioskzeitungsverkäufer sagen, wenn ihm das alles nicht total egal ist.
Diese vier erschnorrten Euro (Zeitaufwand: ca. 10 Minuten in Frankfurt, 14 Minuten in Mannheim, 5,2 Stunden in Essen und drei Tage in Berlin – Eisenhüttenstädter/innen sei an dieser Stelle ein Banküberfall empfohlen, oder zwei!) sind gut angelegt. In Nummer 17 findet der Irokese Interviews mit Restarts, der Deutschrocker eines mit Dritte Wahl, der Garagen‘Roller Modern Pets und der Gar-Kein-Punk (Banker, Poser, Yuppie, Arsch, Eisenhüttenstadt-Gut-Finder/in) eins mit ZSK. Damit wären die Schwachstellen des Zines zum Glück aber schon abgedeckt. V.a. ZSK finde ich mittlerweile unsäglich, so scheiße wie die Toten Hosen oder Beatsteaks, auch wenn Kein-Bock-Auf-Nazis (Link) eine Superaktion ist. Ansonsten, belanglose Kackband. Aber wie gesagt, das waren die Schwachstellen! Nähern wir uns den Stärken, mit einem Ranking von Hinten:
5.) Punkrock!-Was bin ich
Eine gute Idee Punks und Punketten mit ausgefallenen Jobs (oder stinknormalen) einem Ratequiz aus den 1950ern (!) zu stellen. Wirtschaftswunder-Humor trifft auf nerdige Nette-Leute-Fragen. Das liest sich fluffig und man kann sich (in schwarz-weiß) ausmalen, wie es im Punkrock!-Studio rund ging. Hoffe auf weitere Teile und dann mal richtig seltene Jobs (Fluglotse, Eichhörnchen-Besamerin, Stroboskop-Einsteller, etc.), die noch schwerer zu erraten sind.
4.) Barb Wire Dolls und Stitches Interviews
Zwei Bands, die mir nicht viel sagen, die aber dennoch recht gute Interviews geben, die lesbar sind und v.a. auch abseitig viel in Erfahrung bringen. Muss man auch mal löblich erwähnen …
3.) Herders und andere Kolumne
Kolumnen sind die Stärke der meisten Hefte. K. Wrath kotzt sich zum Beispiel immer am Ende des Heftes aus und Papa Herder’s Kolumnen sind natürlich per se schon großartig (apropro – 13. Juli in Recklinghausen, Freundchen?), auch wenn ich diese hier nur „okay“ finde. Kann der Gute besser und unterhaltsamer, aber da sich seit einiger Zeit das Leben in etwas kleineren Radien dreht, freue ich mich schon, was demnächst passiert, wenn Papa wieder in die weite Welt darf oder Töchterchen den ersten Schalke04-Fan mit nach Hause bringt. Auf das sie kein HipHop höre!
2.) RVIVR Interview
Eine großartige Band, da kann man dem Martin nur Recht geben. Und das trotz dessen zum Teil wirklich wahnsinnigen Aussagen zum Thema „Beste Band der Welt“. Ein gutes Interview und einer der besten Bands der letzten Jahre.
1.) Myanmar-Spezial
Dass ich ein Faible für Punk aus Asien habe, könnte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Dass das Punkrock! ein 13 Seiten Spezial zu Punk in Burma macht, hat mich daher gleich doppelt erfreut. Zum einen kommt die Band Rebel Riot zu Wort, zum anderen gibt es viele sehr schöne Bilder und weitere gute Texte. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang ein wenig Angst vor den Texten hatte, weil es sehr schnell in Richtung „Exotik“ trifft auf „die sind halt so“ gehen kann. Doch die Texte sind von Leuten geschrieben, die selbst teilweise in dem Land leben und mit den Burmesen eng befreundet sind, zum Teil zusammen leben. Auch wenn ich nicht alle Aussagen teile und an ein zwei Stellen mich über einige generalistischen Aussagen amüsieren konnte (schon Ende der 90er existierten Punkbands wie The Ants oder Ghost Rider), wirklich sehr, sehr gelungen und informativ.
Last but not least – Kaufargument für dieses Zine ist, dass Bocky, Dennis, Steve, Olli, Martin, Herder und Co auch noch super nette und zuvorkommende Menschen sind, mit denen man feiern und (!) reden kann – wahnsinn!
Auf dieser Seite kann man es kaufen – PUNKROCK!

Reviews – Love A, Turbostaat, Freiburg

Reviews – Love A, Turbostaat, Freiburg
Alle reden auf einmal von Deutschpunk und schmeißen lustig Bandnamen in den Hut und ziehen nach Belieben Bands, die im Entferntesten vielleicht etwas mit Punk zu tun haben und feiern das dann als „Deutschpunk-Revival“. Entschuldigung, aber die meisten so wieder entdeckten Bands haben nichts, aber wirklich gar nichts mit Deutschpunk zu tun. Das Intro ist zum Beispiel ein Magazin, eh vollkommen belanglos, aber was sie unter Deutschpunk fungieren lassen, ist einfach an Ahnungslosigkeit kaum zu überbieten. „Punk“ + „Deutsch“ = „Deutschpunk“, Halleluja, wir backen uns eine Welt und was für uns aussieht wie fette Brötchen, ist eigentlich nur der nächste Hype, der generiert werden soll.
Nach Intro-Kategorien sind dann Love A, Turbostaat oder Freiburg dann in der Kategorie gefangen, „Deutschpunk“. Vielleicht also doch mal Zeit, selbst ernannte „Experten“, wie mich, doch noch mal zu Wort kommen zu lassen … auf meinem eigenen Blog, hehe.

Love A – Irgendwie CD/LP
Love Academy haben mich im Jahr 2010 (s. Link) bei einem Konzert in Hamburg wahnsinnig in ihren Bann gezogen. Ihre Art Popmusik, Neue Deutsche Welle (nun ja, also weniger Nena als Fehlfarben) und Punk zusammen finden zu lassen, war großartig. Live, wie auch auf der ersten Single. Schon auf dem ersten Album ebbte meine Leidenschaft etwas ab, nicht, dass die Band immer noch gut war, aber es war deutlich, dass dieser Sound in Zukunft wenig Überraschungen hervor zaubern würde. Aus dem Nichts einen Weg gebahnt, diesen dann aber konsequent fortgeschritten, anstatt weiter neue Schneisen in den Wald der Langeweile zu brechen. Nun gut, immer schon mehr, als viele andere Bands, die klingen wie andere Band zuvor, die wiederum … kennt ihr. Mit „Irgendwie“ liegt nun das zweite Album von Love A vor und natürlich gehen sie die eingeschlagenen Wege weiter. Und dennoch, nach anfänglicher Skepsis fängt mich dieses Album mehr. Vielleicht, weil meine Erwartungen gedämpfter waren, vielleicht weil Love A die Musik aus den Autoboxen war, als ich selbst neue Wege für mich eingeschlagen habe. Sozusagen der helfende Ast, um den Sprung über den Fluss zu wagen. „Irgendwie“ bietet einfach 13 Songs, davon „Valentinstag“ erneut aufgenommen (und eingesungen mit Turbostaat-Hilfe), und passt einfach. Leichte, eingängige Musik, gute Texte, leicht verstörend, aber nicht zerstörend. Gutes Album und zum Glück alles, außer Deutschpunk!
Rookie Records

Turbostaat – Stadt der Angst
Auch so ein „Deutschpunk-Missverständnis“, Turbostaat sind und waren eigentlich immer schon jenseits dieser Kategorie. In den letzten Jahren haben sie sich sogar von dem punkigeren Sound von „Flamingo“ oder „Schwan“ hinfort bewegt zu gitarrenlastigen Melodien, unterstützt durch eine prägnante Rhythmus-Fraktion und dem Gesang von Jan. „Stadt der Angst“ ist dann ein Gesamtkunstwerk geworden, was mich bei den ersten Durchgängen nicht sonderlich gefangen hat. Eher im Gegenteil, war ich der Meinung, dass die Band immer weiter an den jeweils schwächeren Songs der Vorgängeralben anknüpft. Doch „Stadt der Angst“ gewinnt an Wucht, wenn man zum Beispiel bei Mondschein im Nebel am Starnberger See durch den Schnee stapft. Bedrohliche Gitarren, schneller, langsamer, verspielter, direkter. Im Gegensatz zu „das Island Manöver“ würde ich sagen, sie sind eingängiger geworden. Songs wie „Sohnemann Heinz“ sind Hits, die einem ins Gehör kriechen. Bei „psychoreal“ erinnern mich die Gitarren gar an Rolling Stones‘ „Paint it Black“. Und Songs wie „Phobus Grunt“ sind melancholische Perlen, die man gar nicht laut genug mitschreien kann. „Pestperle“ behandelt den ganzen Hype um die Nachfolger der Onkelz – oder „Scheiße“, wie Turbostaat singen – und wirkt überraschend in seiner deutlichen, politischen Kritik, dennoch im Rahmen des Zeitgeists, wie die Echo-Nominierung der Anderen zeigt. Dass die Band zwei Alben bei der Musikindustrie verschenkt hat, schwingt natürlich noch übel mit. Dennoch, mit „Stadt der Angst“ ist ihnen ein fabelhaftes fünftes Album gelungen.
Clouds Hill

Freiburg – Aufbruch LP
Da braut sich was zusammen über Westfalen! „Chapeau, mein Freund“, kann man da mit den Worten des Openers sagen. Eine konsequente Weiterentwicklung der Band, die 2011 mit „High Five Zukunft“ schon ein großartiges Debut abgeliefert hat und jetzt ein paar Schippen Kohle oder Holzpellets nachgeschoben hat. Schneller, nach vorne treibender Punk, der vom Gitarrenspiel auf Bands wie Turbostaat oder Duesenjaeger schielt. Doch im Gegensatz zu den beiden genannten Bands geben die Jungs auf diesem Album noch einmal richtig Gas. Ein Aufbruch sozusagen. Zehn Songs in einer knappen halben Stunde, dazu eine passend druckvolle Aufnahme. Bei „Wie Du so lebst“ schreit Gitarrist Tom schon fast verzweifelt, was sich doch deutlich von dem eigentlichen Gesang von Bassist Jonas unterscheidet. TCM Records hat hier sicherlich ein güldenes Händchen gehabt und ich müsste mich arg irren, wenn die Jungs demnächst nicht von Westfalen aus die Bühnen in Berlin, Hamburg oder Köln erobern würden. Spielen für mich um die Meisterschaft der aktuell spannenden Bands! Und wenn man ehrlich ist, haben Freiburg das Zeug Bands wie Turbostaat schon bald den Rang abzulaufen!
This Charming Man Records

Fanzines – Der gestreckte Mittelfinger #7

Der gestreckte Mittelfinger #7
„Schling Dein Essen nicht so. Du musst auch mal genießen lernen!“ Solche Sätze mag der eine und die andere aus Elternmunde kennen. Schokolade, Eis, Limonade, zack, zack, weg isses! Gute Sachen kann man genießen, aber meistens konsumiert man es schnell. Ein Junkie wartet ja auch nicht auf den richtigen Moment, um sich dann – oh wie schön – nen Schuss zu setzen. Was früher Schokolade war – naja, eiskalt gelogen: ist immer noch so mit Schoki – sind heute Fanzines, vor allem wenn sie so gut sind wie der Gestreckte Mittelfinger. Ratzfatz durchgelesen, alles auf einmal, zwar nicht verschluckt oder einen Brillenriss bekommen, aber nach drei Tagen viel zu schnell durch mit dem guten Ding. Selbst die Reviews – restlos rausgelesen!
Den werten Kollegen Falk Fatal schätze ich sehr. Sein Fanzine, dass den schönen Untertitel „Analoger Newsletter – von Kidpunx für Kidpunx“ trägt, ist eines der besten deutschsprachigen Fanzines. Klassisches A5-Format, 88 Seiten, Band-Interviews, Erlebnisberichte, Gedanken, Kurzgeschichten und Reviews. Dazu kommt ein punkiges Layout, dass dennoch in der Moderne angekommen ist. Weniger Pritstift und Schere, dafür aber übersichtlich und dennoch mit Liebe ins Detail.
Ein Highlight ist auf jeden Fall gleich zu Beginn der Bericht über den „geheimen Rosengarten“, dem teuersten Bau-Projekt des Staates. Hier schmeckt man den Kalten Krieg, die „German Angst“, der verbissene Gedanke: „wenn die das machen, was machen wir?“ Sehr gut liest sich auch der Rückblick, wie der Herr Fatal ein Nessie wurde, also ein Mike Ness Fan. „White light, white heat, white trash“ ist natürlich ein Meisterwerk, aber das „Live at the Roxy“ darüber zu stellen – obwohl es natürlich ebenfalls ein großartiges Album ist – ist mutig. Würde ich so nicht unterschreiben, auch wenn ich das Live-Album wohlwahrlich ähnlich häufig gehört habe. Der Rückblick in die 90er ist daher spannend, da der Mittelfinger nun auch schon 11 Jahre aktiv ist und wer kann besser einen Rückblick und ein Abgefeier niederschreiben, als der Mann aus der gehassten Nachbarstadt Frankfurt – Jan „Trust“ Röhlk. Das gelingt ihm natürlich fabelhaft.
Die Interviews sind auch gut, das Smogtown interessiert mich weniger, aber Kotzen (Nachfolger von Der Trick Ist Zu Atmen) sind großartig. Schade, dass sie keine Platten veröffentlichen, doch schön, dass sie sich nicht scheuen, kontroverse Sätze abzugeben. Es knüpft auch an das letzte Spezial zum Thema Geistige Eigentumsrechte an, wozu auch das Interview mit Werecrow vom „Ya-Can‘t-Go-Home-Blog“ gehört.
Dazu kommen Bericht über einen neuen alternativen Laden in Wiesbaden, die Kulturkneipe Sabot, einen Artikel über Christenpunks (den man auf Englisch auch im aktuellen alleiner threat #03 nachlesen kann) sowie Kurzgeschichten und Kolumnen von Bäppi (gute Selbstreflexion, die man leicht übernehmen kann), Falk (Sunday=Funday) und meiner Wenigkeit.
Bevor es dann in die Reviw-Sektion geht, gibt’s noch eine Mocktery über das „neue“ G. Wallraff-Buch, in der GG Wallraff als Scumpunk schonungslos aufklärt, wie es im Leben eines kotzenden, alkoholkranken, sexistischen, ekligen Scumpunks zu geht. Hoffe da auf RTL und die realistische Umsetzung!
Alles in allem kann man 1,50 € nicht besser anlegen. Wo legt man die an? Hier: www.trashrock.de

Fanzines – Ont Road #18 / Split With: Go Fuck Yourself

Ont Road #18 / Split With: Go Fuck Yourself
Thanks to Chriz of Try to Wake Up With A Smile On Your Face I got my dirty hands on that great split zine! Somewhere in the back of my mind, there isn‘t only „Springtime“ and some other great Leatherface tunes, but I also remembered that I got a copy of an older number of that zine some years ago. I reviewed it for Trust Fanzine in 2010 or 2011, the number #13 then. The review was:

    Ont Road #13 / Go fuck your self Split-Fanzine
    Split Fanzines are great! Especially this one! Ont Road writes about a Europe-Tour through East Europe with Pisschrist, reviews the new Leatherface Vinyl in a very long, honorable way (how it should be reviewed) and talks about the new record of the Manic Street Preachers. Also sports are included in his part of the split zine. He writes about the WDF Dutch Open 2009, a Dart tournament in the Netherlands. Go fuck your self writes short notices and stories about places he travelled, from St. Petersburg to Beijing and through the USA (L.A., New York to California). As a plus he adds an interview with Thou from Baton Rouge, a band I haven’t heard off before

So, a few years later I‘m having this number and I started with the Ont Road part of it, because he toured with Leatherface through East Europe, especially Poland, Lithuania, Estonia, Latvia and Finnland (not East Europe, okay). Me and AC saw Leatherface in Siegen before (Link) and I really enjoyed the show. Sadly AC mentioned after the show, „maybe it was the last time to see them“ and maybe she’s right. Damn!
Nevertheless, I really liked this tour report, because it gave a deep inside view to the band, I love that much! He is also writing about an older trip through the Baltic States (2003). The interview with One Way Ticket To Cubesvilla Zinester Richard is a nice read, also the story why cops are bastards. I didn‘t like the Manic Street Preachers article, but it’s because I don‘t care about the band. But, the highlight beside the Leatherface tour report was the article about Mülheim an der Ruhr and having beers there. And he brought something about German AZs/AJZs and other alternative locations straight to the point: „Furthermore, my experience with German strangers is mostly negative. They are an unfriendly nation, and add to the fact that we were in an autonomous zone, where flirting and trying it on are considered acts of sexual assault, it wasn‘t the best place to be for someone going on their own. German, PC, and Anarchist is hardly a desirable ménage a trois.“ True words, true words – and in the same moment I felt ashamed!
The other half of the zine is with travel reports by „Go Fuck Yourself“ which is quite okay, but I had to make some breaks here and then. Its about travelling in the US and gives really detailed reviews of the journeys, sometimes more interesting, sometimes less interesting. But also good! Sadly, I haven‘t been to the states yet and I think compared with the Ont Road part, I think I favor European or Asian zines, dunno why! Maybe it’s the kind of writing, on the other side, Aaron Cometbus and others were also brillant US Zinesters.
Okay, let’s bring this to an end! Great zine, you should not miss!
You can also download older issues here to check them out: http://punksishippies.blogspot.com
For this issue please write to: ska1ska@yahoo.com or thirteenthirtytwo@hotmail.com

Anti-Flag und Amnesty International

Anti-Flag und Amnesty International
Am Freitag erscheint die neue Single von Anti Flag feat. Donots feat. Mitglieder von Billy Talent (Ian D‘Sa) und Beatsteaks (Bernd Kurtzke). Das Ox-Fanzine (Homepage) postet die Werbung in sozialen Netzwerken, Bocky vom Punkrock-Fanzine (Homepage) schreibt im selben Netzwerk: „der Song zur geilen Aktion hat auch ein Video, das ihr jetzt schon anschauen könnt. Und Freitag nicht vergessen: Kaufen, kaufen, kaufen = Supporten!“, das Plastic Bomb hat schon im Januar ein Feature gemacht (Link zum Artikel) und alle reihen sich ein.
Okay, nehmen wir erstmal die Grundidee: Amnesty International ist die größte Menschenrechtsorganisation der Welt! Menschenrechte = eine gute Sache, keine Diskussion. Auch Amnesty International selbst ist als Kooperationspartner für kleinere Organisationen, wie die für die ich arbeite, durchaus ein interessanter Partner. Generell also durchaus eine unterstützenswerte Sache, wobei Amnesty International von allen Menschenrechtsorganisationen, die ich kenne, auch die bürgerlichste ist und sicherlich keine radikalen Forderungen stellt. Mt Amnesty International ist es egal, wie Armut und Reichtum in dem Land verteilt sind, solange die Menschenrechte eingehalten werden. Freilassung von (einigen?) politischen Gefangenen, Abschaffung der Todesstrafe, Einhaltung der Menschenrechte, seien wir ehrlich, bei meinen (sehr wenigen) Treffen im Bundestag einige ich mich darauf auch sofort mit Abgeordneten von CDU/CSU und FDP. Das sind nun mal gesellschaftliche Mindeststandards. Vor allem der Fokus auf die zivilen, bürgerlichen Rechte (der bei Amnesty International auch aufweicht) drängt andere Rechte, wie die Fragen nach „Recht auf sich zu ernähren“, „Recht auf adäquate Unterkunft“ etc. in den Hintergrund (die so genannten WSK-Rechte, also wirtschaftlich, sozialen und kulturellen) – mit diesen haben konservative Kräfte größere Probleme, denn was heißt es, ein Recht auf Arbeit zu haben? Oder ein Recht, auf angemessene Ernährung? Sind dann Lebensmittelgutscheine für Asylbewerber/innen oder Sanktionen in dieser Richtung gegen HartzIV-Empfänger/innen nicht sogar Menschenrechtsverletzungen??? Hat eine Agentur für Arbeit dann nicht die Pflicht jemandem menschenwürdige Arbeit zu beschaffen und nicht anders herum Sanktionen uszusprechen, wenn der/die Betreffende keine Arbeit findet???
Also, etwas hart formuliert, „Punk tut auch dem Spießer gut“ (Duesenjaeger), das ist mit Menschenrechten nicht anders!
Aber wie gesagt, das ist Kritik auf hohem Niveau und Amnesty International gehört auf jeden Fall zu den unterstützenswerten Organisationen, Punkt! Mir geht’s hier eher darum, dieser einseitigen Abgefeierei auch durchaus andere Denkansätze zu geben.
Kommen wir zu den Bands: Anti Flag habe ich vor zig Jahren mal auf dem Stemweder Open Air gesehen und ihre Art von politischem Kinderpunk ist durchaus okay. Einige Hits auf alten Alben, ein wenig zu glatt nun. Ähnliches gilt eigentlich auch für die Donots, nur dass ich die ein paar mal mehr live gesehen habe, so in den späten 90ern, als ich noch so gerade Teenager war. Billy Talent finde ich wie die Beatsteaks zum kotzen – meine Meinung! Das schon ewig. „Eigentlich müsstest Du doch voll auf die Beatsteaks abfahren, ist doch genau deine Musik“ – genau die Diskussion habe ich schon vor über zehn Jahren geführt und dennoch: Nein, sie gefallen mir nicht!
Dass diese Schwergewichte sich zusammen tun und einen Charity-Song schreiben ist an und für sich dennoch etwas Gutes. Anti Flag sagen dazu: „Inspiriert vom Schicksal von PUSSY RIOT und unter Mithilfe einiger guter Freunde hoffen wir, dass wir mit die Message von ’Toast To Freedom’ an Menschen herantragen können, deren Ohren bisher verschlossen blieben. So wie uns PUSSY RIOT inspiriert haben, im Angesicht von Unterdrückung und Ungerechtigkeit niemals aufzugeben und niemals zu schweigen, hoffen wir, mit diesem Song Ähnliches vollbringen zu können. Das hier ist unser Ruf nach Freiheit.“ Da lehnt sich jemand weit aus dem Fenster, muss ich sagen, Pathos, Pathos, Pathos, aber wenn es auch nur eine handvoll Teenager (und/oder Ältere) weltweit dazu bewegt, sich für Rechte von Entrechteten einzusetzen, ziehe ich meinen Hut. Dann hat sich der Song schon gelohnt.
Kommen wir zu dem Song. Und der ist echt so dermaßen offensichtlich auf „Punkrock-Hitparade“ komponiert, das einem schlecht wird. Ich habe ihn zuerst mit Lars gehört und wir haben beide zuviel bekommen. Zwischen Lachen und Weinen! Eine vollkommen offensichtlich berechnende Hymne mit allem, was dazu gehört. Ein beklopptes Solo, ein paar „Hey’s“ und „Aaahs & Ooohs“ an der richtigen Stelle, ruhiger werdend, schneller werdend … ach, Knochenfabrik haben das mal in ihrem Song „Sinnloses Lied“ auf den Punkt gebracht („die Melodie ist ziemlich schön, weil sie ins Ohr muss – das ist wichtig, denn sonst ist das Lied kein Hit“). Und da es so ist, regt mich der Song auf. Lars hat ihn nicht mal komplett ausgehalten! Dazu ein wenig „Live Aid“-Gefühle im Video, das ein wenig Studio, ein wenig Live, ein wenig Gesichter der Band(s) bietet. Ehrlich gesagt, das Video ist schon eine Art Selbstinszinierung! Warum nutzt man den Raum nicht, um auf Schicksale von Opfern von Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen? Dazu eine Seite oder einen Link mit „Urgent Actions“, also der Protestbrief-Form, die das Medium sind, wie sich Amnesty für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen einsetzt!? Stattdessen die Fressen der Bands … „wir sind die Guten“, schreit es einen entgegen. Und das macht die ganze Sache für mich nahezu unerträglich! Denn, worum geht es? Es geht darum, Amnesty International zu huldigen? Warum dann so eine Selbstbeweihräucherung? Das Video hat zu diesem Zeitpunkt über 50.000 Klicks (am Mittwochabend vor dem Release), warum wird da politische Message verschenkt? Vielleicht, weil da nicht Aktivist/innen am Werk sind, sondern Musiker oder Gutmenschen? Bob Geldorf-Scheiße für Punks, und die werden es wohl fressen!

[Ab hier am 9. Februar 2013 noch mal editiert]
Vielleicht mit ein wenig Abstand noch mal ein Fazit unter den Text. Generell ist die Idee des Songs eine gute Sache, aber bei der Umsetzung hätte es auch gerne weniger „sich selbst präsentierend“ sein können und tatsächlich politische Inhalte auch im Video stärker betont werden können. V.a. wenn es tatsächlich um Pussy Riot oder andere konkrete Opfer von Menschenrechtsverletzungen geht, hat man zumindest mit dem Video eine große Chance verpasst, auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Ebenfalls finde ich den Song ziemlich belanglos, aber das ist halt eine Geschmacksfrage. Am Ende werden es viele mögen und hoffentlich kommt für Amnesty International ein guter Betrag dabei herum.

Der Text:
VERSE 1
How delicious is the winning of her kiss – Bind her love to eternal bliss – She’s the greatest power in the universe – Freedom

Her touch will feed your real hope – In the darkest of days and on the steepest slope – Let your good heart and kindness fill her temple – Freedom

BRIDGE
Nobody’s free until everybody’s free – We walk a long winding road, sail the raging seas – No prison cell, no censorship hell -Can claim our obedience and love

CHORUS
Here’s our toast to freedom – To human rights and dignity – Love, respect and forgiveness – United in the dream for victory – Here’s to the battlefields for justice – Of the tortured, banished and enslaved – To the selfless spirit and commitment – To our brothers and sisters in the grave

VERSE 2
She hurts when sovereigns and parliaments meet – To shackle more chains about Liberty’s feet – When the rulers cast the votes they can not spell – Freedom

Her open eyes desire nothing but the truth – The soul of mankind, untainted youth – Yes, for this I will stand up and fight – Freedom

BRIDGE 2
Nobody’s free until everybody’s free – We walk a hard road, sail the raging seas – No prison cell, no censorship hell – Can claim our obedience and love

CHORUS

SOLO

BRIDGE 3
Nobody’s free until everybody’s free – Together we walk a hard road, sail the raging seas – No prison cell, no censorship hell – Can claim our obedience and love

BREAKDOWN

Here’s our toast to freedom – To human rights and dignity – Love, respect and forgiveness – United in the dream for victory
Here’s our toast to freedom – To human rights and dignity – Love, respect and forgiveness – United in the dream for victory

Fanzines – Ploppy Pants #14

Ploppy Pants #14
Roddy publised this zine from 2003 to 2012, for about ten years. Sadly this is the last issue and the first I got into my dirty fingers. Joe Kidd from Dung gave it to me, when I was in Malaysia. He was interviewed for this scene and gives a very long and detailed inside view to the Punk scene in Malaysia, problems with repression and his band – Dung (Link). Also Roddy looks back to the last issues and about the zine-scene in the UK. But mainly the number 14 is focussing on his trip to Southeastasia. He does Q&A with Paganfire (Metal from the Philippines) and SMG (grindcore from Asia), an interview with IX about suspensions, but he also writes about vegan eating in several Asian cities and writes more or less about his trip to the region. He is not doing it on a day-by-day-report, but giving short impressions about the countries. It gets very clear that Roddy was not travelling as an alien, but got in contact with a lot of interesting and lovely people in the region. In summary, the 40 pages A5 are read faster than some of this boring reviews about great zines!

Contact: dirty_little_punk@hotmail.com

Fanzines – Out of Order #06

Out of Order #06
Neulich war ich mal wieder im Ruhrgebiet, vielleicht meine Lieblingsregion in Europa. Ich meine, einfach weil das Ruhrgebiet nichts besonderes ist, nicht aufregend, nicht hipp, aber dennoch schön. Normal, irgendwie! Unaufgeregt, und ich will damit gar nicht die ganzen positiven Klischees wiedergeben, die über diese Region existieren, genauso wenig wie die negativen. Wer sich daran abarbeiten will, kann Frank Goosen lesen.
Ich habe dort sehr gerne drei Jahre gewohnt, hatte eine gute Zeit, es gibt viele nette Menschen, denen man viel zu selten begegnet. Und dann war ich neulich halt wieder da und habe in Duisburg Zwischenstopp gemacht, um den Laden Onkel Stereo (Link) zu besuchen. Ein kleiner, sehr hübscher Laden mit Büchern, Platten, Zines und Krimskrams. Platte (Flex your head), Buch (Heiko Werning) und Zine (Out of Order #6) dann auch gleich mal eingepackt und mitgenommen. Um letzteres soll es nun gehen:
Wenn es einen Soundtrack zu dem Out of Order #6 gäbe, dann wäre es sicherlich ein Vitaminepillen-Sampler. Zumindest fühle ich mich von der Machart und einigen Bands an die späten 90er erinnert. Konzertberichte, Interviews und Persönliches stehen im Fokus des Heftes. Es fängt an mit dem Ruhrpott Rodeo 2012 (und kommt später noch mal drauf zurück), das ich mir bewusst verkniffen habe und wenn ich mir die Texte durchlese, dann weiß ich auch warum. Im Anschluss ein Bericht über die Kafkas im Oberhausener Druckluft, die ziemlich abgefeiert werden. Nun ja, als Teenager fand ich Kafkas auch sehr gut, politisch-engagierte Texte sind auch gut, aber irgendwie bin ich aus der Band herausgewachsen. Mit Sänger Markus haben wir für ein altes Strafraumpogo-Zine mal nen Interview gemacht und ich fand ihn sehr sympathisch, aber musikalisch geben sie mir heute nicht mehr viel.
Es folgt ein relativ belangloses Interview mit Tony Jones, liegt aber auch daran, dass ich Tony Jones nicht kenne und Band-Interviews mittlerweile eh fast überflüssig finde. Gibt wenige, die mich noch kicken. Siggy’s erstes Tattoo ist da schon spannender zu lesen. Gut finde ich das Interview mit Lena Stoehrfaktor, die HipHop macht. Kurz, pregnant und einfach mal was über den Tellerrand der eigenen Suppe. Den Sex-Artikel hingegen schnalle ich nicht, okay geschrieben, aber nun ja …
Mit den folgenden Konzertberichten von Siggy gibt es ne nette Überschneidung mit meinen eigenen Berichten hier auf dem Blog, was immer schön ist, das auch noch mal aus einer anderen Perspektive zu lesen. Musikgeschmack also total super, hahaha. Die 10 Lieblingsplatten von Sabrina sind Kafkas-lastig, ansonsten aber genau der oben erwähnte „damals wäre es Vitaminepillen Records gewesen“-Querschnitt mit Pascow, Tagtraum, NeinNeinNein/Kaput Krauts, Antitainment. Gute Auswahl, auch wenn die bescheuerte Band mit B in der Liste meiner Meinung nach nichts zu suchen hat. Kurze Netz-Recherche dürfte ausreichen, um diese Band einfach Richtung Vergessenheit zu schießen!
Es gibt ansonsten noch Nimrods in der Pommes Bude, Eisenpimmel+Lokalmatadore+Kassierer (wer macht denn sowas???) in Oschatz (ohne Worte, in NRW war scheinlich wegen Atomwaffen-Sperrverträge in dieser Kombination verboten!) und Reviews. Gutes Heft aus dem Herzen des Ruhrgebiets – aber eine Frage: gab es nicht mal ein Out of Order aus Hamburg???

Fanzines – Try to wake up with a smile on your face! #03

Try to wake up with a smile on your face! #03
The subtitle is „punk kids growing old“ and I think this is one of the themes Chriz is dealing with for a longer time now. Growing old in a so called „youth culture“, having a 9to5 job, getting kids, seeing less shows … I mean, it’s nothing new and other people experienced before, but hey, that‘re now our lifes, our times, our (identity) problems. And I really agree with the words of Chriz, „Punk beschränkt sich dabei fast nur noch auf ein Lebensgefühl, das ich im Herzen trage, und das Hören von meist alten Platten“ (Punk is restricted to an attitude of life, which I carry in my heart, and listening to almost old vinyls). With 30-something often it’s still the person who started in the middle of the 90s with punk / hc that are doing fanzines, bands, etc. It seems, we‘re not dying, we‘re not able to let loose the whole DIY-bullshit, haha. And I like it!
Beside this problems of over-aging (hehe) the zine is focussing on football (Burnley, FC United of Manchester), a Pakistan travel report, a short story (in German) and great pictures. I like the style of the A5-zine and I really take my head off for the effort releasing this zine while having kids and work.
The zine is mainly in English!
Order at: try@posicore.de

Fanzines – Shock & Awe #05

Shock & Awe issue 05 – Pechah 2012, Klang Valley
Let’s make it short: This fanzine is one of the best reads I‘ve ever had (Link to the blog, where you can order it)! It has really everything a good zine needs, a nice cover-artwork, good interviews (with great bands I really enjoy like The Garisson or Dung and with some great distros from Malaysia), great columnists that write about the zine, a mixture of past, presence and future, a DIY-ethos, a strong commitment, love letter to a great location (Rumah Api), focusing on an issue (scene in Kuala Lumpur and the surrounding Klang Valley) and comes along with a 7″ vinyl single. What did you ask for more?
Shock & Awe #05
Let’s get in detail. Editor Yuen starts with an excuse about the layout. I mean, in the zine you‘ll find a lot of lines and words and black/white, but nevertheless, the zine has a good, readable layout. Joe Kidd – guitarist of well known Hardcore-Punk band Dung (formerly known as Carburetor Dung [Link]) – is next and gives an introduction into the KL scene, starting with the raise of Hardcore in the mid90s. After two pages about the actual situation of Rumah Api, a self-controlled and managed location, some distros are introduced: Atonal Microtonal, Pissart Records, Nervhous Records, United Front Records, Utarid Tapes, Blood Of War Records, Ricecooker Recordings and Pureminds Records (please search for the links in the internet). All give a short introduction in their work and motivation. R-E-S-P-E-C-T!
Next are the four bands on the 7inch, first is: Sarjan Hassan (Myspace-Link). The are playing fast TrashCore with Metal guitars. I‘m not a big fan of TrashCore and Metal guitars, but they‘re quite good. Next is Pusher playing a mixture of Punk, Jazz and Core. Of course it’s reminding everybody of The Clash in their best times (Myspace-Link). „Culture shaking, break that mould, fuse your soul“ is a great chorus! Kind of dirty-funky-punk!
Most I like the interview with The Garissons and their criticism about Reggae. Okay, I really hate reggae, 70s ska is okay, also some modern ska, but Reggae? No! No way! I remember staying in China town in KL opposite of Reggae Bar and all people in this location, especially in the night, were … don‘t name it, but you can imagine. A look from outside was already enoguh. Like Pusher also The Garisson cannot deny that they listened to some The Clash records in the past. The voice of the singer is reminding me of „The Movement“ from Denmark. Maybe it’s also the song, little bit more Mod-sound than The Clash. I remember a graffiti near the old Center Market in KL – „This is Garrison City“, I think it was by them. Should check them out, if you like the mixture of great 70s UK-Punk/Mod and modern US-streetpunk (Myspace-Link). Their lyrics come with a comic in the zine – „get ready for the rolling thunder!“. Last band in the interviews and on the 7″ is the deep and heavy sound of Crimescene (Myspace-Link). Also kind of fastcore trash, which is actually not my music. Still okay, but cannot get used to it, haha.
Later the zine goes on with great columns (I‘ll quote on of Yuen for my third issue of alleiner threat) that are reflecting the scene in Kuala Lumpur with all pro’s and con’s. Also a side full of pictures from Rumah Api and in the end long interviews with Dung and The Bollocks, two pioneer punk bands from Kuala Lumpur. Especially the words of Joe Kidd you can follow very good and sometimes I read similarities to growing up in the 90s myself. And some things are really different, hahaha. The review section is only top-five’s of the authors of Malaysian punk bands, what is reall fine! I‘m still missing some bands like Apparatus, Hellsister or Second Combat, I knew before the zine. But maybe they‘re to old know, haha, or different scene.
Great zine, as I mentioned. You should order it and hurry up to get a copy!
http://shockawemedia.wordpress.com/

Trust #157

Trust #157
Es mag Leute geben, die haben das Trust-Fanzine noch nicht im Abo und kaufen es auch nicht am Bahnhofskiosk oder im Plattenladen. Selbst verständlich ist das verwerflich, ein Frevel, vor allem wenn mein lieber Freund Francis von Istukas Over Disneyland endlich einmal in Deutschland gewürdigt wird. Okay, die Würdigung habe ich geschrieben und ich bin nicht neutral, aber das will ich auch gar nicht sein! Wen das nicht interessiert, der/die kann darüber hinaus Interviews mit Swing Kids und Schwarwel sowie ein Interview mit dem Autor Michael Schulze von Glaßer zum Thema “Nachwuchswerbung der Bundeswehr” lesen. Und als wäre das nicht genug, gibt es noch ein fettes Vinyl Spezial. Hier kaufen!

Und ein mir nicht bekannter, aber hoffentlich auch nicht bestochener Kollege hat in einem Forum folgendes zum Heft geschrieben:
„Die ersten zwei, drei Absätze zum Philippinen Special gehören zum besten, was ich seit langem über meine Musik gelesen habe. Absoluter Respekt.
Kenne die Band nicht, muss ich auch nicht. Absoluter Respekt.“

Fühle mich gebauchpinselt und reiche die Ehre gerne weiter an Francis und die Freunde in den Philippinen!

Trust #157

Alleiner Threat and other zines (This time: I Remember Halloween)

A little bit older, but I‘m still working on a new issue. So, if you wanna see some pictures of alleiner threat #02 please visit the link to the I Remember Halloween Zine, one of the smartest zines in the Philippines. Thanks a lot for the support.