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Lieblingsalben: Against Me! – Reinventing Axl Rose

Siebter Teil einer Reihe, in der ich unregelmäßig großartige Alben vorstelle, von Bands, die mir was bedeuten (oder bedeutet haben) und von denen ich nicht genug bekommen kann. Es handelt sich bei der Reihenfolge der Vorstellung nicht um eine Hitliste, sondern einzig und allein um Alben, auf die ich jetzt gerade Bock habe und sie parallel zu den Texten noch einmal anhöre.
Nach den Einträgen zu Whiskey & Co., Hot Water Music, The Gaslight Anthem, Dackelblut , … But Alive und 1. Mai ’87 (Erster Mai 87) geht es heute um das erste Album von Against Me!, „Reinventing Axl Rose“.
In einer Phase, in der ich die ersten Songs der Pogues für mich entdeckte, fiel diese Platte vom Himmel und ich aus allen Wolken. Das Gute von den Pogues verbunden mit dem Gutem, dem Minimalistischen des Punks. Dazu das Ganze noch angereichert mit Texten, die jede_r linke Student_in erstmal unterschreiben kann. Phantastisch! Der Opener „Pints of Guiness make you strong“ ist meiner Meinung nach immer noch eines der schönsten Liebeslieder, die jemals geschrieben worden sind.
„Evelyn sits by the elevator doors, it’s been 37 years since James died on St. Patrick’s Day in 1964. but she could not hold it against him. There were times when there was nothing she could do but lie in bed all day beside a picture of them together, a picture of better days.
And just like James I‘ll be drinking Irish tonight and the memory of this last work week will be gone forever. Evelyn I‘m not coming home tonight. If we‘re never together, if I‘m never back again, well I swear to god that I‘ll love you forever. Evelyn I‘m not coming home tonight.
In all the years that went by she said she‘d always love him, and from the day that he died she never loved again. In his wallet she kept in her nightstand an A.A. card and a lock of red hair. She kept secrets of pride locked so tight in her heart, it killed a part of her before the rest was gone. She said, „if I would have known just how things would have ended up I just would have let myself die.
And just like James I‘ll be drinking Irish tonight and the memory of this last work week will be gone forever. Evelyn I‘m not coming home tonight. If we‘re never together, if I‘m never back again, well I swear to god that I‘ll love you forever. Evelyn I‘m not coming home tonight.“

Die Band hatte vorher nur ein paar Singles veröffentlicht (u.a. auf dem liebenswürdigem Label Plan-it-X) und mit diesem Album auf NoIdea gelang ihr sofort der Durchbruch. Dieses Album ist mittlerweile vom Label 31 mal (!!! – letztmalig im September 2010) nachgepresst worden, als Vinyl! Laut NoIdea hat die Schallplatte damit schon 22.676 mal den Tresen überquert bzw. die diversen Mailorder verlassen! Against Me! haben wohl wie kaum eine andere Band in den letzten zehn Jahren das Genre Punk so dermaßen „revolutioniert“, indem sie Punk, D.I.Y.-Attitüde und Acoustic/Folk-Elemente zu einem ungeheuren Mix zusammengebastelt haben, wie auf dieser Debut-Platte. Nicht, dass das unbedingt neu war. Auch Mike Ness hatte zu dem Zeitpunkt schon hatte zu dem Zeitpunkt schon seine Soloplatten veröffentlicht, auch andere Bands veröffentlichten im Gründungsjahr von Against Me! ihre erste, selbst betitelte Single (1997). Dennoch, war der Diletantismus, die Energie, der Mut, auch eine unperfekte Platte „abzuliefern“ in einer Zeit, wo Musik immer glatter wurde, oder nu-metal-lastiger, eine wahre Offenbarung. Auch wenn Against Me! im Anschluss wesentlich eingängier und bis heute mehr oder weniger eine Pop/Rock-Band geworden sind, ist dennoch dieses Album ein Meilenstein, egal was danach kam oder kommen musste!
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