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Lieblingsalben: … But Alive – Bis jetzt ging alles gut

Fünfter Teil einer Reihe, in der ich unregelmäßig großartige Alben vorstelle, von Bands, die mir was bedeuten und von denen ich nicht genug bekommen kann. Es handelt sich bei der Reihenfolge der Vorstellung nicht um eine Hitliste, sondern einzig und allein um Alben, auf die ich jetzt gerade Bock habe und sie parallel zu den Texten noch einmal anhöre.
Nach den Einträgen zu Whiskey & Co., Hot Water Music, The Gaslight Anthem und Dackelblut möchte ich heute das dritte Album von … But Alive vorstellen: „Bis jetzt ging alles gut“.
Wohl kaum eine andere Band hat die 1990er im deutschsprachigen Punk so geprägt, wie … But Alive, und keine andere Band hat die „90er“ besser besungen, als eben jene Band in: „Das sind die 90er, Baby“.
Dabei gab es einige Änderungen bei dieser Platte. Am Bass wurde Ingo durch Torben (Rantanplan) ersetzt, Christian Mevs hat das ganze in einen fetten Sound verpackt und verglichen mit den beiden Vorgänger-Alben muss man sagen, dass härteste, direkteste und auch eingängigste … But Alive Album. Spielereien nur am Rande, in erster Linie nach vorne raus. Nur das Cover erinnert sehr stark an die beiden zuvor veröffentlichen Alben („Für uns nicht“ und „Nicht zynisch werden?!“), denn wieder hat sich dafür Eric Drooker verantwortlich gezeigt.
Das Album fängt mit: „Wir sind von der Sache alle ziemlich angenervt, oder? Also schlage ich vor wir sollten versuchen wenigstens ein bisschen Würde zu bewahren.“ Leider weiß ich nicht, aus welchem Film oder woher dieses Zitat ist, aber über Hinweise wäre ich sehr dankbar. Es folgt Pete, ein Song über „Pete Townsend“ (The Who): „Pete Townshend ist heute alt und will längst schon nicht mehr sterben. Und alle um mich herum wollen nur in Würde älter werden. Ich sagte es gestern, sag‘ es morgen: Macht euch um mich doch keine Sorgen, Und kümmert euch zuerst um euch und fickt euch.“ Ein schneller, kurzer Song, der zeigt, wohin die Reise geht. Musikalisch direkter, wütender. Textlich geht es weniger darum, die auf den beiden vorangegangenen Alben getätigten Positionen neu zu erfinden oder zu wiederholen, sondern viel mehr eine kritische Selbstreflexion einer Szene, deren Lieblinge … But Alive einst waren. Dazu passen Songs wie „das sind die 90er, Baby“, „Antimanifest“, „Frei (na toll)“, „Korrekt III (das letzte Kapitel)“ und „R.T.B.A.M.“, die mit eigenem Szenedünkel und -mief und der passenden Zeit dazu aufräumen. „Pete“ ist da nur der Anfang, die Gefahr, eine Wiederholung, eine Kopie seiner Selbst zu werden. Eine angepasste, brave Kopie! Passend dazu übrigens ein Kurt Cobain zu geschriebenes Zitat: „Ich hoffe ich sterbe, bevor ich mich in Pete Townsend verwandle.“ Der Song von … But Alive endet mit „Und wir warten und das Warten nennt sich Freiheit“ („Pete“, … But Alive).
... But Alive - Bis jetzt ging alles gut
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