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Lieblingsalben: Dackelblut – Schützen und Fördern

Vierter Teil einer Reihe, in der ich unregelmäßig großartige Alben vorstelle, von Bands, die mir was bedeuten und von denen ich nicht genug bekommen kann. Es handelt sich bei der Reihenfolge der Vorstellung nicht um eine Hitliste, sondern einzig und allein um Alben, auf die ich jetzt gerade Bock habe und sie parallel zu den Texten nocheinmal anhöre.
Nach den Einträgen zu Whiskey & Co., Hot Water Music und The Gaslight Anthem möchte ich heute das erste Album von Dackelblut vorstellen: „Schützen und Fördern“.
Bei Dackelblut anzufangen heißt in der Regel ein Namedropping von anderen Bands, die zuvor oder nach Dackelblut in ähnlicher Besetzung existierten, vorwegstellen. Die Namen werden wahrscheinlich im Laufe des Textes noch fallen, sollen aber an dieser Stelle einfach mal vergessen werden. Warum? Weil sie mir nichts sagten, als ich Dackelbluts „Nimm deine traurigen Lieder“ zum ersten Mal im Radio hörte. Radio? Dackelbluts „Nimm deine traurigen Lieder“? Okay, zum einen wusste ich damals noch nicht, dass der Song von Funny van Dannen – zumindest der Text – geschrieben worden ist und zum anderen, ja, Radio! Damals im Bürgerradio von Soest, was man genau in einem Zimmer der elterlichen Wohnung empfangen konnte (und auch nur, weil wir weder Kabel- noch Satelliten-Fernsehen hatten, sondern eine Antenne auf dem Dach), in meinem – !Zum Glück! – hörte ich diesen Song. Off Limits hieß die Sendung, die Gaffer damals moderiert hat. Verschrobener Text, irgendwie witzig, ein merkwürdiger Bandname, eine gute Gitarre und überhaupt eine spannende Band, schienen diese Dackelblut zu sein.
Dackelblut, und nun beginnt die Litanei mit den „Vorbands“ und „Nachbands“, waren der Nachfolger von Angeschissen und Blumen am Arsch der Hölle und hatten durch den Gesang von Jens Rachut sicherlich einen Bonus. Die verschrobenen Texte finden, meiner Meinung nach, bei Dackelblut ihren Höhepunkt.
„Sonne küßt den Boden, seine Augen werden klar, die Hände sind gefaltet, sein Gebet macht ihn ganz wach“ sind die ersten Zeilen von „Mach’s nach deinem Leben“ (bzw. „Denk dir etwas anderes aus“, wie er auf dem Textblatt heißt), in dem Religion – und in Zeiten von Sarrazin sei erwähnt, die CHRISTLICHE – thematisiert wird. „Auf Erden kann er Scheiße bauen, solange er noch lebt.“ Nach dem Motto, „alle umlegen, soll Gott sie aussortieren“ (Arthur Simpson, zitiert nach Marge Simpson). Vor allem die, häufig mit Wipers verglichene, Gitarre ist bei Dackelblut als Instrument am stärksten heraus zu hören, nahezu dominant neben dem Gesang von Jens Rachut. Das trifft auf alle so genannten „Rachut“-Bands zu. Andreas Ness ist dafür verantwortlich und war es schon bei Blumen am Arsch der Hölle und im Anschluss auch bei Oma Hans und Kommando Sonne-nmlich. Wahnsinn, wie eine einzelne Gitarre so den Sound prägen kann.
Dackelblut - Schützen und Fördern
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